Fußball: 3. Liga
Nach Abstieg der Sportfreunde Lotte: Umbruch und finanzielle Abstriche

Lotte -

Wie es bei den Sportfreunden Lotte nach dem Abstieg in die Regionalliga im Detail weitergeht, ist noch nicht bekannt. Zu lange tagten die Entscheidungsträger am Montag, um Ergebnisse mitzuteilen. Aber es geht weiter.

Montag, 20.05.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 20.05.2019, 20:25 Uhr
Paterson Chato (SV Wehen Wiesbaden, rechts) und Adam Straith (Hansa Rostock, hinten) stehen als Abgänge fest. Neben den Leihspielern werden weitere folgen.
Paterson Chato (SV Wehen Wiesbaden, rechts) und Adam Straith (Hansa Rostock, hinten) stehen als Abgänge fest. Neben den Leihspielern werden weitere folgen. Foto: Frank Diederich

Sie haben getagt bis die Köpfe rauchten. Alles ist auf den Tisch gekommen, jeder Stein wurde umgedreht. Stören lassen wollten sie sich dabei nicht. Entsprechend war gestern kein Offizieller der Sportfreunde Lotte zu sprechen. Auch Trainer Ismail Atalan nicht. Zu viel ist in der abgelaufenen Saison schief gegangen, zu viele Fehler wurden gemacht. Die Quittung dafür gab es mit dem Abstieg aus der 3. Liga, der absolut überflüssig war.

Auch wenn keine Ergebnisse der intensiven Tagung bekannt sind, ist eines doch klar: Die Lichter in Lotte werden nicht ausgehen. Der Verein wird bemüht sein, sich so aufzustellen, dass er in der kommenden Saison in der Regionalliga eine gute Rolle wird spielen können. Dabei wird der direkte Wiederaufstieg nicht unbedingt angepeilt.

Dass ein großer personeller Umbruch ansteht, sollte die Verantwortlichen nicht unbedingt vor große Probleme stellen. Damit kennt man sich am Autobahnkreuz schließlich aus. Schon unter Trainer Maik Walpurgis wurde fast jährlich das Personal im zweistelligen Bereich ausgetauscht. Auch vor Beginn dieser Saison und in der Winterpause gab es zahlreiche Zu- und Abgänge.

Fehlende Kontinuität im Kader wie insbesondere auch auf dem Trainerstuhl ist jedoch das Hauptmanko der Sportfreunde Lotte. Vier Übungsleiter in der Saison 2017/18, vier in 2018/19. Jeder Coach bringt eigene, Ideen und neue Konzepte mit. Da kann sich nichts entwickeln. Auch die Identifikation mit dem Verein leidet darunter. „Wir hatten viele Leihspieler“, erklärt Ismail Atalan. „Ich glaube, dass so etwas nicht gut gehen kann. Es fehlen immer ein paar Prozent an Identifikation. Es wäre aber unfair, den Abstieg allein daran festzumachen. Aber du musst die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sich möglichst viele im Kader voll mit der Aufgabe identifizieren und den Verein nicht nur als Durchgangsstation sehen.“

Vieles deutet daraufhin, dass Ismail Atalan als Trainer in Lotte bleiben und er den neuen Kader zusammenstellen wird. Dann wird er Wert darauf legen, dass die Neuen mit ganzem Herzen dabei sind. „Viele sagen, in Lotte herrscht keine Stimmung. Wir haben 2000 Zuschauer. Die reichen mir. Wir brauchen Spieler, die das Lotter Wappen mit Stolz tragen.“

Finanziell wird der Verein kräftig abspecken müssen. Der Etat in der 3. Liga von geschätzten 3,8 Millionen Euro, wird deutlich heruntergeschraubt, zumal die 1,2 Millionen Euro TV-Gelder wegfallen. Er dürfte sich bei 2 bis 2,2 Millionen Euro einpendeln. Auch der Vertrag mit Haupt- und Trikotsponsor Frimo läuft aus und dürfte wohl nicht verlängert werden.

Wie der künftige Kader aussehen wird, steht völlig in den Sternen. Mit Adam Straith (Hansa Rostock) und Paterson Chato (SV Wehen Wiesbaden) stehen zwei Abgänge fest. Auch die vier ausgeliehenen Spieler gehen zu ihren Stammvereinen zurück. Dafür kommen Aygün Yildirim und Noah Plume wieder, die verliehen waren. Neun Spieler besitzen zwar einen Vertrag bis 2020, ob die aber alle bleiben werden, ist fraglich. Nicht nur Torhüter Steve Kroll sieht seine Zukunft in der 3. Liga. Denkbar ist aber auch, dass Akteure mit auslaufenden Verträgen ihren Kontrakt am Autobahnkreuz verlängern und bleiben.

Eine Kaderübersicht:

Abgänge: Paterson Chato (SV Wehen Wiesbaden), Adam Straith (Hansa Rostock).

Leihspieler: Sascha Härtel (Erzgebirge Aue), Lars Dietz (Union Berlin), Felix Drinkuth (SC Paderborn), Thomas Blomeyer (MSV Duisburg)

Rückkehrer nach Ausleihe zu anderen Vereinen: Aygün Yildirim (SC Wiedenbrück), Noah Plume (TSV Havelse).

Vertrag bis 2020:

Steve Kroll, Matthias Rahn, Noah Awassi, Gerrit Wegkamp, Jeron Al-Hazaimeh, Jules Reimerink, Toni Jovic, Sinan Karweina, Danny Breitfelder.

Vertragsende 2019: Tobias Trautner, Norman Quindt, Kevin Pytlik, Alexander Langlitz, Michael Schulze, Tim Wendel, Joshua Putze, Jonas Hofmann, Maximilian Oesterhelweg, Jaroslaw Lindner, Tino Schmidt.

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