Fußball: Landesliga 4
Ein Abbruch, keine Rot-Sünder: VfL Senden einzigartig

Nottuln -

Am Dienstag, beim Staffeltag in Nottuln, hätte Gerhard Rühlow gerne Historisches verkündet: eine ganze Saison ohne Spielausfall. Doch Senden und der Wettergott hatten was dagegen.

Mittwoch, 24.07.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 30.07.2019, 16:12 Uhr
Szene aus einem Spiel, dass es offiziell gar nicht gab: die abgebrochene Partie zwischen Senden (l.: Joshua Dabrowski) und Heiden.
Szene aus einem Spiel, dass es offiziell gar nicht gab: die abgebrochene Partie zwischen Senden (l.: Joshua Dabrowski) und Heiden. Foto: flo

„Ein Gewitter über Senden hat in letzter Minute einen Satz zerstört, der erstmals für eine Landesliga-Bilanz vorgesehen war“, verriet Gerhard Rühlow (Steinfurt), Fußball-Staffelleiter der Gruppe 4, im Rahmen des Staffeltages bei Meister Grün-Weiß Nottuln. „Es wäre die erste Saison gewesen, in der es keinen einzigen Spielausfall gegeben hätte.“ Doch aufgrund von Blitz und Donner musste die Partie der Bertelsbeck-Elf gegen Viktoria Heiden abgebrochen und zwei Tage später nachgeholt werden.

In seiner gewohnt lockeren wie humorvollen Art führte Rühlow, der seit 1973 für die Staffel verantwortlich ist, durch die 90-minütige Veranstaltung und blickte zunächst auf die Saison 2018/19 zurück. Am elften Spieltag übernahm GW Nottuln erstmalig die Tabellenspitze und ließ sich anschließend vom Platz an der Sonne nicht mehr verdrängen. Am vorletzten Spieltag war der Meistertitel eingefahren. Neuling Westfalia Kinderhaus verpasste als Zweiter aufgrund der 1:2-Niederlage im Qualifikationsspiel gegen den FSV Gerlingen nachträglich den Sprung in die Westfalenliga. Mit dem VfB Hüls und der SG Bockum-Hövel standen früh die ersten beiden Absteiger fest. Eine Woche vor Schluss musste sich auch der SuS Stadtlohn mit dem Gang in die Bezirksliga abfinden. Rühlow: „Die drei Vereine gehörten der Liga nur ein Jahr an. So etwas kommt auch nicht oft vor.“

Altenberge fairstes Team

In der Fairnesstabelle landete Meister Nottuln (59 Punkte) gemeinsam mit dem SV Dorsten-Hardt hinter dem TuS Altenberge (53) und Eintracht Ahaus (54) an Position drei. Über erfreulich sinkende Tendenzen bei den persönlichen Strafen informierte der Staffelleiter anschließend. 21 rote Karten und damit zwölf weniger als in der Vorsaison zeigten die Schiedsrichter. Auch die Zahl der gelb-roten (33 statt 34) und gelben Karten (893 im Vergleich zu 952) ging zurück. Ohne direkten Verweis blieben Altenberge, Bockum-Hövel und, wie schon eine Spielzeit zuvor, der VfL Senden .

Die Ordnungsgelder sanken von 1950 Euro auf 1270 Euro. Alleine 1200 Euro entfielen auf die Ahndung von Innenraumverweisen. Ahaus, Bockum-Hövel, die SG Borken, Dorsten-Hardt, der SV Herbern, Nottuln und Senden mussten keinen Cent Strafe zahlen.

Regeländerungen

Im Hinblick auf die am 11. August beginnende Saison 2019/20 informierte Gerhard Rühlow die Vereine darüber, dass ab sofort Nachverlegungen um maximal vier Tage möglich sind. Voraussetzung ist, dass sich beide Vereine und der Staffelleiter einigen. Tritt eine Elf am letzten Spieltag nicht an, startet diese mit einem Minus von drei Punkten in die folgende Saison.

Torsten Werner, Mitglied im Verbands-Schiedsrichterausschuss, informierte hernach über einige Neuerungen. So müssen Spieler – wie bei der Frauen-WM gesehen – bei einer Auswechslung das Feld auf dem kürzesten Weg verlassen. So solle das Zeitspiel, gerade in der Schlussphase, verhindert werden. Ab sofort darf der Unparteiische auch Offiziellen auf der Bank Karten zeigen. Werde der Name der betreffenden Person nicht gesagt, „sieht stattdessen der Trainer Rot.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6802258?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F192%2F
Die Frau an der Spitze der Schützenbruderschaften
Seit Jahresbeginn ist Gisela Sonnabend (Mitte) Landesbezirksbundesmeisterin.
Nachrichten-Ticker