Fußball: Westfalenliga
Jens Niehues von GW Nottuln sammelt Spielerdaten

Nottuln -

Die Westfalenliga-Fußballer von GW Nottuln greifen zu neuen Methoden: Im Training und in den Spielen trugen die Kicker zuletzt Fitness-Tracker, die Trainer Jens Niehues viele interessante Daten liefern.

Mittwoch, 07.08.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 07.08.2019, 08:14 Uhr
Da ist das Ding: Oliver Leifken zeigte vor dem Westfalenpokalspiel gegen die DJK Eintracht Coesfeld-VBRS den Tracker, den er sich wenig später mit einem Gurt umlegte.
Da ist das Ding: Oliver Leifken zeigte vor dem Westfalenpokalspiel gegen die DJK Eintracht Coesfeld-VBRS den Tracker, den er sich wenig später mit einem Gurt umlegte. Foto: Johannes Oetz

Oliver Leifken ist jedenfalls schon mal schwer begeistert. „Das Ding motiviert mich, weil ich an viele Informationen über meine Leistung komme. Das gibt mir die Möglichkeit, mich individuell zu verbessern“, erklärte der Stürmer des Fußball-Westfalenligisten Grün-Weiß Nottuln am Rande des Westfalenpokalspiels am vergangenen Sonntag bei der DJK Eintracht Coesfeld-VBRS. „Das Ding“ ist ein kleines GPS-Gerät zur Erfassung der exakten Leistungen jedes einzelnen Spielers.

„Ich kenne dieses System schon seit einiger Zeit und wollte es immer einmal ausprobieren. Jetzt fand ich die Zeit gekommen und habe es direkt in unsere Vorbereitung mit eingebaut“, berichtete Nottulns neuer Trainer Jens Niehues , der als Software-Entwickler und B-Lizenz-Trainer mit den gewonnenen Daten umzugehen weiß. „Wir haben uns eine ganze Team-Box geliehen, damit alle Jungs das mal ausprobieren können. Wenn es das zu meiner aktiven Zeit gegeben hätte, hätte ich das auf jeden Fall ausprobiert. Wir befinden uns hier an der Überleitung zur Professionalität“, sagte Jens Niehues, der die vielen Informationen zur Trainingssteuerung nutzt.

„Ich kann etwa sehen, wie viele Sprints ein Spieler angezogen hat. Ich sehe auch, wie schnell er dabei war und kann später genau sagen, wo er sich zum Zeitpunkt des Sprints auf dem Platz aufgehalten hat. Natürlich werden auch die zurückgelegte Strecke insgesamt aufgezeichnet, die Höchstgeschwindigkeit, die Tempowechsel und vieles mehr. Meine subjektiven Eindrücke kann ich jetzt mit den objektiven Leistungsdaten vergleichen und die Entwicklung meiner Mannschaft analysieren“, berichtet der 36-Jährige weiter.

Beim 2:2 im Vorbereitungsspiel gegen den SuS Stadtlohn beispielsweise sei aus den Daten eindeutig zu erkennen gewesen, dass „wir das Zentrum viel zu selten geschlossen bekommen haben. Das war beim 2:0-Sieg gegen Ahaus dann schon viel besser“.

Und dann rückte der Coach ein paar Zahlen raus. „Bisher belegt Fabian Schöne bei der Höchstgeschwindigkeit Platz eins. Er rannte einmal 34,1 km/h.“ Aber auch Jan Ahrens (33,6 km/h) und Christian Warnat (32,8 km/h) waren ziemlich flott auf den Beinen.

Auf die meisten Kilometer in einem Spiel kam bisher Mittelfeld-Spieler Jens Böckmann. „Das war beim 4:0-Sieg im Kreispokalspiel in Darup. Jens ist 11,9 Kilometer gelaufen“, so Jens Niehues, der lachend hinzufügte: „Ob das aber in einem Spiel, in dem wir 80 Prozent Ballbesitz hatten, wirklich nötig war, kann ich nicht genau sagen. Ich vermute eher, dass einige Wege auch umsonst waren.“

Spieler Oliver Leifken jedenfalls will auch in Zukunft auf die Zahlen setzen. „Ich finde das echt interessant.“ Und, hat der Trainer schon einmal etwas zu den gewonnenen Informationen gesagt? Oliver Leifken: „Ja. Er sagte, dass wir genug sprinten würden. Jetzt müssten wir nur noch die richtigen Sprints machen . . .“

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