Fußball: U 19-Nationalmannschaft
Sophia Kleinherne: „Unglaublich schöne Entwicklung“

Telgte -

Als eine von vier deutschen Spielerinnen wurde Sophia Kleinherne ins All Star Team der U 19-Europameisterschaft in Schottland gewählt. Im Interview spricht die Telgterin über das Turnier, über die A-Nationalmannschaft und über den Frauenfußball in Frankfurt.

Mittwoch, 07.08.2019, 17:04 Uhr aktualisiert: 07.08.2019, 17:15 Uhr
Sie hatten Spaß: Sophia Kleinherne (r.) und Anna Aehling, ihre Zimmerkollegin bei der U 19-Europameisterschaft in Schottland.
Sie hatten Spaß: Sophia Kleinherne (r.) und Anna Aehling, ihre Zimmerkollegin bei der U 19-Europameisterschaft in Schottland. Foto: DFB/David Horwarth

Als eine von vier deutschen Spielerinnen wurde Sophia Kleinherne ins All Star Team der U 19-Europameisterschaft in Schottland gewählt. Eine Bestätigung für die überragenden Leistungen der 19-jährigen Telgterin während der kontinentalen Titelkämpfe, bei denen die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes dem Nachwuchs aus Frankreich im Finale mit 1:2 unterlag. „Ich hätte mich über den EM-Titel mehr gefreut“, stellt die versierte Innenverteidigerin klar, die auch über glänzende Perspektiven in Richtung A-Nationalmannschaft verfügt. WN-Mitarbeiter Karl-Heinz Kock hat mit Kleinherne gesprochen.

Welches sind Ihre bleibenden Eindrücke von der U 19-EM in Schottland?

Kleinherne: Bis auf das Finale sind es nur positive. Aber selbst im Finale haben wir unsere Spielidee umsetzen können. Wir haben ein mega gutes Turnier gespielt. Auf und neben dem Platz hatten wir eine überragende Mannschaft.

Ziehen Sie doch bitte mal einen Vergleich zu den anderen vier großen EMs und WMs, an denen Sie schon teilgenommen haben.

Kleinherne: Der größte Unterschied war, dass ich diesmal eine komplett andere Rolle innehatte. Sonst war ich ja immer das Küken in der Mannschaft, diesmal war ich aus dem Altjahrgang, konnte vorweggehen und meine Erfahrungen gut einbringen. Ich habe mich über die neue Aufgabe als Spielführerin gefreut.

Welche Chancen sehen Sie für die U 20-Weltmeisterschaft 2020 in Südkorea, wenn Lena Oberdorf, Klara Bühl und Sjoeke Nüsken vielleicht wieder mit dabei sind?

Kleinherne: Ich weiß gar nicht, ob die Spielerinnen, die diesmal gefehlt haben, dabei entscheidend sind. Wir würden gerne den eingeschlagenen Weg weitergehen. Die Enttäuschung über die Niederlage im EM-Endspiel 2019 ist für uns zusätzliche Motivation für die WM 2020.

Hat die Bundestrainerin der A-Nationalmannschaft, Martina Voss-Tecklenburg, schon Kontakt zu Ihnen aufgenommen? Ist die nächste Europameisterschaft 2021 in England ein realistisches Ziel für Sie?

Kleinherne: Ich stand für das Wintertrainingslager der A-Nationalmannschaft im Januar schon einmal auf Abruf bereit. Das ist eine Bestätigung für mich, dass man auf der Liste steht. Ich bin mir aber bewusst, dass es nur wenige direkt in die A-Nationalmannschaft schaffen. Da mache ich mir keinen Stress. Mein Fokus richtet sich jetzt erst einmal auf die U-Mannschaften.

Hätten Sie es vor einem halben Jahrzehnt für möglich gehalten, dass Sie fünf Jahre später 49 Länderspiele für Deutschland gemacht haben?

Kleinherne: Nein, ehrlich gesagt nicht. Ich habe mich immer über den nächsten Schritt gefreut. Es war eine unglaublich schöne Entwicklung. Internationale Erfahrung sammeln zu dürfen und andere Spielstile kennenzulernen, war ein Riesenschritt.

Ihr Verein, der 1. FFC Frankfurt, setzt auf viele Talente. Wie lange wird es noch dauern, bis der Club wieder den Sprung in die Bundesliga-Spitze schafft?

Kleinherne: Wir haben eine sehr junge Mannschaft. Der Trainer vertraut den jungen Spielerinnen. Man merkt, Frankfurt blickt in die Zukunft, und durch die Fusion mit der Eintracht werden mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Unser Ziel ist es, immer ein Stückchen höher zu klettern.

Sind Sie schon zum Fan der Frankfurter Eintracht geworden, mit der Ihr Verein nächstes Jahr fusioniert? Haben Sie viele Spiele der Eintracht gesehen?

Kleinherne: Ich wohne in einem Internat direkt neben dem Stadion der Eintracht. In der vergangenen Saison habe ich vielleicht sechs Spiele der Frankfurter gesehen, aber keine Europapokal-Spiele.

Sie machen gerade in Frankfurt Ihr Abitur. Was wird danach kommen?

Kleinherne: Ich habe mein Abitur auf der Karl-von-Wallenberg-Schule auf zwei Jahre gestreckt. Das bedeutet, ich habe in diesem und im nächsten Schuljahr jeweils sechs Abi-Fächer. Bei 21 bis 22 Wochenstunden bleibt mehr Zeit für das Training und alles drum herum.

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