Fußball: Vater und Sohn
Heiko Camps: Ein Name – zwei Torwartlegenden

Telgte -

Heiko – diesen Rufnamen trug Heinrich Camps ebenso wie sein Sohn Manfred Camps. Beide waren als Torhüter eine regionale Legende in ihrer Zeit. Heiko Camps senior spielte bei Preußen Münster, Heiko Camps junior unter anderem in Telgte, Warendorf und Sassenberg.

Samstag, 17.08.2019, 06:00 Uhr
Der Fußball prägt das Leben von Manfred „Heiko“ Camps. Von der Kreisliga bis zur Verbandsliga war er für jede Mannschaft eine sichere Bank.
Der Fußball prägt das Leben von Manfred „Heiko“ Camps. Von der Kreisliga bis zur Verbandsliga war er für jede Mannschaft eine sichere Bank. Foto: Bernd Pohlkamp

Die Torhüter Lew Jaschin, Toni Turek, Hans Tilkowski, Sepp Maier und Oliver Kahn waren über sechs Jahrzehnte lang Idole und Vorbilder. Im Fußballkreis Münster gibt es einen Namen, hinter dem sich gleich zwei Torwartlegenden verbergen: Rufname Heiko, Nachname Camps. Die WN haben mit Camps junior aus Telgte Alben mit über 1000 Zeitungsausschnitten und Fotos sowie Souvenirs durchstöbert. Sie zeugen von der Geschichte einer Torwartfamilie, die vor über 70 Jahren ihren Anfang nahm.

Im Kreis Warendorf zählte zwischen 1964 und 1986 Manfred „Heiko“ Camps zu den begehrtesten Keepern. Zunächst glänzte in den 50er Jahren sein Vater Heinrich „Heiko“. Eine feste Größe war er beim SC Preußen Münster , als dieser 1952 als Tabellendritter der Oberliga West im Preußenstadion gegen den Tabellenführer 1. FC Köln spielte. In der kleinen Stadionillustrierten vom 14. Dezember 1952 wurde Heiko Camps senior als „eine der wichtigsten Figuren“ der Preußen bezeichnet. Von ihm hat Sohn Manfred nicht nur den Spitznamen „Heiko“ geerbt, sondern wohl auch das Talent bekommen.

Der heute 73-jährige Manfred Camps erhielt den Rufnamen seines Vaters, Heiko, noch während seiner Jugendzeit beim SC Münster 08. Sein großes Vorbild: Heinrich Stuhlfauth vom 1. FC Nürnberg. Im einzigen Bundesligajahr der Preußen 1963/64 spielte Heiko Camps junior bei den SCP-Amateuren. Von 1964 bis 1969 war er Schlussmann des ESV Münster. Es folgten Stationen bei GW Gelmer und SV Teutonia Münster. Von 1972 bis 1976 erlebte der Torwart bei der Warendorfer SU in der Verbandsliga den Höhepunkt seiner Fußball-Laufbahn.

Zwischen 1977 und 1980 stand Heiko Camps im Tor des VfL Sassenberg. Danach wechselte er für zwei Jahre zu Germania Mauritz, und die letzten drei Jahre seiner Karriere trug er beim Landesligisten SG Telgte das Trikot mit der Nummer 1. Unter Trainer Fritz Kinateder rief er all sein Können und seine Erfahrung ab.

In Telgte wurde er mit seiner Familie schließlich sesshaft, schloss sich den Alten Herren der SG an und hält sich heute auf dem Tennisplatz fit. Heiko Camps junior stand bei acht Vereinen im Tor und bestritt über 850 Partien. Mit Freundschaftsspielen dürften es auch an die 1000 gewesen sein. Seine Vereinswechsel habe er immer per Handschlag vollzogen, erklärt Camps. Er sei immer Stammtorwart gewesen, habe stets die Nummer 1 getragen, sei nie verletzt gewesen und habe zahlreiche Elfmeter gehalten. Er sah sich als mitspielender Torwart, immer in Bewegung, unheimlich stark auf der Linie. Einmal traf er sogar ins Schwarze, per Elfmeter für den VfL Sassenberg.

Er war einer der von Stürmern gefürchtetsten Torhüter im Kreis Warendorf – und das mit nur 1,78 Meter Körpergröße. Auch von seinen schönsten Erinnerungen finden sich Spuren in der privaten Sammlung. Es waren die drei in einem Spiel gehaltenen Elfmeter und die Freundschaftspartien mit der Warendorfer SU gegen Fortuna Düsseldorf und gegen den FC Schalke 04. Die Schalker hatten gerade Max Merkel als Trainer verpflichtet, und dessen Sprüche fielen auch Torwart Camps auf, der immerhin eine Halbzeit lang das WSU-Tor sauber hielt.

Camps feiert im kommenden Jahr Goldene Hochzeit. Die Familie habe mitgespielt, dafür sei er dankbar. Auch viele Freunde habe er gewonnen, zum ESV Münster kehrte er mehrfach zurück. „Die Kameradschaft war dort so schön und hat bis heute gehalten,“ freut sich die Torwartlegende aus dem Kreis.

Als er ein altes Trikot der SG Telgte mit der Nummer 1 und seine Fußballschuhe zeigt, erzählt Camps, dass seine Söhne auch Fußball spielten. Auch „Michi“ stand viele Jahre im Tor. Wenn Manfred „Heiko“ Camps Geburtstag hat, rufen ihn ehemalige Mannschaftskameraden an oder schauen vorbei. Beim Durchblättern und Betrachten seines Archivs werden dabei so manche Erinnerungen wach.

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