Fußball: Oberliga Westfalen
RW Ahlen bezwingt Westfalia Rhynern nach Offensivspektakel und Zitterpartie

Ahlen -

Ist ja noch mal gut gegangen. Rot-Weiß Ahlen hat gegen Westfalia Rhynern die bisher eindeutig stärkste erste Hälfte der noch jungen Saison gespielt, hatte den Gegner eine Stunde lang komplett im Griff und musste sich am Ende doch noch zum Sieg zittern. Ein perfektes Beispiel für die alte Herberger-Weisheit.

Sonntag, 25.08.2019, 18:02 Uhr aktualisiert: 25.08.2019, 19:14 Uhr
Torschütze Nummer eins: René Lindner (l.) leitete mit einem wuchtigen Kopfball zum 1:0 den späteren Sieg Rot-Weiß Ahlens über Westfalia Rhynern ein.
Torschütze Nummer eins: René Lindner (l.) leitete mit einem wuchtigen Kopfball zum 1:0 den späteren Sieg Rot-Weiß Ahlens über Westfalia Rhynern ein. Foto: Michael Bieckmann

„Ein Spiel dauert 90 Minuten“, hatte der mal gesagt. Im Falle dieses schlussendlich noch ziemlich spannenden Oberliga-Derbys waren es sogar 94, 95 Minuten. Dann aber durfte die Britscho-Elf endlich jubeln. 2:1 (2:0) gewonnen. Den zweiten Sieg im dritten Spiel eingefahren und endlich, endlich bewiesen, dass auch die Offensive für mächtig Druck im Kessel sorgen kann, wenn die Zeit reif ist. Das war sie gegen Rhynern offenbar. Die Ahlener spielten jedenfalls bis zur Pause fast schon entfesselt nach vorne und waren durch klasse Treffer von René Lindner und Timon Schmitz verdient mit 2:0 in Führung gegangen.

Aber wie immer, wenn man nicht endgültig den Deckel drauf macht - und genau das hatten die eigentlich hochüberlegenen Hausherren vergessen - kann die Partie durch eine einzige Aktion kippen. Die kam für die Westfalia in der 73. Minute, als eine scheinbar schon geklärte Ecke Leon Müsse vor die Füße fiel. Der fand aus rund 20 Metern die Lücke durch gestaffelte Beine und traf ins kurze Eck zum 2:1-Anschluss. Danach wurde die Partie noch einmal heiß. Doch es blieb bei dem knappen Ergebnis.

Torschütze Nummer zwei: Timon Schmitz (r.) schlenzte sehenswert zum 2:0.

Torschütze Nummer zwei: Timon Schmitz (r.) schlenzte sehenswert zum 2:0. Foto: Michael Bieckmann

Britsch lobt (nicht alles), Kaminski kritisiert (nicht alles)

„Ein ruhiges 3:0 wäre mir lieber gewesen“, sagte RWA-Coach Christian Britscho schmunzelnd. „Am Ende nehme ich auch gerne dieses 2:1, das noch umkämpft war.“ Der Ahlener Trainer hatte 60 Minuten lang ein „gutes Spiel“ seiner Elf gesehen, gestand seinem Gegenüber aber die besseren letzten 30 Minuten zu. Rhynerns Michael Kaminski hatte die Partie zuvor ziemlich ähnlich bewertet, monierte zudem eine „katastrophale erste Hälfte“ seiner Mannschaft. „Das war nicht oberligatauglich.“

Von den Ahlenern dagegen schon. Deren Offensivspiel - in den bisherigen zwei Partien noch das Manko – hatte diesmal gleich von Beginn an eine andere Qualität. Die Britscho-Elf eroberte sich mit starkem und frühem Pressing Bälle und brachte die schnell nach vorne. Die erste ordentliche Gelegenheit hatte Eney Güney denn auch gleich in der ersten Minute, als er an der Grundlinie den Ball eroberte, einen Haken nach innen schlug und Alexander Hahnemann am kurzen Pfosten prüfte.

In den Minuten danach kam der Druck dann vor allem über die gegenüberliegende linke Seite in Person von Mike Pihl, der zwei, drei Mal bis in den gefährlichen Bereich vordrang, aber noch keine Abnehmer fand bzw. verzog. Rhynern kam in dieser Phase kaum aus der eigenen Hälfte heraus.

René Lindner besorgt den Türöffner per Kopfball

So schien das erste Ahlener Tor früh in der Luft zu liegen. Hätte es bereits in der 13. Minute geklappt, wäre das von Pascal Schmidt ein echtes Zuckerding gewesen, denn Schmidt verwertete eine von der Mittellinie lang nach vorne geschlagene Flanke per Drehschuss und zwang Hahnemann zu einer Ecke. Die brachte dann tatsächlich das schon verdiente 1:0 ein. Wiederum Schmidt schlug nämlich auf den kurzen Pfosten und von hinten rauschte Kapitän Rene Lindner heran, der ebenso wuchtig wie humorlos zur Führung einnickte.

Fußball-Oberliga: Rot-Weiß Ahlen - Westfalia Rhynern

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Feines Füßchen von Schmitz bringt das 2:0

Das kam bei den hohen Temperaturen gerade recht, um in der nächsten Viertelstunde einen Gang runterzuschalten. Ein Fernschuss von Enes Güney blieb bis zur 30. Minute die einzige weitere Aktion. Das 2:0 fiel also einigermaßen überraschend, war dafür aber technisch umso feiner. Timon Schmitz dribbelte sich durch die Rhynerner Abwehr, legte kurz auf Luca Steinfeldt ab, der gleich wieder zurückgab. Und Schmitz vollendete dann mit einem gezwirbelten Schuss ins lange, obere Eck. Wie gesagt: Ein ganz feines Ding.

Westfalia lange komplett abgemeldet

Und Rhynern? Hatte nach 34 Minuten tatsächlich den ersten Versuch aufs gegnerische Tor. Lennard Kleines Schuss von der Strafraumgrenze brachte Bernd Schipmann aber nicht wirklich in Bedrängnis. Stattdessen hätte es noch vor der Pause durchaus 3:0 stehen können: Schmidt fand außen Pihl, der steckte weiter zu Luca Steinfeldt - und schwupps stand die komplette Hintermannschaft der Gäste düpiert da. Nur scheiterte Steinfeldt aus nächster Nähe am Westfalia-Keeper, und deshalb blieb es zur Pause beim 2:0. Nichtsdestotrotz: Es war die bisher beste Ahlener Hälfte von Rot-Weiß Ahlen in der noch jungen Saison.

Gäste wechseln drei Mal zur Pause

Das wird man bei den Rhynernern nicht sagen können, weshalb Westfalia-Coach Michael Kaminski zur Pause wohl auch gleich drei Mal wechselte: Für Marvin Joswig, Christopher Stöhr und Akhim Seber kamen Leon Müsse, Finn Köhler und Sezer Toy. An der Ahlener Überlegenheit änderte das zunächst: exakt gar nichts. Zwar legten die Rot-Weißen zu Beginn von Hälfte zwei nicht gleich wieder so los, hatten aber durch Sven Höveler (59.) und Pascal Schmidt (61.) gute Möglichkeiten und zudem die einzigen. Die Westfalia war weiterhin komplett abgemeldet.

Ab Minute 60 wird die Westfalia besser

Doch das änderte sich, je länger die Partie dauerte. „Vielleicht hat uns hinten raus etwas die Kraft gefehlt“, mutmaßte Schmidt. Und auch Torschütze Timon Schmitz monierte: „Wir haben uns in der zweiten Hälfte immer weiter zurückdrängen lassen. Das hätte nicht passieren dürfen. Als die den Anschlusstreffer erzielt haben, hatten sie natürlich den psychologischen Vorteil.“

Zum Glück für die Ahlener blieb es bei dem Ergebnis. Zehn Minuten vor Ende hatten sie noch einmal ganz tief durchatmen müssen. Denn nach einem Freistoß aus dem Halbfeld scheiterte Yasin Acar aus drei Metern an RWA-Keeper Bernd Schipmann. Der hatte eine Glanzparade ausgepackt und damit zwei Punkte gesichert.

Über die durften sich die Gastgeber dann auch ehrlich und herzlich freuen, trotz Zitterpartie am Ende. „Es ist schon gut, zu sehen, dass wir überhaupt zu so einer ersten Hälfte in der Lage sind“, fand Pascal Schmidt. Recht hatte er. Denn mit mehr solcher Phasen kann die Saison so schlecht nicht werden.

Statistik

RWA: Schipmann - Eickhoff, Lindner, Höveler, Schurig - Cieslak (77. Kaldewey), Schmitz - Güney (69. Mai), Schmidt (92. Nieddu), Pihl - Steinfeldt (83. Berger).

Westfalia Rhynern (blau): Hahnemann - Wiese, Malcherek, Polk, Joswig (46. Toy) - Stöhr (46. Müsse), Bulut (61. Baydemir) - Jan Kleine, Lennard Kleine, Seber (46. Köhler) - Acar

Zuschauer: 494

Gelbe: Lennard Kleine, Höveler

Schiedsrichter: Jörn Schäfer

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