Fußball: Kreispokal
So cool ist der Kreispokal

Greven -

Auch im Pokal lassen sich die Fußballer des SC Greven 09 nicht beirren. Nachdem der heimische Bezirksligist bereits den Titelverteidiger aus Herbern aus dem Rennen geworfen hatte, siegte die von Uli Peppenhorst betreute Mannschaft nun mit 4:3 gegen den VfL Senden und hat so den Einzug in die nächste Runde des Kreispokals erreicht. Am Wochenende geht es nun zum SV Wilmsberg.

Mittwoch, 04.09.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 06.09.2019, 14:43 Uhr
Ein echtes Spektakel war das Pokalspiel des SC Greven 09 gegen den Landesligisten VfL Senden. Am Ende erreichte der heimische Bezirksligist die nächste Runde.
Ein echtes Spektakel war das Pokalspiel des SC Greven 09 gegen den Landesligisten VfL Senden. Am Ende erreichte der heimische Bezirksligist die nächste Runde. Foto: Stefan Bamberg

Die Fenster in der altehrwürdigen Schöneflieth sind nicht ganz schalldicht. So können neugierige Küchen-Psychologen bei Uli Peppenhorst Mäuschen spielen. Und vernehmen, dass der Übungsleiter vorsorglich mal lieber an den Ernst der Lage erinnert. Der Pokal, bitteschön, sei keine Kirmes-Veranstaltung. Knappe zwei Stunden später lässt sich feststellen, dass seine Schützlinge bestens zugehört haben. 4:3 – Greven 09 kegelt nach Titelverteidiger SV Herbern mit dem VfL Senden auch den zweiten Landesligisten raus: „Affengeil“, frohlockt Peppenhorst, „wir freuen uns auf alles, was bald noch kommt.“ Kreispokal ist doch nicht nur deshalb cool, weil er auch Krombacher-Cup heißt.

Also dann, wie der Westfale zu sagen pflegt: O‘zapft is! Der Favorit eröffnet, scheucht die gegenüber Sonntag auf sechs Positionen veränderten 09er durchs eigene Stadion, hat die ersten Chancen (4./6./9.) – und verstolpert dann im Mittelfeld plötzlich einen Ball. Die 09-Offensive schwärmt aus, und Vargin Der veredelt diesen Konter zur Grevener Führung (17.). Die Gäste haben in der Liga einen Zombie-Start hingelegt und auch der Pokalwettbewerb taugt nur sehr bedingt als Wellness-Programm: Hui, da rennt der VfL-Keeper raus wie Manuel Neuer – aber vielleicht ist das ja gar nicht Manuel Neuer. Erst verbummelt er die Murmel gegen Der, dann mäht er selbigen folkloristisch um, Schiri Thomas Kappek pfeift Elfer, Emre Kücükosman läuft an – und trifft, 2:0 (22.).

Dann aber andere Seite, direkter Gegenzug: Diesmal Steffen Herting mit eher grobschlächtigem Einsatz im Strafraum, wieder spielt Kappek „Elfer raus“, und wieder ist’s `ne klare Kiste: halbhoch verwandelt, nur noch 2:1 (24.) – die in respektabler Anzahl angereisten Auswärtsfahrer riechen Lunte. Und erleben jetzt zumindest kurz, dass ihr bevorzugter Landesligist endlich auch mal wie einer kickt. In der 29. Minute kombinieren sie blitzschnell, fünf Stationen, ein Querpass – der Ausgleich. Es ist ein Feuerwerk der Torraumszenen, es macht richtig Bock dabei zu sein – und es wird noch turbulenter: Als nämlich Dominic Wessels nach einer knappen Stunde die Reißfestigkeit eines gegnerischen Trikots prüft – „gut“, sagt Stiftung Warentest. „Rot“, sagt Kappek – aber war Wessels hier wirklich letzter Mann? Zum Glück erübrigen sich etwaige Diskussionen – weil nun, da Greven einer weniger ist, ein gewisser Bernd Lakenbrink einfach für zwei spielt: Ballgewinn Lakenbrink, Dribbling Lakenbrink, Pfund Lakenbrink – 3:2 (64.)! Und Lakenbrink macht sich noch mal auf die Reise (89.). Dreht noch einen Kringel. Und noch einen. Und Tor! Das 4:3 in der Nachspielzeit verdirbt Nullneun dann nicht mehr die Party.

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