Fußball: Regionalliga West
RW Oberhausen eine Nummer zu groß für die Sportfreunde Lotte

Lotte -

Routine und Robustheit schlägt unbekümmerte Jugend. Auf diesen Nenner könnte man das Punktspiel der Sportfreunde Lotte gegen RW Oberhausen bringen. So sehr sich die Hausherren auch bemühten, gegen die ausgebufften Gäste aus dem Ruhrpott hatte Lotte nicht wirklich eine Chance.

Samstag, 07.09.2019, 00:00 Uhr
Gianluca Przondziono (rechts), der hier Christian März abgrätscht, fand nach nervöser Startphase immer besser ins Spiel.
Gianluca Przondziono (rechts), der hier Christian März abgrätscht, fand nach nervöser Startphase immer besser ins Spiel. Foto: Frank Diederich

Sie haben sich bemüht und eigentlich auch nicht enttäuscht. Und doch wurde fast ein Klassenunterschied deutlich. Hatten die Sportfreunde Lotte in der ersten Halbzeit noch halbwegs mit RW Oberhausen mithalten können, waren die Gäste aus dem Ruhrgebiet nach dem Seitenwechsel klarer Herr im Ring. Dass es am Ende nur 2:0 für RWO hieß, hatte auch mit gleich mehreren Aluminium-Treffern der Gäste zu tun, die sicher nicht ihr ganzes Potenzial abgerufen haben, dennoch nie Gefahr liefen, dieses Spiel zu verlieren.

Die Sportfreunde begannen aufgrund von sechs Ausfällen in erwarteter Aufstellung mit dem 18-jährigen Keeper Jhonny Peitzmeier im Tor, den beiden 20-jährigen Innenverteidigern Tim Möller und Filip Lisnic sowie dem 19-jährigen Gianluca Przondziono im defensiven Mittelfeld. Alle vier hatten so ihre Startprobleme mit den ausgebufften Gästen, die gleich drin im Spielwaren. Abspielfehler im Aufbau und unkontrolliert lang geschlagene Bälle sorgten dafür, dass Lotte keine klare Linie fand. Das sah auch Przondziono so: „Man hat schon gesehen, dass uns Erfahrung fehlt und auch ein Stück weit die Harmonie fehlt. Tim Möller und Filip Lisnic haben in Wattenscheid ja erstmals zusammen in der Innenverteidigung gespielt. Da hat es gut geklappt, heute nicht so. Ich freue mich, dass ich immer mehr Spielanteile bekomme, und bemühe mich, etwas für das Vertrauen zurückzugeben.“

Aber d Sportfreunde kämpften sich ins Spiel. Nach und nach legten sie die Nervosität ab. Insbesondere Przondziono kam nach einigen groben Schnitzern zu Beginn immer besser zurecht. So verzeichneten die Hausherren auch die erste gute Chance des Spiels. Nach einer guten halben Stunde zog Lisnic aus gut 25 Metern ab. Der Ball tischte noch auf den nassen Rasen auf, so dass RWO-Schlussmann Daniel Davari große Mühe hatte, den Ball zu Ecke zu klären.

Ganz auszuschalten war die starke RWO-Offensive aber nicht, auch wenn Giuseppe Pisano wegen einer Zerrung passen musste. So waren die Gäste der Führung letztlich näher als Lotte. In der 35. Minute traf Cihan Özkara nach einem Konter nur die Latte, drei Minuten später verpasste Nico Klaß per Kopf das SFL-Gehäuse nur um Zentimeter. Dennoch, insgesamt haben sich die Sportfreunde mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren sehr gut gegen die für Regionalligaverhältnisse hochkarätig besetzte Oberhausener Mannschaft aus der Affäre gezogen.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Aluminium-Festival. Bereits in der 47. Minute zog der ehemalige Osnabrücker Maik Odenthal aus über 30 Metern ab, weil Peitzmeier zu weit vor seinem Kasten stand. Der Ball knallte aber an den Pfosten, ehe der Lotter Keeper ihn zur Ecke lenkte. Auf der anderen Seite traf Alexander Langlitz per Fernschuss die Latte, ehe wiederum nur eine Minute später Peitzmeier einen Schuss von Bastian März ans Gestänge und dann zur Ecke lenkte. Die brachte Odenthal auf den Kopf von Jannik Löhden, der zu Jerome Propheter weiterleitete, der dann ebenfalls den Pfosten traf.

Hatte die Lotter Elf bis dahin das Glück auf ihrer Seite gehabt, war es in der 63. Minute vorbei mit der Herrlichkeit. Nach einem Gegenangriff stand Shaibou Oubeyapwa in der Mitte völlig frei und köpfte zum zu dem Zeitpunkt verdienten 1:0 für die Gäste ein. Fünf Minuten später erhöhte Christian März nach Vorlage von Philipp Eggersglüß. Um ein Haar hätte Oubeyawpa in der 72. Minute das 3:0 nachgelegt. Keine Frage, die Sportfreunde waren mit ihrem Latein am Ende, der Sieg für RW Oberhausen verdient.

SF Lotte: Peitzmeier - Langlitz, Möller, Lisnic, Gmeiner - Brauer (61. Jagupov), Przondziono (81. Mbouhom) - Sobotta (77. Reimerink), Yilmaz, Lindner (81. Engel) - Freiberger.

RW Oberhausen: Davari - Eggersglüß (86. Popovic), Propheter, Löhden, Herzensbruch - Klaas, Müller (72Twumasi) - Oubeyapwa (83. Steinmetz), März, Odenthal (77. Stenzel) - Özkara.

Tore : 0:1 Oubeyapwa (63.), 0:2 Eggersglüß (68.). - Schiedsrichter: Tobias Severins (26, Gütersloh). - Gelbe Karten : Herzenbruch. - Zuschauer : 1192.

Nächstes SFL-Spiel: Mittwoch, 19 Uhr, beim Delbrücker SC im Westfalenpokal, Samstag, 21. September (14 Uhr Sportpark am Autobahnkreuz) gegen SV Lippstadt. In einer Woche hat Lotte spielfrei.

Trainerstimmen:

Mike Terranova (RW Oberhausen): „Wir haben ein gutes Regionalligaspiel gesehen. Wir wussten, das wir über unsere Außen zu Tormöglichkeiten gekommen. Das haben wir immer wieder versucht. Das hat in der ersten Halbzeit nicht geklappt, dafür hinter umso besser. Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Nach der Niederlage gegen RW Essen haben wir eine gute Reaktion gezeigt.“

Ismail Atalan (SF Lotte): „Bis zum 0:1 war es ausgeglichen. Es waren zwei Mannschaften, die gut aufeinander eingestellt waren. Die Jungs haben am Maximum gespielt, man kann ihnen keinen Vorwurf machen. Man muss ihnen Fehler zugestehen. Dennoch, nach dem 0:1 haben wir keine Drucksituationen mehr erzeugt. Die letzten 20 Minuten waren nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Aber wenn man dieser Truppe Zeit gibt, wird sie auch wieder Spiele gewinnen. Wir müssen einfach weiter hart arbeiten. Das tun wir.“

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