Fußball: Bezirksliga
Es geht weiter beim 1. FC Gievenbeck II – Stand jetzt

Münster -

Die Stimmung ist am Boden, die Fragezeichen türmen sich auf. Wie geht es weiter beim 1. FC Gievenbeck II? 33 Gegentreffer in fünf Partien, 16 davon zuletzt in Burgsteinfurt. Eine Abmeldung ist noch nicht vorgesehen. Doch auch diesen Schritt schließen die Verantwortlichen nicht aus.

Samstag, 14.09.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 15.09.2019, 13:34 Uhr
Matthias Bensmann (r.) und seine Kollegen aus dem neuen FCG-Kader haben aktuell keine angenehmen Wochen.
Matthias Bensmann (r.) und seine Kollegen aus dem neuen FCG-Kader haben aktuell keine angenehmen Wochen. Foto: fotoideen.com

Es sind keine Alarmglocken, die da läuten, auch das Totenglöckchen ist beim 1. FC Gievenbeck noch nicht zu hören – und schon gar nicht die Posaunen von Jericho (St. Michael). Vielmehr tönt noch leise, aber deutlich vernehmbar, eine Melodie in Moll. Nach dem 0:11 der zweiten Mannschaft bei Germania Hauenhorst, dem 2:5 gegen den SV Wilmsberg, dem 0:16 beim SV Burgsteinfurt sowie dem damit sieglosen Saisonauftakt bei 3:36 Toren macht sich der Club so seine Gedanken. Nein, nicht wie, sondern ob es mit dem Bezirksliga-Team weitergeht.

Am Montag nach der bittersten aller Schlappen saßen die Verantwortlichen aus Vorstand, Mannschaft und Trainer bereits zusammen. „Klar, dass man die Situation bespricht“, sagt Christian Wielers . „Aber klar ist auch, dass man keine Entscheidung trifft nach einer Sitzung. Wir können doch nicht innerhalb von drei Wochen alles ändern, was wir vorher ganz anders geplant hatten“, so der Abteilungsleiter. Stand jetzt „geht es weiter“, betont Wielers ganz vorsichtig, denn: „Es ist natürlich hart für alle.“

Und der Sportliche Leiter Carsten Becker betont: „Auch wenn’s gegen den VfL Wolbeck erneut einen Tusch gibt, werden wir kurzfristig nicht anders handeln.“ Soll heißen: Die zweite Mannschaft spielt weiter. Noch. „Wenn wir Ende Oktober immer noch punktlos oder gar desolat dastehen, werden wir entscheiden. Wir schicken die Jungs ja nicht aussichtslos in die Schlacht“, sagt Becker.

Der Verein hatte andere Vorstellungen als die, die nun eingetreten sind. Die neu formierte und von Becker „mit ganz viel Herzblut“ (Wielers) zusammengestellte Reserve sollte mit der ersten Mannschaft eng verzahnt werden. Als Auffangbecken oder Personalreservoir, je nach Bedarf. Nun schlagen die Personalsorgen der Westfalenliga-Truppe knallhart beim zudem anscheinend überforderten Kader der Zweiten auf. Das Ergebnis: Die ist nach fünf Spieltagen punktlos.

„Wenn es nur nach den Ergebnissen geht, hätten wir anders reagieren müssen“, sagt Wielers. Und ja, „es ist klar, dass sich die nächsten Gegner freuen, wenn sie jetzt gegen uns spielen müssen.“

Für Wielers und seine Mitstreiter geht es in den Überlegungen, ob die Mannschaft weiter im Spielbetrieb zu halten sei, aber eben nicht nur um Resultate. „Es geht um die Menschen, die da spielen und sich engagieren – und nicht um die Außendarstellung.“ Deswegen werde es keine „Schnellschüsse“ geben ungeachtet der Einsicht, dass „wir uns in einer unfassbar schwierigen Situation befinden“.

Hinzu kommt, dass der FCG in der Vergangenheit sportlich positive Akzente setzte: Aufstieg der Ersten in die Oberliga (dem allerdings der Abstieg folgte), während sich die Zweite in der Bezirksliga einen guten Namen machte. „Wir sind jetzt von der Wirklichkeit überholt worden“, schildert Wielers. „Es lief alles überragend, alles hat funktioniert.“

Zurzeit ist es anders herum. Die Westfalenliga-Mannschaft krebst mit nur einem Sieg auf dem fünftletzten Platz herum, an eine Stärkung der Zweiten ist gar nicht zu denken. Ist die in der Lage, weiter zu spielen? „Wir ticken nicht rum. Wir haben eine gute Bodenhaftung“, sagt Wielers (noch). Gleichwohl: „Die extremen Ausschläge nach unten tun weh und lassen einen auch schlecht schlafen.“

Die Hoffnung, dass sich bei Entspannung der Personalsituation schlagartig etwas zum Guten ändert, besteht laut Wielers nicht: „Wir sprechen nicht darüber, dass in drei oder vier Wochen die Spieler, die zurückkommen, den Bock umstoßen.“ Ebenso wenig mache es Sinn, direkt nach dem 0:16 Szenarien durchzuspielen, die eine Abmeldung zur Folge hätten. Wielers flüchtet sich einerseits noch in „Respekt“ vor Trainer Michael Füstmann und dessen Arbeit, andererseits betont er: „Es gibt nichts schönzureden, es gibt wohl keine gute Lösung.“ Becker sagt auf die Frage, ob die Zweite abgemeldet werden könnte: „Ja, aber besser nicht. Wir haben eine schwere Zeit.“ Es ist nicht auszuschließen, dass die bald abgelaufen ist. Nicht ganz ohne Begleitmusik.

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