Fußball: 2. Bundesliga
VfL kämpft bis zuletzt, aber vergeblich um den Sieg: 1:1 im Nordderby gegen St. Pauli

Osnabrück -

Ein packendes und rassiges Nordderby fand keinen Sieger - doch 14500 Osnabrücker feierten den VfL Osnabrück nach dem 1:1 gegen den FC St. Pauli erst recht: Die Mannschaft von Daniel Thioune verdiente sich den Punkt gegen den Hamburger Derbysieger mit einer willensstarken, mutigen Leistung.

Sonntag, 22.09.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 28.09.2019, 10:10 Uhr
Osnabrücks Etienne Amenyido (l) tritt Youba Diarra (r) von St. Pauli bei einem versuchten Fallrückzieher an den Kopf. Für die Aktion sah Amenyido die gelbe Karte.
Osnabrücks Etienne Amenyido (l) tritt Youba Diarra (r) von St. Pauli bei einem versuchten Fallrückzieher an den Kopf. Für die Aktion sah Amenyido die gelbe Karte. Foto: dpa

Die Führung durch einen herrlichen Freistoß von Kevin Wolze (13.) glich Ryo Miyaichi noch vor der Pause (22.).

Vier neue in der Startelf: Die größte Überraschung war die Nominierungvon Sebastian Klaas, der sich den ersten Startelf-Einsatz seit dem 12. Mai 2018 im Training hart erarbeitet und verdient hatte. Außerdem kam Bashkim Ajdini (für Felix Agu) zu seinem Startelf-Debüt, wieder dabei Etienne Amenyido und Benjamin Girth , erstmals seit dem zweiten Spieltag wieder erste Wahl. Kapitän Marc Heider (die Binde trug David Blacha), Anas und Bryan Henning mussten ihre Plätze im Vergleich zur Partie in Aue (0:1) räumen.

Der FC St. Pauli bot mit einer Ausnahme die Elf auf, die am vergangenen Montag das Derby gegen den Hamburger SV 2:0 gewonnen hatte: Für den im Abschlusstraining verletzten Conteh kam der Engländer Matthew Penney auf der linken Offensivposition zum Zug.

Die Startphase gehörte dem VfL, der von der ersten Minute an auf Touren war; vor allem dank der Ideen von Amenyido und Klaas, die Chancen vorbereiteten und selbst hatten: Klaas wurde bei einem Schuss (4.) abgeblockt, dann zwang Amenyido Torwar Himmelmann mit einem 18-Meter-Schuss zu einer Faustabwehr (5.).

St. Pauli kam kaum zum Luftholen und geriet folgerichtig in Rückstand: Aus halblinker Position, aus 18 Metern, setzte Kevin Wolze einen Freistoß in den rechten Winkel – der zweite Saisontreffer des Ex-Duisburgers brachte die Bremer Brücke nach 13 Minuten zum Beben.

Der VfL blieb zunächst am Drücker und verpasste das 2:0 bei einer Doppelchance (19.): Nach einem Pfostenschuss von Ajdini scheiterte Girth an Himmelmann. Der Sturmführer hatte später erneut einen Treffer auf dem Fuß, als er nach einem Kopfball von Taffertshofer am Pauli-Schlussmann scheiterte (37.)

Doch da stand es bereits 1:1, und die Partie hatte sich gedreht. Die Hamburger übernahmen die Kontrolle, setzten sich immer wieder mit sicherem Passspiel durch; Gefahr kam von beiden Flügeln, denn Miyaichi und Penney waren mit Tempo und Spielwitz Ausgangspunkte gefährlicher Szenen im VfL-Strafraum.

Typisch für diese Phase fielt der verdiente Ausgleich: Nach einem Angriff über links kam Miyaichi schneller als Wolze an die flache Hereingabe von Diamantakos, der Heyer hatte aussteigen lassen, und traf aus acht Metern mit einem direkten Linksschuss (22.).

Spielerisch knüpfte die zweite Halbzeit zwar nicht an die erste Hälfte an, was auch daran lag, dass beide Mannschaften jeden Zweikampf suchten und sich keinen Meter schenkten. Das Chancenplus lag auf seiten der weiter mutig angreifenden Osnabrücker, die sich allerdings manche Angriffschance selbst durch Fehler im Aufbau kaputt machten.

Girths raffinierter Heber nach einer Wolze-Ecke (48.) eröffnete die zweite Hälfte; danach bieb viel im Ansatz stecken.

Doch als Amenyido nach knapp einer Stunde eine Flanke von Alvarez am langen Eck verpasste, war die Kulisse wieder da und trieb den VfL immer wieder nach vorn – Richtung Ostkurve. Vor allem Amenyido setzte die Pauli-Abwehr immer wieder unter Druck und zwang den gleich nach seiner Einwechslung bereits verwarnten Diarra zu einem erneuten Foul (84.), das der gute Schiedsrichter Petersen zu Recht mit Gelb-Rot ahndete.

Da war bereits mächtig Derby-Hektik in einem intensiv geführten, zweikampfreichen Spiel. Die Osnabrücker Bank (Co-Trainer Polzin) bekam Gelb; insgesamt verteilte Petersen in den letzten 20 Minuten sieben Verwarnungen.

Unterm Strich stand ein gerechtes Remis, das der VfL sich mit hohem Aufwand verdiente. Am Freitag (18.30 Uhr) geht es zum sieglosen Mitaufsteiger SV Wehen Wiesbaden, nach dem Derby am Montag (7. Oktober, 20.30 Uhr) gegen Arminia Bielefeld folgt die nächste Länderspielpause.

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