Fußball: Tribünengespräch
1. FC Gievenbeck schöpft aus beiden Derbys neue Hoffnung

Münster -

Zwei Derbys, zweimal tiefes Durchatmen im Sportpark. Die erste Mannschaft des 1. FC Gievenbeck schlug Hiltrup, die zweite entlockte Borussia Münster ein 1:1. Zuvor steckten beide im Dauertief. Ein solches ist beim TuS noch nicht erreicht, der Blick geht sogar weiter nach oben. Trotz Platz elf.

Montag, 30.09.2019, 14:28 Uhr aktualisiert: 30.09.2019, 17:38 Uhr
Carsten Becker
Carsten Becker Foto: FCG

Eines ist klar: So leicht wie in dieser Saison war es in der Vergangenheit selten, um den Oberliga-Aufstieg mitzuspielen. Zumindest hat sich bisher noch kein Westfalenligist abgesetzt. Insofern ist es fast fahrlässig, wie der eigentlich hoch ambitionierte und gut besetzte TuS Hiltrup nach gutem Start immer mehr abreißen lässt. „Wir sind zurück auf dem Boden der Tatsachen“, so der Sportliche Leiter Raul Prieto . „Keiner darf sich ausruhen. Zwar sind es nur sechs Punkte und ein Spiel weniger als Spitzenreiter Borussia Emsdetten, doch das Ranking weist die Blau-Weißen nur noch auf Rang elf aus. Die 0:1-Pleite im Derby beim kriselnden 1. FC Gievenbeck war ein Tiefschlag. Doch Raul Prieto bleibt zuversichtlich: „Der Unterschied lag im Kämpferischen. Doch es gibt keinen Grund für schlechte Stimmung. Wir sind nicht weg von oben.“ Er weiß: Sonntag kommt der Tabellenführer zum Osttor.

Nur noch zwei Zähler weniger hat der FCG, der dem Lokalrivalen sogar als Zwölfter im Nacken sitzt. Für Sportchef Carsten Becker gab die Rückkehr zu fußballerischen Komponenten – gepaart mit Leidenschaft – den Ausschlag. „Beton anrühren, das geht nicht. Die Jungs sind keine Handwerker, die wissen ja gar nicht, welche Mischung sie nehmen müssen“, so der 47-Jährige, der Coach Benjamin Heeke dennoch attestierte, „genau an den richtigen Schrauben gedreht“ zu haben. Dass die Befreiung gerade im Derby klappte – zweitrangig. „Ein 1:0 gegen Fichte Bielefeld hätte auch drei Punkte gebracht.“

Noch überraschender war das 1:1 der U 23 gegen Borussia Münster, der allererste Punkt. Yannick Bauer, Coach des bis dato so starken Neulings, hatte direkt angemerkt, dass der Gegner diesmal wesentlich verstärkt auflief. „Ich kann ihn verstehen“, so Becker. „Aber genau dieses Modell hatten wir ja vorgesehen. Bisher ging es aus personellen Gründen nie.“ Fabian Gerick, Moritz Leisgang, aber auch Paul Bergmann und André Strothmann zählen eigentlich zum Kader der Ersten. Ihr Einsatz zahlte sich nun aus. „Aber auch die anderen haben es ja nicht verlernt. Wir haben gesehen, dass sie in der Lage sind, mitzuhalten.“ Eine Abmeldung ist aktuell kein Thema. Die nächsten drei Partien sind wegweisend für das Schlusslicht. Dann warten Telgte, Albachten und Laggenbeck, die auf den Plätzen 13, 14 und 15 stehen. Becker: „Die wollen wir einfangen.“

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