Fußball: 2. Bundesliga
Gelingt VfL Osnabrück nach 19 Jahren wieder ein Heimsieg gegen Bielefeld?

Osnabrück -

Das Stadion ist ausverkauft, das Flutlicht brennt. Beste Voraussetzungen für echte Derby-Atmosphäre. die dürfte sicherlich aufkommen, wenn am Montagabend der VfL Osnabrück auf Nachbar Arminia Bielefeld trifft. Nach 19 Jahren will der VfL dabei endlich wieder einen Derby-Heimsieg einfahren.

Sonntag, 06.10.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 07.10.2019, 13:26 Uhr
Wie beim letzten Montagsspiel gegen Darmstadt 98 wollen Etienne Amenyido und der VfL Osnabrück auch gegen Arminia Bielefeld groß auftrumpfen.
Wie beim letzten Montagsspiel gegen Darmstadt 98 wollen Etienne Amenyido und der VfL Osnabrück auch gegen Arminia Bielefeld groß auftrumpfen. Foto: Tobias Mönninghoff

Wann hat der VfL Osnabrück zum letzten Mal gegen Arminia Bielefeld ein Heimspiel in der 2. Bundesliga gewonnen? Die Statistiker werden für diese Frage nur ein müdes Lächeln übrig haben. VfL-Cheftrainer Daniel Thioune lächelt auch, aber nicht, weil er auf Anhieb die Antwort liefern kann, sondern weil ihn diese statistischen Spielereien kaum interessieren. Der Coach hat nur das Derby an diesem Montagabend (20.30 Uhr) im Fokus, und das mit einer klaren Ansage: „Das Stadion ist ausverkauft, das Flutlicht brennt. Wer da nicht bereit ist, über Grenzen zu gehen, der hat das falsche Trikot und die falsche Sportart gewählt.“

Etienne Amenyido spürt vor dem Heimspiel gegen die Ostwestfalen durchaus ein besonderes Kribbeln, schließlich kommt er aus Bünde, „das ist eher Arminia-Gebiet“. Im gleichen Atemzug stellt er aber klar, dass im Hause Amenyido keine besonderen Sympathien für die Kicker von der Alm gehegt würden. „Als kleines Kind war ich hin und wieder auf der Alm. Ich fand das Stadion zeimlich cool, weil es so groß ist. Aber in Arminia-Bettwäsche habe ich nicht geschlafen.“

Zurück zu Thioune. „Arminia ist aktuell die beste Zweitliga-Mannschaft“, sagt der 45-Jährige und erntet erst einmal fragende Blicke. „Das klingt ein wenig komisch, aber ich rechne Mannschaften wie Hannover, Stuttgart, Hamburg und Nürnberg raus, denn die sind für mich gefühlte Erstligisten.“ Dass der „aktuell beste Zweitligist“ ohne seinen gesperrten Top-Torjäger Fabian Klos auskommen muss, ist für den VfL-Trainer kein Grund, den Gegner anders einzuordnen. Arminia sei sehr breit aufgestellt, „unter Druck haben sie immer wieder Lösungen“.

Doch Thioune wäre nicht Thioune, wenn er nur auf den Gegner schauen würde. Er baut lieber auf die Qualitäten seiner eigenen Spieler – und natürlich setzt er auch auf die mitreißende Atmosphäre an der Bremer Brücke. Dabei ist für ihn unerheblich, dass die Stimmung wie schon beim Montagsspiel gegen Darmstadt in den ersten 45 Minuten auf Osnabrücker Seite etwas gedämpft sein dürfte. Die VfL-Ultras hatten gegen Montagsspiele den Stimmungsboykott angekündigt. Thioune: „Das Thema ist bekannt. Ich kann diese Haltung nachvollziehen. Sie stehen für die Werte ein, die sie vertreten.“

Blicken wir auf das VfL-Personal. Den endgültigen Kader will der Coach erst am Montagmittag nach dem Vormittagstraining benennen. Fest steht bereits, dass neben den Langzeitverletzten Mittelfeld-Allrounder Anas Ouahim wegen anhaltender Wadenprobleme erneut fehlen wird. Trotzdem hat Thioune die Qual der Wahl, schließlich stehen ihm wieder Lukas Gugganig, Adam Sušac und Sebastian Klaas zur Verfügung. Und auch Ulrich Taffertshofer zeigt als Ur-Bayer seine Nehmerqualitäten. Der Nasenbeinbruch, zugezogen in der vergangenen Woche in Wiesbaden, ist natürlich noch nicht ausgeheilt. Deswegen wird Taffertshofer mit Schutzmaske auflaufen.

Ach ja, bleibt noch die Antwort auf die eingangs gestellte Frage. Der letzte VfL-Heimsieg gegen Bielefeld in der 2. Bundesliga liegt schon rund 19 Jahre zurück. Am 15. Dezember 2000, es war ein Freitagabend, gewann der VfL mit 1:0. Schütze des goldenen Tores war nach rund 60 Minuten Wolfgang Schütte. Trainer des VfL war damals Jürgen Gelsdorf, die Arminia wurde von Benno Möhlmann gecoacht. Und Schiedsrichter des Spiels war Markus Schmidt aus Stuttgart. Der Schmidt, der auch heute Abend das Derby leitet. Aber das ist ja nur eine statistische Information.

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