Fußball: 2. Bundesliga
VfL Osnabrück verliert Derby gegen Arminia Bielefeld 0:1

Osnabrück -

Es war nicht unbedingt nötig, am Ende stand der VfL Osnabrück im Nachbarschaftsderby mit leeren Händen da. Mit 1:0 setzte sich Arminia Bielefeld durch und kletterte auf den dritten Tabellenplatz. Die Lila-Weißen hingegen blasen Trübsal.

Montag, 07.10.2019, 23:00 Uhr aktualisiert: 08.10.2019, 09:05 Uhr
Moritz Heyer (rechts) und der VfL Osnabrück unterlagen im Derby gegen Cebio Soukou und Arminia Bielefeld mit 0:1.
Moritz Heyer (rechts) und der VfL Osnabrück unterlagen im Derby gegen Cebio Soukou und Arminia Bielefeld mit 0:1. Foto: Tobias Mönninghoff

Spezielle Stimmung, hohes Tempo, anspruchsvolle Taktik: Das Montagsderby des VfL Osnabrück in der 2. Fußball-Bundesliga begeisterte 15800 Zuschauer über weite Strecken durchaus. Am Ende aber stand eine verdiente 0:1-Niederlage gegen Arminia Bielefeld und die Erkenntnis, dass der VfL nach dem vierten sieglosen Spiel in Serie im unteren Drittel der Tabelle angekommen ist.

Mit der Rückkehr von Junioren-Nationalspieler Felix Agu sowie des wiedergenesenen Lukas Gugganig in die Startelf rechneten alle an der ausverkauften Bremer Brücke bei den Lila-Weißen mit der Rückkehr zur Dreierkette. In Ballbesitz stimmte das – gegen den Ball war der Plan von VfL-Trainer Daniel Thioune aber anspruchsvoller: Spätestens, wenn sich Agu nach seinen offensiven Ausflügen auf rechts wieder hinten einreihte, machte sich nämlich Mortiz Heyer als nominell rechter Innenverteidiger auf ins Mittelfeld: Um den Ball zu jagen und mit Ulrich Taffertshofer die Kreise des unglaublich beweglichen Bielefelders Joan Edmundsson einzuengen.

Osnabrück kommt einfach zu Großchancen

Defensiv ging der Plan zunächst auf: Bielefeld kam vor der Pause nur zu einer großen Chance aus dem Spiel heraus. Begünstigt durch ein zu inkonsequentes Attackieren von Sebastian Klaas als dritter neuer Spieler in der Startelf im Vergleich zum 0:2 in Wiesbaden erhielt der flinke Jonathan Clauss den Platz, um durchzugehen und den Ball auf Cebiou Sokou zu legen, der den Ball am linken Pfosten des VfL-Tores vorbeidrückte (25.). Die Kopfbälle von Clauss und Andreas Voglsammer nach Ecken blieben dagegen ungefährlich – der große Zielspieler Fabian Klos fehlte der Arminia ja wegen einer Gelb-Rot-Sperre.

Und der VfL? So kompliziert er verteidigte, so einfach kam er zu seinen größten Chancen: Ein schnell ausgeführter Einwurf von Marc Heider fand Etienne Amenyido, der den Ball von links direkt vor das Bielefelder Tor legte. Dort verpasste Klaas zuerst, bevor er, vom mitgelaufenen Agu eingesetzt, per Drehschuss klas verzog (9.). Weitere Schussversuche von Klaas – wie der nach Kopfballverlängerung von Heider nach Phillip Kühns langem Ball – wurden abgeblockt.

Zu passiv vor dem Gegentreffer

War allerdings Geschwindigkeit und Ballqualität im Spiel durchs Zentrum gefragt, wurde es für den VfL an diesem Abend zu oft zu anspruchsvoll: Antritte des dribbelstarken Amenyido und Kombinationsansätze versandeten zu oft in technischen Fehlern. Exemplarisch dafür die Entstehung des 0:1, als Marc Heider nach einem von den Bielefeldern unfair gebremsten Amenyido-Dribbling den Ball am Arminia-Strafraum mit einer unsauberen Verarbeitung verlor. Den schnellen Abschlag von Arminia-Keeper Stefan Ortega nahm Clauss problemlos an, weil weder Joost van Aaken noch der komplett abschaltende Kevin Wolze zum Ball gingen – und einen Querpass später auf Voglsammer schlug es im VfL-Kasten ein (57.).

Bielefeld im Stile einer Spitzenmannschaft

Danach spielten die ballsicheren und in der Raumaufteilung reifen Ostwestalen im Stile einer Spitzenmannschaft die Partie herunter. Thioune versuchte alle, brachte Marcos Alvarez und zog Wolze auf die linke Offensivposition, aber der VfL kam nur noch nach einem weiteren Foul an Amenyido in die Nähe des Bielefelder Tores. Der fällige Freistoß von Marcos Alvarez wurde von der Mauer entscheidend abgelenkt.

Action gab es nur noch auf der Gegenseite: Voglsammers zweites Tor wurde wegen eines vorhergehenden Fouls von Soukou aberkannt, dann riss Amenyido den Bielefelder in der Nachspielzeit als letzter Mann um – und flog mit Rot vom Platz.

Nun hat der VfL nur noch drei Punkte Vorsprung vor dem Tabellenende und muss in zwölf Tagen in Hannover auch auf Ulrich Taffertshofer verzichten, der seine fünfte Gelbe Karte sah.

VfL Osnabrück: Kühn - Agu (87. Friesenbichler), Gugganig, van Aken (75. Ajdini), Wolze - Taffertshofer, Heyer, Blacha - Amenyido, Klaas (60. Alvarez) - Heider.

Arminia Bielefeld: Ortega - Brunner, Pieper, Nilsson, Harthez - Edmundsson (83. Staude), Prietl, Hartel (88. Salger) - Soukou, Voglsammer, Clauss (79. Schütz).

Tore: 0:1 Vogelsammer (57.). - Schiedsrichter : Markus Schmidt (46, Stuttgart). - Gelbe Karten : Taffertshofer - Edmundsson, Schütz. - Rote Karte: Amenyido (90.+3) Notbremse - Zuschauer: 15.800.

Trainerstimmen:

Uwe Neuhaus (Arminia Bielefeld): „Wir haben ein sehr interessantes Spiel gesehen, haben Osnabrück kräftig unter Druck gesetzt. Wir hatten einige Situationen, wo uns die Präzision fehlte. Aber es war für uns gegen eine gut organisierte Mannschaft sehr schwer. Auf der anderen Seite haben wir auch nicht viel zugelassen. Das Tor hat uns dann richtig gut getan. So konnten wir den Gegner ein wenig locken. Die Freiräume haben wir aber nicht genutzt. Aber wir haben unsere Aufgabe über 90 Minuten souverän erledigt.“

Daniel Thioune (VfL Osnabrück): „Der Sieg für Arminia Bielefeld ist sicherlich verdient. Wir sind frech ins Spiel gegangen, haben hoch gepresst. Das hat nicht funktioniert. Dann haben wir hinten umgestellt auf Viererkette. Da lief es besser. Aber wir haben uns nicht die ganz große Torchancen erspielt. Die eine, die wir hatten durch Sebastian Klaas, haben wir nicht genutzt. Im weiteren Verlauf haben wir uns zu viele Abspielfehler erlaubt. Dem Gegentreffer sind gleich mehrere Fehler von uns voraus gegangen. Danach hat uns der Gegner kaum noch etwas zugestanden. Wir haben keine Momente mehr für uns gefunden, haben nicht mehr wirklich Gefahr entwickelt. Ja, uns wurden durchaus Grenzen aufgezeigt, auch wenn wir es dem Gegner nicht leicht gemacht haben. Aber daraus können wir auch lernen.“

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