Fußball: Fairplay
Patrick Franke faires Vorbild

Seppenrade -

Mit Patrick Franke, Torhüter des SV Fortuna Seppenrade, ist zum dritten Mal in Folge ein hiesiger Spieler FLVW-Fairplay-Jahressieger geworden. Aber selbst der Kreis Ahaus/Coesfeld sei keine Insel der Seligen, mahnt der Kreisvorsitzende Willy Westphal.

Dienstag, 08.10.2019, 19:06 Uhr aktualisiert: 15.10.2019, 17:29 Uhr
Walburga Krebber (v.l.) Willy Westphal und Fortuna-Obmann Maximilian Kemmann gratulierten Jahresgewinner Patrick Franke (2.v.r.).
Walburga Krebber (v.l.) Willy Westphal und Fortuna-Obmann Maximilian Kemmann gratulierten Jahresgewinner Patrick Franke (2.v.r.). Foto: Bastian Becker

„Schiedsrichter ist ein Schweinejob. Es ist sehr schwierig, alles haargenau zu entscheiden“, meint Patrick Franke , Torhüter von Fußball-A-Ligist Fortuna Seppenrade . Weil Referees gerade in der Kreisliga nicht alles sehen können, kann es nicht schaden, wenn ihnen die Spieler helfen. Für sein Geständnis, dass der Ball im Spiel gegen die SG Coesfeld (1:2) die Linie beim Stand von 0:0 bereits überquert hatte, war Franke bereits im Januar als Monatssieger beim Fairplay-Preis des Verbandes (FLVW) ausgezeichnet worden. Nun erhielt er nach einem Online-Voting unter allen Gewinnern der abgelaufenen Saison vom Kreisvorsitzenden Willy Westphal (Ahaus/Coesfeld die Trophäe als Jahressieger.

Fairness hat nachgelassen

Damit verbunden sind ein Sportartikel-Gutschein über 150 Euro und eine Einladung zum Länderspiel zwischen Deutschland und Weißrussland Mitte November in Mönchengladbach, bei dem die DFB-Fairplay-Medaille verliehen wird. Westphal freute sich über Frankes vorbildliches Verhalten, mahnte in seiner Rede aber auch an, dass selbst im hiesigen Kreis, der zum dritten Mal in Folge den Jahressieger stellt, „die Fairness auf unseren Sportplätzen eindeutig nachgelassen hat“.

Körperliche und verbale Gewalt an den Sportplätzen hätten zugenommen. „Umso mehr freue ich mich, wenn auf unseren Plätzen die nachahmenswerten Aktionen eines fairen Sportlers wie Patrick Franke zeigen, dass es auch anders geht“, so Westphal. „Ich halte Fairplay für sehr, sehr wichtig“, betonte der Preisträger, „jeder sollte sich den Schuh anziehen. Das ist unser Hobby, es geht nicht um Millionen.“

Nach dem jüngsten Spiel in Coesfeld Ende September (3:3) hatten sich die SG-Verantwortlichen noch einmal explizit bei Franke bedankt (SG-Abteilungsleiter Heiner Eismann: „ein vorbildliches Verhalten“) und ihm als Aufmerksamkeit einen Korb mit Bier, Mettwürsten und Schokolade geschenkt. „Das war super nett von denen“, freute sich Franke, der bei der Gelegenheit gleich Werbung für die nächste Abstimmung machte. Ein Torhüter-Kollege hatte in der 89. Minute ähnlich gehandelt wie Franke vor einem Jahr.

„Das war eine tolle Aktion. Ich würde mir wünschen, dass dieses Verhalten auf alle transportiert wird“, meinte Seppenrades Trainer Mahmoud Abdul-Latif. Walburga Krebber, erste Vorsitzende von Fortuna, würdigte Franke, der auch als Jugendtrainer aktiv ist, als „Vorbild für den Nachwuchs“.

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