Fußball: Regionalliga West
Sportfreunde feiern 4:2-Sieg gegen U23 von Borussia Mönchengladbach

Lotte -

Damit war nicht zu rechnen. Doch nach verhaltener erster Halbzeit zeigten die Sportfreunde Lotte am Samstag gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach nach dem Seitenwechsel, zu welcher Leistung sie imstande sind. Am Ende feierten sie einen verdienten 4:2-Erfolg

Samstag, 12.10.2019, 00:00 Uhr
Lottes Timo Brauer (links) im Duell mit den Gladbachern Marcel Benger (Mitte) und Mamadou Doucouré.
Lottes Timo Brauer (links) im Duell mit den Gladbachern Marcel Benger (Mitte) und Mamadou Doucouré. Foto: Mrugalla

Die Sportfreunde Lotte haben die holprigen vergangenen Tage um die Insolvenz-Gerüchte gut verkraftet und erneut eine Spitzenmannschaft der Regionalliga schlecht aussehen lassen. Nach dem 1:1 in der Vorwoche beim SC Verl trumpften die Blau-Weißen am Samstag richtig groß auf und setzten sich gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach mit 4;:2 durch. Nach eher verhaltener erster Halbzeit kämpften sich die Hausherren immer mehr in die Partie und verdienten sich letztlich den Sieg durch die Treffer von Kevin Freiberger zum 1:1, Erhan Yilmaz zum 2:1, Marcel Sobotta und Timo Brauer zum 3:2.

„Es war ein schwieriges Spiel für uns“, meinte „Doppeltorschütze“ Kevin Freiberger, dem das Eigentor zum 0:1 unterlaufen war. „Das Tor kurz vor der Halbzeit war richtig doof. Gott seit Dank habe ich das Ding mit meinem Treffer zum 1:1 wieder gerade gerückt. Aber wir mussten heute viele Meter gehen. Die erste Halbzeit war nicht so gut, die zweite umso besser. Und letztlich war das Ergebnis ja auch ok.“

SF Lotte bezwingt Mönchengladbach U23 mit 4:2

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Die Sportfreunde begannen mit vier Änderungen gegenüber der Startelf in Verl. Für die angeschlagenen Jaroslaw Lindner, Leon Demaj und Alexander Langlitz sowie Besfort Kolgeci (U21 Kosovo) spielten Jules Reimerink, Gianluca Przondziono, Konstantin Engel und Tim Wendel. Nach einem bösen ungeahndeten Foul gegen Reimerink kam für den Niederländer in der zwölften Minute bereits das Aus. Er musste Platz machen für Kevin Freiberger. Diese Attacke wie viele weitere beurteilte der insgesamt schwache Referee Timo Gansloweit aus Dortmund falsch. Obendrein zeigte er auch Trainer Ismail Atalan die gelbe Karte.

Aufgrund der Änderungen kehrten die Sportfreunde zurück zum 4-3-3-System. Aber sie hatten in dieser Zusammenstellung so ihre Probleme. Gegen die spielstarken und auf offensives Pressing setzenden Gäste, die mit Mamadou Doucouré aus dem Bundesliga-Team loslegten, kam Lotte kaum ins Aufbauspiel. Zudem fanden viele Anspiele in die Spitze keine Abnehmer. Von einem Schuss von Engel aus der zweiten Reihe, den Gladbachs Keeper Jan Olschwosky aus dem Winkel fischte (12.), und einem platzierten Freistoß von Erhan Yilmaz (36.) abgesehen, verzeichneten die Hausherren keine Einschussmöglichkeiten.

Warteten die Sportfreunde am Samstag eher mit biederer Fußballkost auf, ließen die Borussen spielerisches Geschick erkennen und sorgten mit schnell und direkt gespielten Angriffen immer wieder für Gefahr. Markus Pazurek (24.), Marcel Benger per Kopf (30.) und Makridis, der nur die Latte traf, hätten das 1:0 für die Gäste erzielen können. Das hätten in der 44. Minute eigentlich Justin Steinkötter, Thomas Kraus und Makridis mit einer Dreier-Chance binnen zehn Sekunden besorgen müssen. Bei jedem Schuss aus kurzer Distanz war aber ein Lotter Bein dazwischen. Das die Sportfreunde am Samstag nicht vom Glück verfolgt sind, zeigte sich dann in der 45. Minute. Nach einer Ecke verpasste ein am kurzen Pfosten stehender Gladbacher den Ball. Der prallte an den Kopf von Freiberger und dann ins eigene Netz. 0:1 – Halbzeitpfiff. Aufgrund der Spielanteile ging die Pausenführung für die Fohlen aber in Ordnung.

Direkt nach dem Seitenwechsel stand Freiberger erneut im Mittelpunkt, denn er traf zum zweiten Mal. Diesmal ins richtige Tor. Nach einer Ecke und einem abgewehrten Kopfball von Tim Möller drückte er den Abpraller aus kurzer Distanz per Kopf über die Linie.

Fortan wurden die Hausherren mutiger. Zwar mussten sie noch eine Schrecksekunde überstehen, als in der 58. Minute Steinkötter völlig frei vor Eiban auftauchte und kläglich vergab, dann ließ auch Lotte spielerische Klasse erkennen – und ging in Führung. Nach einem Bilderbuchangriff über Wendel, Sobotta und Brauer passte letzterer zu Yilmaz, der aus zehn Metern zum 2:1 einnetzte (60.).

Dann ging es Schlag auf Schlag. Nur acht Minuten nach der Führung trat Marcel Benger zum Freistoß aus halbrechter Position an und nutzte einen kapitalen Stellungsfehler von Eiban. 2:2. Im direkten Gegenzug bekam die Borussen-Abwehr den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Marcel Sobotta reagierte am schnellsten. Lotte war wieder vorn. Und die Hausherren legten nach. Nach einem Vorstoß in den Strafraum kam Freiberger zu Fall. Eine Attacke, die nicht jeder Schiedsrichter geahndet hätte, Gansloweit zeigte auf den Punkt. Diese Chance ließ sich Timo Brauer nicht entgehen und verwandelte zum 4:2. Das war´s. „Wir haben einige Zeit gebraucht, ehe wir im Spiel waren. Dann haben wir es aber sehr selbstbewusst gelöst“, fasste Brauer zusammen.

SF Lotte: Eiban - Emgel, Möller, Lisnoc, Gmeiner - Przondziono (81. Demaj), Brauer, Wendel (90.+1) Jagupov) - Sobotta, Yilmaz (66. Langlitz), Reimerink (12. Freiberger).

Borussia Mönchengladbach U23 : Olschowsky - Hoffmann, Doucouré (63. Holtschoppen), Lieder, Pazurek - Cirilli (84. Dreßen), Benger, Herzog - Steinkötter (70. Theoharous), Th. Kraus, Makridis.

Tore : 0:1 Freiberger (45. Eigentor), 1:1 Freiberger (49.), 2:1 Yilmaz (60.), 2:2 Benger (68.), 3:2 Sobotta (69.), 4:2 Brauer (82. Foulelfmeter). - Schiedsrichter : Timo Gansloweit (Dortmund). - Gelbe Karten : Wendel, Yilmaz, Atalan, Demaj - Theoharous. - Zuschauer : 1043.

Trainerstimmen:

Arie van Lent (Borussia Mönchengladbach U23): „Lotte hat sich in der zweiten Halbzeit reingekämpft. Aufgrund der ersten Halbzeit hätte es nur einen Sieger geben dürfen. Da haben wir es versäumt, Tore zu machen. Direkt nach dem Seitenwechsel kassieren wir die Tore. Da waren wir selbst Schuld. Für uns ist es schade, es war mehr drin. Wir ärgern uns. Aber Lotte hat sich richtig gut reingekämpft. Dann kommt ein Elfmeter hinzu, der keiner war.“

Ismail Atalan (SF Lotte): „In der ersten Halbzeit haben wir kaum Gegenwehr geleistet. Wir wollten hoch verteidigen, das ist uns nicht gelungen gegen die flüssigen Aktionen der Gladbacher. In der Halbzeit haben wir umgestellt und haben dann mehr Zugriff gefunden. Über Mentalität und Herz haben wir deutlich mehr investiert. Wir haben in drei Heimspielen zehn Tore geschossen, davon vier gegen Gladbach. Damit kann man zufrieden sein. Wir sind zufrieden, gewonnen zu haben gegen einen verdammt starken Gegner.“

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