Fußball: 2. Bundesliga
Philipp Kühn hält den Punkt fest: VfL Osnabrück spielt 0:0 in Hannover

Hannover -

Der VfL Osnabrück hat im Niedersachsenderby bei Hannover 96 einen Punkt geholt. Beim 0:0 am Sonntagnachmittag verhinderte Torhüter Philipp Kühn gleich mehrfach eine Niederlage. Der VfL blieb damit zwar im fünften Spiel in Folge ohne Sieg.

Sonntag, 20.10.2019, 20:06 Uhr
Hannovers Edgar Prib (links) und Josip Elez (rechts) und Osnabrücks Marc Heider kämpfen um den Ball. Am Ende trennten sich beide Seiten 0:0.
Hannovers Edgar Prib (links) und Josip Elez (rechts) und Osnabrücks Marc Heider kämpfen um den Ball. Am Ende trennten sich beide Seiten 0:0. Foto: dpa

Während es für die Mannschaft von Hannover 96 von den Fans zumindest vereinzelt Pfiffe gab, feierten etwa 5500 mitgereiste Osnabrücker den VfL für den verdienten Punktgewinn im Niedersachsenderby, das es zuletzt vor knapp 19 Jahren in einem Pflichtspiel gegeben hatte.

Kevin Friesenbichler gab sein Debüt in der Startelf der Lila-Weißen - und das in vorderster Spitze. Der VfL agierte im 4-2-3-1-System. Vor Philipp Kühn , der den weiterhin verletzten Nils Körber im Tor vertrat, agierten Bashkim Ajdini, Jost van Aken, Lukas Gugganig und Felix Agu in der Abwehr. David Blacha bekam Moritz Heyer im Zentrum an die Seite gestellt. Ulrich Taffertshofer war wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt. Davor agierten Marc Heider, Anas Ouahim, der seine Wadenprobleme überstanden hat, Kevin Wolze und Friesenbichler. Wolze, der bislang achtmal als Linksverteidiger aufgelaufen war, nahm erstmals eine offensivere Position ein. Thioune wollte gegen die schnellen Außenbahnspieler von Hannover den flinken Agu auf der linken Seite aufbieten, ohne auf die offensiven Qualitäten von Osnabrücks bisher besten Scorer zu verzichten.

Und der fühlte sich vorne zumindest zu Beginn der Partie sichtlich wohl. Wolze tauchte bereits nach zwei Minuten zum ersten Mal im Strafraum auf. Nach einem Einwurf kam er an den Ball, verfehlte das Tor aber knapp.Hannover 96 hatte seine erste Chance in der 8. Minute als Cedric Teuchert am Strafraum halblinks abzog. Kühn lenkte den Ball allerdings zur Ecke. Zehn Minuten später brachte Ajdini eine Flanke in dern Strafraum, kein Osnabrücker war aber in der Mitte zugegen, um sie zu verwerten. Der VfL wurde wieder etwas mutiger, nachdem Hannover zuvor weitgehend Kontrolle über Ball und Spiel hatte.

In der 23. Minute tankte sich Friesenbichler durch die 96-Abwehr, ließ an der Strafraumgrenze seinen Marcel Franke aussteigen und zog ab. Den Schuss entschärfte allerdings Hannovers Torhüter Ron-Robert Zieler. In der 26. Minute wurde es brenzlig für die Osnabrücker. Erst parierte Kühn, der erneut ein sicherer Rückhalt war, stark mit dem linken Fuß einen Schuss von Teuchert aus kurzer Distanz, danach setzte Hendrik Weydant einen Kopfball an den rechten Pfosten. Vor allem Teuchert war ein ständiger Unruheherd.

Danach aber wurde der VfL mutiger. Hannover musste zudem früh umstellen, Jannes Horn (37. Minute) musste verletzt vom Feld, Florent Muslija kam für den linken Verteidiger in die Partie, dessen Position auf links nahm Edgar Prib ein. Und auf dieser Seite kam der VfL auch kurz darauf gut durch. Ajdini spielte den Ball in die Mitte zu Heider, der gab ihn wieder raus auf die rechte Seite zu Blacha. An dessen Flanke kam Heyer nur knapp nicht heran. Kurz vor der Pause hatte der VfL zwei Ecken. Erst klärte Franke vor Heyer, dann nutze Hannover die Möglichkeit zum Konter. Teucherts Zuspiel auf Muslija ist allerdings zu ungenau, um diesen gefährlich abzuschließen. Die letzte Möglichkeit der ersten Halbzeit hatte Ouahim. Der VfL-Profi zog aus 18 Metern einfach mal ab, der Schuss ging aber über das Tor.

In der zweiten Halbzeit wurde es plötzlich ruppiger und hitziger. Vor allem der junge Agu musste einiges einstecken. Heider zog auf der rechten Seite für den VfL ab. Doch die bessere Chance hatten die Gastgeber. Weyandt (57.) setzte einen Kopfball nur knapp über das Tor.

Nach einem Foul an Agu ließ Schiedsrchter Badstübner Vorteil gelten, Ouahims Schuss klärte Zieler zur Ecke. Kurz darauf wurde der Offensivmann des VfL ausgewechselt, Marcos Álvarez kam in die Partie. Das Spiel ging munter weiter. Hannovers Teuchert bekam im Strafraum am linken Pfosten den Ball, nur knapp ging sein Schuss daneben. 37600 Zuschauer - darunter etwa 5500 Osnabrücker - sahen ein packendes Zweitligaspiel, in dem Hannover zwar deutlich mehr Ballbesitz hatte (72 Prozent bis zur 75. Minute), der VfL aber immer wieder offensive Nadelstiche setzte.

Beinahe hätte Waldemar Anton aber den entscheidenden Stich gesetzt. In der 87. Minute kam er gegen Gugganig im Strafraum zum Kopfball und setzte diesen nur knapp am Tor vorbei. Wenige Sekunden später zeigte Kühn, an diesem Tag der beste Osnabrücker auf dem Platz, erneut bei einem Schuss von Teuchert eine starke Parade, in der Nachspielzeit warf er sich noch einmal ins Getümmel und rettet dem VfL so den verdienten Punkt.

Die Statistik:

Hannover 96: 1 Zieler – 4 Korb, 28 Franke, 2 Elez, 21 Horn (37. 35 Muslija) – 18 Stendera, 31 Anton, 7 Prib – 33 Teuchert, 10 Haraguchi (71. 17 Ducksch) – 26 Weydandt (80. 19 Hansson).

VfL Osnabrück: 22 Kühn – 7 Ajdini, 13 van Aken, 4 Gugganig, 27 Agu – 23 Blacha, 6 Heyer – 20 Heider, 10 Ouahim (64. 9 Álvarez), 19 Wolze (88. 11 Granatowski) – 28 Friesenbichler (90. 25 Köhler).

Tore: Fehlanzeige – Gelb: 49. Haraguchi, 64. Korb/53. Gugganig, 85. Friesenbichler.

Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)

Zuschauer: 37600, davon rund 5500 VfL-Fans.

Nächste Liga-Spiele: Am Sonntag (27. Oktober, 13.30 Uhr) gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth; am Freitag (1. November, 18.30 Uhr) bei Jahn Regensburg.

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