Fußball: Frauen-Landesliga
Sandkühler lobt Fortuna Gronaus „Sahnehäubchen“

Gronau -

Das nächste Spiel ist bekanntlich immer das schwerste. Doch das sieht Trainer Karl-Heinz Sandkühler etwas anders. Obwohl Fortuna Gronaus Fußballerinnen am Sonntag (13 Uhr) den Tabellenführer der Landesliga erwarten.

Freitag, 25.10.2019, 11:00 Uhr
Fortuna Gronaus Trainer Karl-Heinz Sandkühler applaudiert und sagt: „Es steckt noch eine Menge Potenzial in der Mannschaft.“ Am Sonntag geht es an der Laubstiege gegen Spitzenreiter Borussia Emsdetten. Hier am Ball: Maryam Elmas.
Fortuna Gronaus Trainer Karl-Heinz Sandkühler applaudiert und sagt: „Es steckt noch eine Menge Potenzial in der Mannschaft.“ Am Sonntag geht es an der Laubstiege gegen Spitzenreiter Borussia Emsdetten. Hier am Ball: Maryam Elmas. Foto: Angelika Hoof

Wie Sandkühler , der im Sommer an der Laubstiege sein Engagement begann, die Entwicklung seiner Mannschaft sieht, wo noch Potenzial schlummert und was nicht bis Weihnachten passieren sollte – das verriet er nun im Gespräch mit den WN.

Ihr habt am Wochenende im neunten Match zum fünften Mal schon unentschieden gespielt. Was überwiegt denn jetzt aus deiner Sicht: Licht, oder doch eher Schatten?

Karl-Heinz Sandkühler: Ich finde, momentan trifft es die Statistik ganz gut. Das Ganze hält sich nämlich die Waage. Sicherlich tut das eine oder andere Unentschieden, wie zuletzt das 1:1 in Brochterbeck, schon ein bisschen weh. Auf der anderen Seite sollten wir nicht vergessen, dass wir nach einem 1:3 gegen Grün-Weiß Nottuln noch ein 3:3 und damit einen Zähler erkämpft haben, den uns sicher niemand mehr zugetraut hatte.

Drei eigene Tore in einem Spiel waren bisher die absolute Ausnahme. Mit neun Treffern stellt ihr die zweitschwächste Offensive der Landesliga . Wo drückt der Schuh?

Sandkühler: Ich finde das noch nicht dramatisch, weil ich das Potenzial kenne. In unserem 4-2-3-1 steht Neuzugang Alina Kötter meist alleine auf weiter Flur. Sie braucht noch weiter Zeit zur Eingewöhnung, zumal sie unter der Woche in Köln weilt. Dort hat sie mittlerweile einen Verein gefunden, sodass sie mittwochs trainieren kann.

Wo schlummern noch versteckte Reserven?

Sandkühler: Eine unserer Außenstürmerinnen ist neben Melanie Rolletschek Jule Strohmeyer. Sie macht ihre Sache richtig gut, auch wenn hier oder da mal ein Ball in aussichtsreicher Position noch verspringt. Das sind dann die Momente, in denen ich mich zwingen muss, mich leise zu ärgern. Jule hat gerade eben erst ihren 18. Geburtstag gefeiert. Der Sprung von der U17 in die Landesliga ist gewaltig.

In der Defensive musst du dich seltener ärgern. 16 Gegentore bis hierher sind ein ordentlicher Wert, oder?

Sandkühler: Ich finde schon. In meinen bisher zehn Jahren als Trainer im Frauenfußballbereich habe ich noch nie eine so starke Innenverteidigung gehabt. Was Julia Tönjann und Ann-Christine Klose hinten alles abräumen, ist bemerkenswert. Das Duo ist unser Sahnehäubchen. Zuletzt in Brochterbeck war das wieder zu beobachten, als Julia die Topstürmerin des BSV derart in die Mangel genommen hat, bis diese irgendwann entnervt ausgewechselt wurde. Unser Problem ist eher ein anderes.

Nämlich welches?

Sandkühler: Wir kassieren zu viele Tore über die Außen. Doch auch das ist zu erklären, ähnlich wie im offensiven Bereich. Maryam Elmas kommt aus der Zweiten, hätte da am liebsten auch gespielt. Aber ich finde, sie kann das. Ein Lernprozess gehört dazu. Unterforderung wäre viel schlimmer. Also ist Maryam ein weiterer Diamant in dieser jungen Mannschaft, der geschliffen werden muss.

Bis zum Wochenende wird das kaum gelingen. Der Spitzenreiter Borussia Emsdetten gastiert dann an der Laubstiege.

Sandkühler: Das ist doch prima. Denn das wird eine unserer leichtesten Aufgaben. Wir haben gegen Emsdetten nicht wirklich etwas zu verlieren, aber ich sehe durchaus Chancen, gegen die Borussia etwas Zählbares mitzunehmen. Warum nicht? Der Tabellenführer mag die etwas abgezockteren Mädels in seinen Reihen haben, hat allerdings schon drei Mal verloren und 14 Gegentore kassiert. Kämpferisch können wir sowieso mit jedem Team mithalten. Wir müssen nur eben von der ersten Minute an auch voll konzentriert sein.

Unabhängig von dieser Partie: Wo soll die Reise bis zur Winterpause hingehen?

Sandkühler: Zumindest nicht auf einen Abstiegsplatz. In Brochterbeck haben wir nach dem späten 1:1 einen kleinen Sprung nach oben verpasst. Ich hoffe, dass wir den bis zur Winterpause nachholen, um dann irgendwo zwischen Rang acht und zehn schön Weihnachten feiern zu können.

Was steht auf deinem Wunschzettel?

Sandkühler: Ich bin da ganz bescheiden (lacht). Solange es mir so großen Spaß mit dieser Mannschaft macht und ich mich jedes Mal richtig freue, wenn ich zum Training nach Gronau fahre. Der Zusammenhalt im Team ist phänomenal. Auch die Zusammenarbeit mit dem Vorstand funktioniert reibungslos. Es steckt noch eine Menge Potenzial in der Mannschaft. Anders formuliert: Ich kann mir durchaus vorstellen, hier in Gronau längerfristig sesshaft zu werden.

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