Fußball: 2. Bundesliga
VfL Osnabrück seit 437 Minuten torlos: Hinten sturmfest, vorne Flaute – 0:0

Osnabrück -

Beste Abwehr, schwächster Sturm: Die zugespitze Zwischenbilanz des VfL Osnabrück nach einem Saisondrittel trägt kuriose Züge. Die Zahlen – kein Team kassierte so wenig Tore (9), kein Team schoss weniger Tore (10) – wurden beim 0:0 gegen die Spvg. Greuther Fürth anschaulich.

Sonntag, 27.10.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 27.10.2019, 20:38 Uhr
Anas Ouahim (rechts) und der VfL Osnabrück mussten sich gegen Greuther Fürth mit einem 0:0 zufrieden geben.
Anas Ouahim (rechts) und der VfL Osnabrück mussten sich gegen Greuther Fürth mit einem 0:0 zufrieden geben. Foto: Tobias Mönninghoff

Der VfL legte von Nummer 1 bis 11 eine starke Defensivleistung hin, schaffte es aber nicht, aus ein paar klaren Chancen und einigen Möglichkeiten ein Tor zu erzielen.

Und das wäre nicht einmal unverdient gewesen, denn der VfL hatte nach unsicherem Beginn eine starke Phase. Anas Ouahim (15., nach Flanke von Kevin Wolze) verfehlte ebenso knapp wie Marc Heider (25., Vorarbeit David Blacha), bevor bei einer spektakulären Doppelchance erst Bashkim Ajdini an Sascha Burchert scheiterte und dann Heider im Nachschuss knapp verzog (27.).

So schmeichelte das 0:0 zur Pause eher den Fürthern, die dennoch haderten: Der Videobeweis verhinderte einen Handelfmeter und ein Tor für die Gäste. In beiden Fällen lag Schiedsrichter Sven Waschitzki (Essen) nach Rücksprache mit Video-Assistent Sören Storks in Köln richtig: Das Handspiel von Gugganig nach einem Duell mit Branimir Hrgota (13.) war nicht regelwidrig; allerdings ergab sich aus dem verlorenen Zweikampf des Österreichers eine Chance für den gefährlichen Hrgota, die der erneut starke Philipp Kühn entschärfte.

Korrekt dann auch die Entscheidung von Waschitzki kurz vor der Pause: Der Kopfballtreffer von Hrgota – ermöglicht durch einen Stellungsfehler von Gugganig – war durch ein Foul von Sebastian Ernst an Joost van Aken eingeleitet worden; auf Hinweis aus Köln schaute sich der Referee die Szene auf dem Bildschirm am Spielfeldrand an und nahm den Treffer zurück (42.).

Nach der Pause blieb das temperamentvolle, durchaus ansehnliche Spiel spannend, weil beide Mannschaften auf Sieg gingen. Der VfL zeigte weiter gute Ansätze, doch zu oft kam der letzte Pass nicht oder der letzten Aktion fehlten Entschlossenheit und Cleverness. So wurde nichts aus dem besten Konter über Heider und Ouahim (62.), Gugganigs Kopfball war zu unplatziert (66.), und dem 28-Meter-Freistoß von Alvarez fehlte die Präzision (52.). Bezeichnend, dass dann auch der eigentlich ballsichere Bryan Henning in der Nachspielzeit eine weitere aussichtsreiche Offensivaktion frei stehend im Strafraum nicht vergoldete, weil ihm der Ball versprang.

Auf der anderen Seite musste die VfL-Abwehr weier Konzentration und Zweikampfbereitschaft auf Höchststand halten, um die routiniert, aber nicht immer zielstrebig kombinierenden Fürther zu kontrollieren. Dabei zeichnete sich während der gesamten 90 Minuten Moritz Heyer aus; der diesmal zumeist aus dem Zentrum der Dreierkette heraus agierende 24-Jährige überzeugt mit Konsequenz, Klarheit und Übersicht, auch im Aufbau. In seiner ersten Zweitligasaison hat der ehemalige Jugendspieler des VfL, der nach Stationen in Lotte und beim Halleschen FC im Sommer zu den Lila-Weißen zurückgekehrt ist, noch keine Minute verpasst.

Die ballsicheren Fürther wurden nicht mehr so druckvoll wie in den ersten zwanzig Minuten, hatten aber durch Maximilian Wittek noch eine Chance – wieder klärte Kühn (76.).

„Da war mehr drin für uns“, sagte Trainer Thioune, der in seiner Analyse gelassen blieb: „Wir ernähren uns mühsam, aber wir ernähren uns. Zwölf Punkte sind mehr als elf...“ Erstmals hatte er das Sturmzentrum mit zwei Spitzen – Heider und Álvarez in seinem vierten Startelfeinsatz – besetzt. Dem Angriffsdruck tat das gut, „aber ein Tor ist auch nicht gefallen, aber wir kommen den Einschlägen näher“, seufzte der ehemalige Stürmer, der genau weiß, worauf es jetzt ankommt: „Wir werden mit unseren Offensivkräften Geduld haben. Sie müssen beharrlich bleiben, dann werden auch wieder Tore fallen.“ Und es gibt ja einen kleinen Trost, wie Thioune weiß: „Wir haben die beste Abwehr, das heißt schon was.“

VfL Osnabrück : Kühn – Gugganig, Heyer, van Aken (71. Schmidt) – Ajdini, Wolze – Taffertshofer, Blacha – Ouahim (86. Henning) – Heider, Álvarez (79. Girth).

Spvg. Greuther Fürth: Burchert – Meyerhöfer, Caligiuri, Mavraj, Wittek – Green, Seguin, Ernst (78. Mohr) – Nielsen – Hrgota, Keita-Ruel (80. Redondo).

Tore: Fehlanazeige. - Schiedsrichter: Sven Waschitzki (Essen). - Gelbe Karten: Ouahim (2. Verwarnung), van Aken (2.), Schmidt (1.), Blacha (2.) - Caligiuri, Mohr, Green. - Zuschauer: 13386.

Nächstes VfL-Spiel: Am Freitag (1. November, 18.30 Uhr) bei Jahn Regensburg; am Samstag (9. November, 13 Uhr) gegen den VfB Stuttgart.

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