Fußball: 34. Davertpokal
Original Münsteraner Zocker – Joe Breloh für Hallen-Kick wie gemacht

Herbern -

Joe Breloh (SV Herbern) hat 2019 mit Münster 08 den traditionsreichen Budenzauber in Ascheberg gewonnen und seinen heutigen Teamkollegen die Tour vermasselt. Dass er sich (auch) unterm Dach so gut zurechtfindet, hat ebenfalls mit dem Ex-Club zu tun.

Freitag, 20.12.2019, 19:00 Uhr
Joe Breloh (vorn, 3.v.l.) gewann Anfang des Jahres die 33. Auflage des Davertpokals. Inzwischen kickt er für den damaligen Finalgegner SV Herbern.
Joe Breloh (vorn, 3.v.l.) gewann Anfang des Jahres die 33. Auflage des Davertpokals. Inzwischen kickt er für den damaligen Finalgegner SV Herbern. Foto: Bastian Becker

Joe Breloh haben sie beim SV Herbern im Sommer natürlich in erster Linie verpflichtet, weil er ihnen draußen, in der Landesliga , helfen soll. Dass der 21-Jährige darüber hinaus ganz passabel in der Halle flemmt, ist indes mehr als ein netter Nebeneffekt. Man weiß ja um den Stellenwert des Davertpokals – gerade bei den Aktiven. Gut möglich, dass dem Feinfuß beim Versuch der Blau-Gelben, mit dann zehn Turniersiegen zu Rekordgewinner Davensberg aufzuschließen, eine Schlüsselfunktion zukommt.

Breloh hat Anfang des Jahres mit Nullacht den Pott gewonnen. Im Finale bezwang Münster mit 5:4 den SVH. Ausgerechnet. Das, lacht der junge Mann, habe er seinen späteren Teamkollegen noch das eine oder andere Mal aufs Brot geschmiert. Sie werden es ihm nachsehen, wenn er sich vom 3. bis zum 5. Januar ( Freitag bis Sonntag) in Ascheberg abermals als Budenzauberer erweist.

„Stadtis“-Stellenwert enorm

Bei den Kanalkickern hat der Hallenfußball einen ex­trem hohen Stellenwert. Bei den Stadtmeisterschaften vor bis zu 3500 Besuchern zu glänzen und im Nachwuchsbereich die großen Preußen zu ärgern oder gar zu schlagen: Für einen Nullachter gibt es kaum etwas Schöneres. Breloh, der mit den 08-Senioren zwei Mal am Berg Fidel triumphierte, „werden die ,Stadtis‘ bestimmt abgehen“, fürchtet Herberns Trainer Holger Möllers. Gleichwohl betont sein Schützling, „dass ich auch vor zwölf Monaten in Ascheberg meinen Spaß hatte“. Die enge Halle an der Nordkirchener Straße, die Zuschauer, die noch näher dran am Geschehen sind als in Münster: „Das hat was.“ Auch wenn alles eine Nummer kleiner sei als in der Domstadt.

Nach kompliziertem Start beim neuen Klub – Breloh fehlte mehrere Wochen urlaubsbedingt – hat er sich längst akklimatisiert. Auch weil er laut Möllers „ein Riesentyp“ ist, der sich nicht zu schade gewesen sei, über die U 23 Anschluss an die Erste zu finden: „Joe ist ein original Münsteraner Zocker, der immer auf dem Platz stehen will – egal, in welcher Liga.“ Breloh, eigentlich ein Spielmacher alter Prägung (den es im SVH-System so nicht gibt), habe die etwas defensivere Rolle bei den Blau-Gelben längst angenommen, bekomme aber weiter seine Freiheiten, betont der Coach. Insofern „tut er uns gut, wir ihm aber auch, weil er sich hier entsprechend weiterentwickeln kann“.

Kein fliegender Keeper

Letztens in Deuten half Breloh zwischen den Pfosten aus, nachdem sich Sven Freitag verletzt hatte. Ob er also dafür prädestiniert sei, beim Davertpokal den Part des fliegenden Torhüters zu übernehmen? „Nee“, lacht der Mittelfeldstratege, „lieber lege ich den anderen vorn die Treffer auf.“ Ernst wird Breloh beim Thema Henri Exner. Der Ex-08-Teamkollege, im Januar als bester Keeper ausgezeichnet, verstarb Ende Juli im Alter von nur 20 Jahren nach schwerer Krankheit. Insofern sei das Turnier eine gute Gelegenheit, kurz innezuhalten und an diesen „tollen Menschen“ zu denken.

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