Fußball: Landesliga 4
Holger Möllers hört beim SV Herbern im Sommer auf

Herbern -

Am Saisonende, nach dann vier Jahren, stellt Holger Möllers seinen Cheftrainerposten beim SV Herbern zur Verfügung. Eine neue sportliche Herausforderung sucht der 48-Jährige nicht. Der Grund für die Entscheidung ist ein anderer.

Freitag, 03.01.2020, 15:49 Uhr aktualisiert: 03.01.2020, 22:54 Uhr
Holger Möllers (l.) stellt seinen Posten am Saisonende zur Verfügung. Assistenzcoach Jens Kalpein (r.) steht bei Bedarf weiter zur Verfügung, Athletiktrainer Martin Eickmeyer hört womöglich ebenfalls auf
Holger Möllers (l.) stellt seinen Posten am Saisonende zur Verfügung. Assistenzcoach Jens Kalpein (r.) steht bei Bedarf weiter zur Verfügung, Athletiktrainer Martin Eickmeyer hört womöglich ebenfalls auf Foto: flo

Vor einem Jahr hatte Holger Möllers mal kurz mit einem Wechsel zum TuS Hiltrup , Westfalenligist mit Ambitionen, geliebäugelt. Und kürzlich sei eine weitere Anfrage gekommen. Vermutlich ebenfalls aus Münster, wo auf den Trainerbänken gerade emsig rotiert wird. Es wäre ja auch verwunderlich, weckte dieser Mann, der fünf Jahre in Ascheberg und dreieinhalb in Herbern exzellente Arbeit geleistet hat, keine Begehrlichkeiten. Trotzdem können sich die sportlichen Leiter in der Region sämtliche Lockrufe sparen. Möllers hört als Coach des Fußball-Landesligisten SV Herbern im Sommer nicht deshalb auf, weil er eine neue sportliche Herausforderung sucht, sondern weil er eine Pause brauche. Dringend.

Akku geht zur Neige

Die Intensität, die er von seinen Schützlingen Woche für Woche einfordert, müsse er schließlich vorleben. Dass der Akku dann irgendwann zur Neige gehe, sei doch fast logisch. Zumal, wenn man wie der 48-Jährige noch einer regulären Vollzeitbeschäftigung nachgeht und Familienvater ist. Der Entschluss, versichert Möllers, sei über längere Zeit gereift. Alle Versuche des sportlichen Leiters Ludger Staar , den am Saisonende Scheidenden umzustimmen, liefen ins Leere. Seit Mittwoch ist auch die Mannschaft im Bilde. Wer um das enge Band zwischen Möllers und den Spielern – selbst jenen, die nicht zur Stammelf zählen – weiß, mag erahnen, dass seine Schützlinge nicht eben in Jubel ausgebrochen sind.

Wobei Möllers guter Dinge ist, dass die Verantwortlichen einen geeigneten Nachfolger finden: „Der SVH ist ein überragend geführter Verein. Ist die Nachricht erst in der Welt, werden sich etliche Leute melden“. Zusätzlich hat Staar eine eigene Liste erstellt, erste lose Telefonate geführt. Der Neue solle nicht nur fachlich qualifiziert sein, „er muss auch Empathie und soziale Verantwortung mitbringen. Gerade in diesem besonderen Klub ist das vielleicht nötiger als anderswo.“ Habe der Betreffende keinen Assistenten im Gepäck, bleibe der bei den Spielern hoch geschätzte Jens Kalpein an Bord.

Team und Trainer haben noch Ziele

Die Personalie wolle er „so schnell wie möglich vom Tisch“ haben, betont der sportliche Leiter. Zum einen, weil er vorher ja schlecht Vertragsgespräche mit den Spielern aufnehmen könne. Zum anderen, weil Team und Trainer noch Ziele in der Rückrunde haben. Nebengeräusche würden da bloß stören. Bleibt es dabei, dass die Blau-Gelben in der Rückrunde ein Schüppchen drauflegen, scheint vieles möglich. Startet der SVH mit einem Sieg über Borken in den zweiten Saisonteil, würde der Abstand zum Tabellenzweiten Mesum auf mickrige zwei Zähler schrumpfen.

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