Fußball: U-13-Turnier des SC Preußen Lengerich
Hungrige „Wölfe“ erst im Finale satt

Lengerich -

Die 14. Auflage des Hallenfußballturniers des SC Preußen Lengerich um den W&H-Cup hielt, was sie im Vorfeld versprochen hatte. Zahlreiche Bundesliga-Nachwuchsmannschaften waren am Start. Einer ließ sich besonders beim Wort nehmen: Raphael Koletzko, Trainer des VfL Wolfsburg.

Sonntag, 12.01.2020, 19:28 Uhr aktualisiert: 13.01.2020, 12:32 Uhr
Ein einziges Mal die Hand am „Pott“ haben: Die U-13-Junioren des VfL Wolfsburg bejubeln nach dem 2:0-Finalsieg gegen AZ Alkmaar den Turniersieg.
Ein einziges Mal die Hand am „Pott“ haben: Die U-13-Junioren des VfL Wolfsburg bejubeln nach dem 2:0-Finalsieg gegen AZ Alkmaar den Turniersieg. Foto: Jörg Wahlbrink

Es war schon ein bisschen wie Champions League. Im gleißenden Licht der Scheinwerfer liefen die D-Junioren des VfL Wolfsburg und des niederländischen Gegners AZ Alkmaar am Samstagabend gegen 19 Uhr in die Lengericher Dreifachhalle ein.

Und als dann auch noch die Hymne „The final countdown“ der schwedischen Pop-Rock-Band „Europe“ in voller Lautstärke aus den riesigen Boxen dröhnte, zauberte das einen Glanz in die Augen der 13-Jährigen. Gänsehaut pur. Die Stunde der Entscheidung beim D-Junioren-Fußballturnier um den W&H-Cup 2020 war gekommen.

Das bessere Ende hatte der VfL Wolfsburg für sich. Der Bundesliga-Nachwuchs setzte sich im Finale gegen die Junioren des aktuellen Europa-League-Teilnehmers AZ Alkmaar verdientermaßen mit 2:0 durch und trat damit die Nachfolge von Vorjahressieger Hamburger SV an.

Großer Jubel brach aus, als Peter Steinbeck, Vorstandsmitglied des Turniersponsors W&H, dem Wolfsburger Mannschaftskapitän den großen silbernen Pokal überreichte. Die Jungs waren außer Rand und Band. Jeder wollte die Hand wenigstens ein einziges Mal am „Pott“ haben. Spätestens da spürten auch die Beifall spendenden Zuschauer auf den Tribünen, weshalb es sich lohnt, solch eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen.

Schon im Vorfeld des Turniers hatte Raphael Koletzko angekündigt, dass sich seine Mannschaft für den Auftritt in Lengerich etwas vorgenommen habe. „Wir wollen um den Sieg mitspielen“, lautete die vom Trainer vorgegebene Marschrichtung. Seine „Wölfe“ waren tatsächlich hungrig, denn sie gewannen sämtliche neun Turnierspiele. Erst im Finale waren sie nach dem 2:0 gegen Alkmaar satt.

Foto: Heinrich Weßling

Beim Verlierer war die Enttäuschung im ersten Moment groß. Doch die aufmunternden Worte von Bürgermeister Wilhelm Möhrke weckten wieder die Lebensgeister, was auch daran lag, dass Möhrke seine Glückwunsche an die Gäste auf Niederländisch überbrachte.

Es war in der Tat erstaunlich, was das Team zustande gebracht hatte. „Für mich war es die beste Mannschaft des Turniers“, sagte Klaus Burandt, Trainer der U-13-Auswahl des Stützpunkt-Standortes Ibbenbüren. Mit seiner Einschätzung stand er nicht alleine da. Um solch ein Leistungsniveau zu erreichen, bedarf es schon einer Top-Ausbildung.

Augenscheinlich ist es dieser Unterbau, der dem Verein aus der Provinz Nordholland langfristig die Zukunft sichert. Die Früchte dieser Entwicklung trägt der Club schon jetzt. So schaffte Alkmaar in der laufenden Europa-League-Saison den Einzug ins Sechzehntelfinale, wo die vom ehemaligen Nationalspieler Arne Slot trainierte Mannschaft auf den österreichischen Vertreter Linzer ASK trifft. Aber auch in der niederländischen „Ere­divisie“ sorgt AZ für Furore. Als Tabellenzweiter hat sich der Club aus der gut 110 000 Einwohner zählenden Stadt an die Fersen von Spitzenreiter Ajax Amsterdam geheftet. Man darf gespannt sein, wie sich dieser Club entwickeln wird.

Positiv überraschte auch der Nachwuchs von Drittligist KFC Uerdingen, der sich im Halbfinale den Wolfsburgern nur knapp mit 1:2 beugen musste, der dann aber im Spiel um Platz drei dem rheinischen Rivalen Fortuna Düsseldorf beim 4:1 keine Chance ließ.

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