Fußball: Landesliga 4
„Viele Leute, die Ahnung von Fußball haben“ – Siegert über den SV Herbern

Herbern -

Wie berichtet, löst Benjamin Siegert Holger Möllers im Sommer als Coach des SV Herbern ab. Im WN-Interview erklärt der Ex-Profi, wie es dazu kam – und was der Davertpokal mit seiner Entscheidung zu tun hat.

Montag, 13.01.2020, 20:00 Uhr
Sah beim Davertpokal einen furios aufspielenden SVH, der das eigene Team mit 9:0 aus der Halle ballerte: Benjamin Siegert.
Sah beim Davertpokal einen furios aufspielenden SVH, der das eigene Team mit 9:0 aus der Halle ballerte: Benjamin Siegert. Foto: flo

Am Sonntagvormittag informierten die Verantwortlichen des SV Herbern die Spieler darüber, dass Ex-Profi Benjamin Siegert im Sommer Coach der hiesigen Landesliga-Fußballer wird ( WN , 14. Januar). Wir haben mit dem künftigen Trainer gesprochen.

Beim Davertpokal hat Herbern Ihr aktuelles Team Nordkirchen nach allen Regeln der Kunst zerlegt. Haben Sie da gedacht: Geile Truppe, die will ich trainieren?

Siegert: Der Gedanke liegt nahe (lacht). Tatsächlich hatte ich am Freitag durch die Medienberichte mitbekommen, dass Holger Möllers am Saisonende aufhört und daraufhin in der Halle die ersten Kontakte geknüpft.

Den meisten SVH-Spielern sagt man nach, dass sie für ihren aktuellen Coach durchs Feuer gehen. Was die Sache für Sie nicht zwingend leichter macht.

Siegert: Stimmt schon, das sind große Fußstapfen, in die ich trete. Aber ich habe die Mannschaft beim Frühstück am Sonntag und dem anschließenden Spaziergang kennengelernt – und bin guter Dinge, dass die Jungs mir eine Chance geben. So wie das der Klub ja auch tut, für den es ja ebenfalls ein Risiko darstellt, einen Trainer-Novizen zu beschäftigen.

Viele Spieler sind tief in Herbern verwurzelt, dürften sich also fußballerisch kaum verändern. Wie sieht es aber, zum Beispiel, mit Airton aus – einer der Gewinner der Hinrunde und gewiss für höherklassige Klubs interessant?

Siegert: Konkret mit Airton haben wir uns noch nicht befasst. Die Gespräche, die der sportliche Leiter Ludger Staar und ich mit den Spielern führen, gehen ja jetzt erst los. Man hat mir jedoch versichert, dass das Gros der Mannschaft beisammen bleibt. Dass es punktuell Veränderungen geben wird, liegt aber nahe.

Nordkirchen hätte ein paar interessante Leute – noch dazu vielfach mit SVH-Hintergrund.

Siegert: Stimmt. Aber wir wollen ja im Sommer im Guten auseinandergehen.

Herbern spielt – siehe Davertpokal – eine Art Heavy-Metal-Fußball à la Klopp. Entspricht das Ihren Vorstellungen von Fußball?

Siegert: Durchaus. Wobei die Jungs ja nicht nur permanent Druck machen, sondern dabei hinten ziemlich stabil stehen. Dieses 4-3-3, das Holger bevorzugt, ist trotzdem nicht in Stein gemeißelt. Auf dem Niveau muss ich von einem Fußballer erwarten, das er in der Lage ist, situationsbedingt auf ein anderes System umswitchen zu können.

Die teamintern hoch geschätzten Co-Trainer Jens Kalpein und Martin Eickmeyer bleiben. Eine gute Nachricht, oder?

Siegert: Definitiv. Das erleichtert mir den Einstieg ungemein. Überhaupt ist mein erster Eindruck, dass in Herbern, auch im Hintergrund, viele Menschen wirken, die viel Ahnung von Fußball haben – und sehr hilfsbereit sind.

Trotz Ihrer 38 Jahre sind Sie bis heute auf dem Rasen unverzichtbar. Bleibt das so, oder laufen die SVH-Flügelflitzer Basti Schütte und Marcel Scholtysik Ihnen davon?

Siegert: Müsste man auf den Versuch ankommen lassen (lacht). Im Ernst: Einen Spielerpass werde ich schon deshalb beantragen, damit wir auf etwaige Engpässe reagieren können. Aber in erster Linie will ich mich aufs Coachen beschränken.

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