Fußball: Landesliga 4
Fußballverrückter mit Stallgeruch – Morzonek coacht VfL Senden

Senden -

Der VfL Senden hat einen Nachfolger für den im Dezember geschassten André Bertelsbeck gefunden. Thomas Morzonek coacht im zweiten Saisonteil das Team im Zusammenspiel mit Angreifer Rabah Abed. Und es gibt noch weitere interessante Personalien.

Dienstag, 14.01.2020, 15:54 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 18:58 Uhr
Gibt im zweiten Saisonteil – gemeinsam mit Rabah Abed – die Richtung vor: Thomas Morzonek.
Gibt im zweiten Saisonteil – gemeinsam mit Rabah Abed – die Richtung vor: Thomas Morzonek. Foto: etz

Thomas Morzonek ist ein erfahrener Mann. Beim VfL Senden , GW Nottuln und Union Lüdinghausen hat der 60-Jährige Jugendmannschaften, teils überkreislich, gecoacht. Auch am damaligen DFB-Stützpunkt in Dülmen war der B-Lizenz-Inhaber beschäftigt. Bei den Senioren war der VfL 2 die erste Trainerstation. Von 1989 bis 2000 coachte der Wahl-Sendener im Raum Essen Teams von der B- bis zur Bezirksliga. Nun also Sendens Erste: Zur Rückrunde übernimmt Morzonek bis zum Ende der Saison jenen Posten, der seit der Abberufung von André Bertelsbeck vakant war.

Die Personalie ergibt insofern Sinn, „weil ich die Jungs fast alle kenne und in jungen Jahren trainiert habe“, erklärt der Neue an der Seitenlinie. Auch habe er in der Hinrunde die meisten Auftritte der Mannschaft als Tribünengast verfolgt. Er weiß also, wo der Schuh drückt – und redet gleich mal Tacheles: „Jedem, der glaubt, wir wären auf der sicheren Seite, widerspreche ich ganz vehement.“ Der Vorsprung auf die Abstiegsränge betrage gerade mal sieben Punkte. Und die nächsten drei Gegner heißen Werne, Kinderhaus sowie Mesum – Spitzenteams alle miteinander. Da sei man, wenn’s ganz blöd läuft, gleich wieder mittendrin im Kellerkampf.

Zwei Baustellen

Größte Baustellen sind laut Morzonek die Vielzahl an Gegentoren (33) und die überschaubare Menge an eigenen Treffern (24): „Da müssen wir in der Vorbereitung dran.“ Die Abwehr sei dabei gar nicht das Problem. Sondern? „Die vielen Ballverluste im Spielaufbau.“ Das erkläre zugleich, wieso Rabah Abed vorne oft genug in der Luft hänge.

Wobei der routinierte Angreifer nicht nur sein Trefferkonto (bisher „nur“ sechs Tore) im zweiten Saisonteil aufbessern soll, sondern sich, gemeinsam mit Morzonek, auch um Taktik und dergleichen kümmert. Abed, der im Herbst ebenfalls die B-Lizenz erworben hatte und unmittelbar nach dem Bertelsbeck-Rauswurf zum zwischenzeitlichen Cheftrainer befördert worden war, spricht von „einem gleichberechtigten Gespann“ – und freut sich auf die Zusammenarbeit: „Thomas kennt den VfL aus dem Effeff, ist ein erfahrener Coach und, wie ich, fußballverrückt. Zudem hat er von außen einen anderen Blick auf die Dinge.“

iNicht mehr zum Kader des VfL Senden gehört Fabian Schulte Althoff – offiziell aus zeitlichen Gründen, der Dülmener ist beruflich stark eingespannt. Es ist indes kein Geheimnis, dass der Defensiv-Allrounder zu den engeren Vertrauten des im Dezember geschassten André Bertelsbeck zählte. Nachfolger Thomas Morzonek findet den Abgang „schade. Nach dem nicht ganz einfachen Start hat Fabian der Abwehr viel Stabilität verliehen.“

Derweil hat GW Nottuln verkündet, dass sich zwei Sendener im Sommer dem Westfalenligisten anschließen werden: Georg Schrader und Eldin Celebic. Beide waren erst vor einem halben Jahr von Münster 08 gekommen, beide zählten zu den Gewinnern der Hinrunde. Schrader freut sich auf die Herausforderung: „Nottuln ist ein cooler Verein mit einem klaren Plan und vielen jungen Leuten. Ich hoffe, dass ich dort ähnlich viele Anteile bekomme wie zuletzt unter André.“

Den VfL verlässt der Ur-Sendener, der bereits vor dem einjährigen Intermezzo bei den Nullachtern lange im Sportpark gekickt hatte, mit „gemischten Gefühlen“. Die Querelen vor dem Jahreswechsel hätten ihn kalt erwischt, „es war nach dem schwachen Saisonbeginn doch gerade erst Ruhe eingekehrt“. (flo)

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