Fußball: Frauen-Landesliga
Für Fortuna Gronau geht es um den Klassenerhalt

Gronau -

Sie haben nur ein Ziel. Und das lautet: Klassenerhalt. Eine Mission, die schon schwer genug werden könnte. Zumal es wenig angenehm sein dürfte, während der Winterpause auf die Tabelle der Frauen-Landesliga zu starren und festzustellen: Fortuna Gronau ist Schlusslicht. Doch wirklich gehemmt hat dies die Spielerinnen von Trainer Karl-Heinz Sandkühler offenbar nicht.

Donnerstag, 06.02.2020, 06:00 Uhr
Volle Kraft voraus: So wie hier Jule Strohmeyer den Ball nach vorne treibt, will Fortuna auch in der Landesliga vorankommen und möglichst die Abstiegszone noch rechtzeitig verlassen.
Volle Kraft voraus: So wie hier Jule Strohmeyer den Ball nach vorne treibt, will Fortuna auch in der Landesliga vorankommen und möglichst die Abstiegszone noch rechtzeitig verlassen. Foto: aho

Die ersten beiden Testspiele wurden gewonnen und sollen neues Selbstvertrauen geben. Erst besiegten die Blau-Schwarzen den SV Langenhorst-Welbergen mit 3:1. Dann SW Esch mit 2:1. Zwar beides „nur“ Bezirksligisten, aber immerhin!

Zwei Absteiger werden gesucht

Am Ende der Saison 2019/20 müssen zwei von 14 Landesligisten absteigen. Die Rote Laterne leuchtet die gesamte Winterpause über an der Laubstiege. Und zwar noch mindestens bis zum 1. März, wenn die Meisterschaft auch für Fortunas Fußballerinnen beim Vierten DJK GW Amelsbüren fortgesetzt wird. In bisher 14 Partien schaffte die Elf von Karl-Heinz Sandkühler (Foto) erst einen Dreier. Am 11. Oktober 2019 bescherte der Treffer von Meike Scholten den Gronauerinnen in der letzten Minute doch noch den 1:0-Sieg. Gleichzeitig war es die einzige Begegnung, in der Fortuna keinen Gegentreffer kassierte.

Kaum „echte Klatschen“

Vier Mal hingegen, wie beim Saisonauftakt gegen SG Telgte (0:1), blieb das Team aus der Dinkelstadt ohne eigenen Torerfolg. Fairerweise muss hier aber ebenfalls angemerkt werden, dass sich Fortuna Gronaus Fußballerinnen kaum echte „Klatschen“ leisteten. Die meisten Partien der acht Niederlagen hielten sich in Grenzen. Das 0:4 gegen Union Wessum war die deutlichste Schlappe. Vier Gegentreffer fing sich Gronau sonst gar nicht mehr. Allerdings sieben Mal dann doch deren drei.

Remiskönige

Auffällig ist ebenso, dass der Abstiegskampf noch komplett anders ausgehen könnte als momentan zu vermuten ist. Denn Fortuna wie auch der Vorletzte Brochterbeck spielten bereits fünf Mal unentschieden – so häufig wie keine andere Mannschaft. Wenn statt der Remis da der eine oder andere Sieg in der Rückrunde herausspringt, könnte sich das Blatt ganz schnell wenden. So kommen Gronau und der BSV aktuell auf acht Punkte und der Drittletzte SV Herbern als erster Verein am rettenden Ufer auf zehn Zähler. Der FC Oeding und SuS Concordia Flaesheim haben jeweils zwölf Punkte gesammelt. Dieses Quintett macht wohl die zwei Absteiger unter sich aus. Wobei Fortuna und Oeding schon 14, die drei anderen Teams erst 13 Matches absolviert haben.

1:1, 2:2 und dann ein 3:3

Die längste Zeit zumindest ungeschlagen blieben die Gronauerinnen in der zweiten September-Hälfte. Einem 1:1 gegen den SV Herbern folgte ein 2:2 bei der SG Coesfeld und schließlich ein 3:3 gegen den aktuellen Tabellendritten DJK Grün-Weiß Nottuln. Das war dann wohl auch die stärkste Vorstellung der Sandkühler-Elf.

Intakte Mannschaft

Drei Treffer gelangen den Dinkelstädterinnen bisher noch kein zweites Mal. Und in allen drei Matches schafften es die Fortunen zudem, nach einem Rückstand noch das Unentschieden zu retten. Ein Fakt, der für eine intakte Mannschaft spricht, was wichtig ist im Abstiegskampf.

Fünf Niederlagen in Serie

Die schwächste Phase erlebten Gronaus Landesliga-Fußballerinnen unterdessen in den fünf Spielen vor der Winterpause, die nicht nur allesamt verloren wurden, sondern in denen die Blau-Schwarzen kontinuierlich drei Gegentore kassierten. Da nützte es auch nichts, dass es beim 2:3 sowohl gegen den SC Gremmendorf wie auch beim SuS Scheidingen eher knapp zuging.

Zwei junge Kräfte wollen nicht

Emily Heck und Laura Münstermann aus der U17 waren Kandidatinnen für den Kader. Heck tritt aber schulisch bedingt kürzer, Münstermann steht ebenso nicht mehr zur Verfügung. „Wir schauen weiter ganz genau hin und richten den Fokus auch auf einige aussichtsreiche Nachwuchsspielerinnen der U17, die uns weiterhelfen“, sagt Coach Karl-Heinz Sandkühler. „Das ist schließlich unsere Zukunft.“

Was macht Nina Post?

Zukunftsmusik ist noch, wie es mit der Personalie Nina Post weitergeht. Ende Februar soll ihr Auslandsjahr in Australien enden. Ob sie danach wieder das Fortuna-Trikot trägt, steht noch nicht fest. Gut gebrauchen könnte Gronau eine klassische Knipserin. Denn die fehlt im Kader. Je drei Mal trafen bisher Alina Kötter, Melanie Rolletschek und Evelyn Nagel. Rolletschek und Nagel sind zusammen mit Julia Tönjann und Anna-Lena Jansen auch die Spielerinnen mit den meisten Einsätzen.

Kopf der Mannschaft

Sandkühler: „Julia ist für die Innenverteidigung unverzichtbar, Anna-Lena dank ihrer Erfahrung so etwas wie der Kopf der Mannschaft. Und Evelyn, Melanie oder auch Jacqueline Eckelmann sind diejenigen, die immer beim Training sind, die voranmarschieren und auch die jüngeren Spielerinnen unterstützen.“

Dicke Brocken zum Wiederbeginn

Die Grundtugenden, auf die es im Abstiegskampf ankommt, scheinen vorhanden. So richtig deutliche Niederlagen kassierte Fortuna Gronau bisher nicht. Aber mit Amelsbüren und Wessum hat es der Jahresauftakt in sich. Deswegen wird die Partie am 15. März in Herbern wohl richtungsweisend sein. Bis April darf Blau-Schwarz den Kontakt zu den Nichtabstiegsplätzen nicht abreißen lassen.

WN-Prognose

Dann folgen die Wochen der Wahrheit mit Flaesheim, Oeding und Brochterbeck als Gegner. Wird hier gepunktet, ist alles drin. Andernfalls geht es runter in die Bezirksliga. Insbesondere dann, wenn die Defensive nicht stabilisiert werden kann. Fortuna wird bis zum Ende zittern müssen. Ob Happy End oder bitteres Ende – das erscheint momentan völlig offen. Eine Nina Post als Verstärkung jedenfalls würde Fortuna sehr gut zu Gesicht stehen.

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