Fußball: Regionalliga
Erstes SCP-Heimspiel mit 3000 Fans?

Münster -

Fußball-Regionalligist SC Preußen Münster ist mit der Stadt Münster in Gesprächen, unter welchen Voraussetzungen bis zu 3000 Zuschauer bei Heimspielen ab September zugelassen werden könnten. Die Hälfte davon sollen auf der Haupttribüne sitzen. Aber es gibt noch weitere Vorgaben.

Dienstag, 04.08.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 04.08.2020, 18:29 Uhr
250 Fans verfolgten am Montagnachmittag den Trainingsauftakt des SC Preußen Münster von der Tribüne aus – mehr waren auch nicht zugelassen. Sportverein und Stadt verhandeln darüber, ob bei den Heimspielen der im September beginnenden Regionalliga-Saison Zuschauer zugelassen werden können.
250 Fans verfolgten am Montagnachmittag den Trainingsauftakt des SC Preußen Münster von der Tribüne aus – mehr waren auch nicht zugelassen. Sportverein und Stadt verhandeln darüber, ob bei den Heimspielen der im September beginnenden Regionalliga-Saison Zuschauer zugelassen werden können. Foto: Jürgen Peperhowe

Das erste Heimspiel ist für das zweite Septemberwochenende angesetzt. Gegner ist der SV Bergisch Gladbach 09. Willkommen in der Regionalliga West! Auch wenn der Abstieg für den SC Preußen bitter war, lassen die Münsteraner ihren abgestürzten Fußballclub nicht im Stich. 250 Sympathisanten waren beim Trainingsauftakt zu Wochenbeginn dabei – mehr waren nicht zugelassen.

Wenn das Land NRW grünes Licht gibt, sollen mit Beginn der neuen Saison im September trotz der Corona-Ansteckungsgefahr wieder Zuschauer bei Meisterschaftsspielen zugelassen werden. Aus Sicht des Krisenstabs der Stadt Münster, die letztlich die Verantwortung trägt, ist die von den Verantwortlichen des SC Preußen ausgearbeitete Marschrichtung durchaus konsensfähig.

3000 statt 15.000 Fans

Das bestätigt Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer nach einem ersten Gespräch zwischen Stadt und Sportverein. Preußen-Geschäftsführer Bernhard Niewöhner betont: „Wir wollen auf jeden Fall mit der Unterstützung unserer Fans in die neue Saison starten, müssen aber die Entscheidungen der Gesundheitsbehörde abwarten.“ Nach aktueller Corona-Schutzverordnung NRW sind bis zu 300 Zuschauer bei Sportveranstaltungen zugelassen.

Eigentlich bietet das noch nicht ausgebaute Stadion an der Hammer Straße Platz für 15 000 Fans. Die Berechnungen für eine Öffnung nach Corona-Schutzbestimmungen sehen nach Informationen unserer Zeitung bis zu 3000 Zuschauer vor und damit eine laut Heuer „radikale Herabsenkung der Kapazitäten“. Die Hälfte der 1500 Plätze auf der Haupttribüne soll besetzt werden – also jeder zweite. Da die eineinhalb Meter Abstand mit Blick auf die engen Reihen nur schwer einzuhalten sind, soll eine Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Masken auf der Tribüne gelten.

Kommentar: Nur mit Disziplin

Von Ralf Repöhler

Ja, der Trend ist nicht der richtige. Die Anzahl der Corona-Infektionen in Münster geht seit Ferienbeginn wieder stetig in die Höhe. Am Dienstag sind 13 neue Fälle gemeldet worden, am Montag sieben. Aber: Dieses stetige Ansteigen findet auf vergleichsweise niedrigem Niveau statt. Mit einem Lockdown wie im Frühjahr rechnet der städtische Krisenstab derzeit nicht.

Deshalb sollen die Schulen in einer Woche wieder loslegen – mit Maskenpflicht aus Sicherheitsgründen. Und auch die Preußen-Fans sollen ab September wieder zu den Heimspielen der neuen Regionalliga-Saison mit Mund-Nasen-Schutz und personifizierten Eintrittskarten in das Stadion gelassen werden. Richtig so! Voraussetzung ist, dass die Zuschauerkapazitäten deutlich gesenkt werden.

Machen wir uns nichts vor: Das Leben der Vor-Corona-Zeit kommt nicht so schnell zurück. Ein Impfstoff ist in weiter Ferne. Trotzdem oder gerade deshalb: Unter strenger Beachtung der Corona-Schutzregeln wie Mindestabstand einhalten, Mund-Nasen-Schutz tragen und Hygiene-Regeln beachten sollte eine Rückkehr ins Stadion und in den Fußballalltag möglich sein. Ständige Verbote lassen eine spürbar zunehmende Ungeduld und Gleichgültigkeit vieler Menschen wachsen. Stimmt das Land zu, haben es die Preußen-Fans mit ihrer Disziplin selbst auf dem Fuß, dass eine Rückkehr auf die Ränge kein Eigentor ist.

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Die Stehplatzränge werden nur schwer zu nutzen sein, dort können notwendige Abstände nicht so einfach eingehalten werden. Es gibt die Idee, die Blöcke in Sektoren aufzuteilen. Gitter, neue Zuwegungen und eine Zuordnung der Sanitärbereiche wären Voraussetzungen. Gästefans werden nach den Vorgaben nicht zugelassen.

Für uns hat es natürlich höchste Priorität, wieder Zuschauer reinzulassen.

Bianca Segelken, Ticketing-Verantwortliche des SCP

Offen ist, ob die Logen unter dem Dach der Haupttribüne geöffnet werden dürfen und falls ja, wie dort die Abstandsregeln einzuhalten wären. Weitere Vorgaben sollen personalisierte Eintrittskarten – so ist eine Kontaktnachverfolgung möglich – und ein Alkoholverbot im Stadion sein. Gleichwohl soll ein Catering zumindest mit Getränken möglich werden.

Bianca Segelken, Ticketing-Verantwortliche des SCP, sagt: „Für uns hat es natürlich höchste Priorität, wieder Zuschauer reinzulassen. Aber natürlich müssen wir immer die Infektionsraten im Auge behalten.“ Und deren Trend ist bundesweit, aber auch in Münster, derzeit negativ. Trotzdem: „Vergangene Woche hatten wir einen sehr guten Austausch mit der Stadt, jetzt fassen wir unser Konzept in schriftliche Form und ergänzen einzelne Punkte“, so Segelken. „Wir haben ein gutes Gefühl und hoffen auf einen Konsens mit der Stadt.“ Nächste Woche kommt es zum Folgetermin zwischen Verein und Verwaltung.

Saison 2020/21: Trainingsauftakt bei Preußen Münster

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  • 33 Tage nach dem Abstieg aus der 3. Liga sind die Spieler des SC Preußen Münster wieder ins Training eingestiegen.

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  • Knapp 250 Zuschauer schauten sich den Auftakt an und freuten sich besonders...

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  • ...über die etwas überraschende Vertragsverlängerung von SCP-Urgestein Simon Scherder.

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  • Beim Trainingsauftakt waren auch mehrere Test- und Nachwuchsspieler dabei.

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  • Die SCP-Kicker bei Aufwärmübungen.

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  • Torhüter Marko Dedovic (r.) entschärft einen Schuss.

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  • Die Weiterverpflichtung von Stammkeeper Max Schulze Niehues (l.) gilt als wichtiger Baustein beim Neustart des Regionalligisten.

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  • Rückkehr nach Münster: Als Neuzugang wurde der frühere SCP-Nachwuchsspieler Alexander Langlitz vorgestellt.

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  • SCP-Sportchef Peter Niemeyer (M.) beobachtete mit dem verletzten Spieler Okan Erdogan (r.) die erste Trainingseinheit.

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  • Die Fans sorgten von der Tribüne aus für gute Stimmung.

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  • Mischte beim Auftakt auch mit: Lukas Frenkert

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  • Preußen-Trainer Sascha Hildmann feilt an seinen Plänen für eine erfolgreiche Saison des SCP.

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  • Als Testspieler nahm Gianluca Prondziono von den Sportfreunden Lotte am Training teil.

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