„Von Bilanz blenden lassen“
Handballdamen erwarten das Schlusslicht TSG Wismar

Greven -

In Wismar pflegt man eine 800 Jahre alte Tradition. So gehört die historische Altstadt zum UnescoWeltkulturerbe. Ganz so einfach ist es im Sport nicht, etwas Großes in die Gegenwart hinüberzuretten. Denn dort müssen sich die Athleten jeden Tag aufs Neue beweisen.

Mittwoch, 18.01.2012, 17:01 Uhr

„Von Bilanz blenden lassen“ : Handballdamen erwarten das Schlusslicht TSG Wismar
Elke Thomassen ist nach ihrer Bänderverletzung wiedere fit und hat bereits am vergangenen Wochenende in Wolfsburg sieben Tore erzielt. Foto: wik

Das gilt auch für die TSG Wismar , nächster Gegner der Grevener Handballdamen . Die Dominanz der frühen Tage ist vorbei, die Mannschaft von der Ostsee fischt im Trüben und ist auf dem letzten Tabellenplatz vor Anker gegangen. Dabei ist die Besatzung der vorigen Saison fast komplett zusammengeblieben. „Wir waren früher zumindest daheim immer eine Macht“, klagt TSG-Manager Klaus-Dieter Soldat . Und jetzt: Drei Punkte stehen auf dem Habenkonto daheim, die beiden anderen holte das Team beim 26:22-Erfolg in Altlandsberg. Und die drei Heimpunkte hat das Team in den ersten beiden Spielen gegen 09 (31:27) und gegen Borussia Dortmund (26:26) geholt. „Vielleicht haben wir uns von dieser Bilanz blenden lassen“, sagt der Manager und kommt angesichts des derzeitigen Desasters ins Grübeln. „Wir wissen nicht, wo wir ansetzen sollen.“ Immer wieder habe das Team einen kollektiven Blackout. „Da kann man die Uhr nach stellen“, sagt er. Der „Macher“ bei der TSG Wismar will den Trainer Tilo Labs mit einigen Transfers unterstützen, doch das ist in Mecklenburg-Vorpommern mindestens ebenso schwierig wie beim SC Greven 09 . „Es gibt keinen Markt für Frauenhandball in der Zweiten Bundesliga – zumindest nicht hier an der Ostsee“, sagt Soldat. Die Reduzierung auf nur eine Zweite Bundesliga habe nur geschadet. Insgesamt liege ja der Frauenhandball am Boden. Das liege zum einen an der demografischen Entwicklung und zum anderen an der Tatsache, dass Frauenfußball stark im Kommen sei. Zudem seien viele junge Spielerinnen nicht in Wismar zu halten, würden sich anderen Vereinen zuwenden oder gingen im Jugendalter anderen Interessen nach.

Trotz der resignativen Auskunft vermittelt Soldat optimistische Perspektiven. Zumindest, wenn er seine Mannschaft vermarkten muss. „Was bleibt mir denn auch anders übrig?“, stellt er eine rhetorische Frage. Greven könne ein Aufbaugegner sein. Wismar besitze gutes Personal, und die Verletzungen seien ausgeheilt. Beste Voraussetzungen, um an alte Traditionen und vor allem die sehr guten Leistungen aus dem Hinrundenspiel gegen den SC Greven 09 anknüpfen zu können.

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