Handball in Greven
Traum wird zum Trauma

Greven -

Jetzt ist es endgültig, die Einigungsversuche sind gescheitert. Es wird auf absehbare Zeit keinen Leistungshandball in Greven geben. Die Schulden der Handball-Spielbetriebs-GmbH sind so immens, dass der Verein keine Chance sieht, diese zu übernehmen. Doch das forderte die GmbH.

Montag, 24.06.2013, 20:06 Uhr

Ulrike Glathe  ist eine der wenigen Spielerinnen, die auch in der kommenden Saison für den SC Greven 09 die Handballschuhe schnüren.
Ulrike Glathe  ist eine der wenigen Spielerinnen, die auch in der kommenden Saison für den SC Greven 09 die Handballschuhe schnüren. Foto: wik

Die fetten Jahre der Handballabteilung sind vorbei. Gestern Abend verkündete der Vorstand des SC Greven 09 in einer Pressekonferenz, dass die Zusammenarbeit mit der Handball-Spielbetriebs-GmbH endgültig vom Tisch ist. Trainer Bo Andersen weg, fast alle Spielerinnen weg, keine GmbH-Strukturen mehr. „Wenn morgen ein Märchenprinz käme und die Schulden bezahlen würde, wäre es gut, doch das ist von der GmbH mehrfach angekündigt worden. Aber nichts ist geschehen“, sagte Geschäftsführer Thomas Drunkenmölle.

Mehrfach sei die GmbH aufgefordert worden, zu sagen, wie es weitergehen solle, doch nichts sei geschehen. „Klar wollen wir, dass wir hier hochklassigen Handball spielen, doch wir dürfen angesichts der Umstände das mit der GmbH nicht fortführen“, sagte der Vorsitzende Christoph Glanemann . Die GmbH habe den Vorschlag unterbreitet, dass der Verein die Schulden übernehmen solle. „Aber der Verein muss es wuppen können, und das geht einfach nicht“, warf der Zweite Vorsitzende Dr. Christoph Kösters ein, „die Verbindlichkeiten dürfen nicht beim Verein hängen bleiben“. Bis heute gebe es keine Aufstellung über Forderungen und Verbindlichkeiten seitens der GmbH. „Man hat uns nicht alles erzählt“, wirft Kassierer Bernd Kuck der GmbH, in der der Verein ja selbst Hauptgesellschafter ist, vor. „Die GmbH muss jetzt sagen, wie es weitergehen soll“, sagt Kösters.

„Wir hatten drei Möglichkeiten. Die erste war, mit dem Dänen als Trainer und dänischen Spielerinnen weiterzumachen. Das hätte uns finanziell überfordert. Die zweite haben wir jetzt gewählt, nämlich uns in dieser Saison abzustrampeln und versuchen, in der dritten Liga zu bleiben. Und die dritte war, die Mannschaft in der dritten Liga abzumelden. Das wollten wir nicht“, legte Kuck dar. Jetzt sei ein Haufen Arbeit notwendig, waren sich die Beteiligten einig.

Wer die vielen Schulden tragen muss, sind die Gläubiger. „Da sind auch viele Grevener dabei“, weiß Kuck. Das Wort Insolvenz mochte niemand der Anwesenden in den Mund nehmen. „Was mit der GmbH passiert, das weiß ich nicht“, sagt Glanemann.

„Der Verein wird eine Mannschaft stellen, ist sich Abteilungsleiter Wolfgang Schäpermeier sicher, „wir werden aber wohl noch zwei, drei Spielerinnen brauchen. Aber die müssen auch finanzierbar sein“. Acht Spielerinnen hätte der Verein, davon seien sechs einsatzfähig. Zu den sechs gehören Lisa Klanz, Nele Biester und vier A-Jugendliche, Ulrike Glathe und Juliane Frank laborierten noch an einem Kreuzbandriss. Klar sei, dass die Spielerinnen der zweiten Mannschaft noch nihct das Leistungsniveau besäßen, um in der dritten Liga zu spielen.

Und wie heißt der neue Trainer? „Schau‘n wir mal“, sagt Schäpermeier, der in einer Abteilungsversammlung im Juli eine andere Struktur vorstellen und auch neues Personal generieren will. „Wir kriegen das alles hin, wir haben das ja vor der GmbH auch hinbekommen“, sagt Schäpermeier optimistisch. „Da wird es schon welche geben, die das Konzept mittragen.“ Ein Konzept für die mageren Jahre.

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