09-Handball
Spielbetriebs GmbH stellt heute Insolvenzantrag

Greven -

Die Spielbetriebs GmbH, die in den vergangenen Jahren für die abgestiegenen Zweitliga-Handballerinnen des SC Greven 09 zuständig war, stellt heute einen Insolvenzantrag. Indes macht sich Geschäftsführerin Eva Wortmann Sorgen um die Zukunft des Leistungshandballs in Greven.

Sonntag, 14.07.2013, 19:07 Uhr

Leistungshandball in Greven, wie ihn zuletzt Elke Thomassen (r.) und Co. betrieben, sieht Wortmann in Gefahr.
Leistungshandball in Greven, wie ihn zuletzt Elke Thomassen (r.) und Co. betrieben, sieht Wortmann in Gefahr. Foto: hri

Die Spielbetriebs GmbH, unter deren Dach die Handballerinnen des SC Greven 09 in den vergangenen fünf Saisons in der 2. Liga unterwegs waren, ist so gut wie Geschichte. Geschäftsführerin Eva Wortmann lässt heute durch einen Anwalt beim Amtsgericht in Münster einen Insolvenzantrag stellen.

Der Insolvenzantrag ist eine logische Folge der Kündigung des Kooperationsvertrags durch den Verein. „Uns fehlt jetzt ganz einfach die Geschäftsgrundlage“, erklärt Wortmann. Ohne die Lizenz, deren Inhaber der SC Greven 09 ist, kann die Spielbetriebs GmbH keine Mannschaft in der 3. Liga, in welche die Mannschaft abgestiegen ist, ins Rennen schicken – also auch kein Geld verdienen, weder mit Eintritts- noch mit Sponsorengeldern. All das liegt nun wieder im Zuständigkeitsbereich des SC Greven 09, die Spielbetriebs GmbH hat nichts mehr damit zu tun. „Daher haben wir auch keine Chance, die Verbindlichkeiten abzutragen“, betont Wortmann. Die Sache muss also anders gelöst werden. Wie genau, das wird sich im Laufe des Insolvenzverfahrens zeigen.

Für Wortmann, die auch als unbezahlte Geschäftsführerin haftbar gemacht werden kann, ist der Lauf, den die Geschichte genommen hat, nicht nur aus finanzieller Sicht eine ganz bittere Pille. „Uns ging es nur um den Sport und wir haben bis zuletzt alles versucht, um einen Weg zu finden, auch ohne mich – aber es war keine Bereitschaft da“, betont sie im WN-Gespräch und beschreibt damit die Verhandlungen mit dem Verein. Dieser Tatsache begegnet Wortmann nach wie vor mit Unverständnis. „Wir hatten mit dem Ehrenvorsitzenden Hubert Wimber und dem von Karl-Heinz-Gritzka geführten Ehrenrat mehrere langjährige Verantwortungsträger des Vereins eingeschaltet, die alle eindeutig für eine Fortsetzung der Kooperation mit der GmbH votiert haben, es also abseits des Vorstands eine breite Mehrheit gab.“

Nachdem der SC Greven 09 beschlossen hat, das Heft nun wieder allein in die Hand zu nehmen, macht sich Wortmann Sorgen um die Zukunft des Leistungshandballs in Greven . „Der Vorstand hat mit der fristlosen Kündigung der Kooperation für den Verein sehr hohe finanzielle Risiken in Kauf genommen, die andernfalls bei der GmbH verblieben wären“, erklärt die Geschäftsführerin, die auch von einem „fast offenkundigen Verlust von Team und Talentförderung“ spricht. Mit großer Sorge sieht sie, dass sich andere Mannschaften schon mitten in der Vorbereitung befinden, der SC Greven 09 aber weder Mannschaft noch Trainer für die 3. Liga vorgestellt hat. Letzteres lässt Wortmann ohnehin stutzen. „Bo Andersen und Lars Sune Petersen haben bestehende Verträge, die laut Insolvenzrecht vom Verein übernommen werden müssen. Die beiden Dänen haben inzwischen auch noch einmal ganz offiziell schriftlich beim Verein auf die Arbeitsverhältnisse hingewiesen.“

Die Handball-Abteilung des SC Greven 09 hüllt sich, was ihre Pläne angeht, in Schweigen. Auf Team und Trainer angesprochen, sagte Abteilungsleiter Wolfgang Schäpermeier: „Kein Statement!“ Erst Ende der Woche will er mehr verraten.

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