Handball: Grevens Ex-Bundesligaspielerin leistet Entwicklungshilfe
Vom Münsterland ans Kap der Guten Hoffnung

Greven -

Wie Grevens ehemalige Bundesligaspielerin Nicola Scholl in Südafrika Entwicklungshilfe in Sachen Handball leistet

Montag, 30.12.2013, 17:12 Uhr

Nicola Scholl engagiert sich mit ihrer Organisation „PLAY HANDBALL ZA“ für den Handballsport. Unter anderem organisiert die 32-Jährige Street-Handball-Events.
Nicola Scholl engagiert sich mit ihrer Organisation „PLAY HANDBALL ZA“ für den Handballsport. Unter anderem organisiert die 32-Jährige Street-Handball-Events. Foto: PLAY HANDBALL ZA

Befragt man hierzulande sportbegeisterte Menschen zum Thema Sport in Südafrika wird garantiert als erstes die Fußballweltmeisterschaft 2010 genannt. Kommt allerdings die Frage nach Handball , immerhin seit 1936 olympische Sportart, herrscht Schweigen. Ebenso wird es einem ergehen, wenn man diese Frage in Südafrika selbst stellt. Kein Wunder, führt doch Handball dort ein Schattendasein wie kaum eine Randsportart in Deutschland .

Zwar gibt es unter dem Dachverband SAHF in allen neun Provinzen einen Handballverband, aber an einen geregelten Spielbetrieb, wie wir ihn aus Deutschland kennen, ist nicht zu denken. Handball gehört weder im Vereins-, Schul- oder Universitätssport zu den etablierten Sportarten. Auch gibt es keine Trainerausbildung.

Dies zu ändern hat sich Nicola Scholl mit ihrer gemeinnützigen Organisation „PLAY HANDBALL ZA“ auf die Fahnen geschrieben. „Um die aktuelle Lücke in der Trainerausbildung zu schließen suchen wir qualifizierte und engagierte Handballtrainer, -spieler und Sportstudenten, die ihr Wissen und Können weitergeben möchten und für einige Monate als Sportvolontäre nach Südafrika kommen.“

Die ehemalige Bundesligaspielerin des SC Greven 09 und 20fache Jugendnationalspielerin kam 2009 im Rahmen eines Marketing-Praktikums nach ihrem Betriebswirtschaftsstudium erstmals nach Südafrika. Mit einem Touristenvisum kehrte sie im Juni 2012 zurück nach Kapstadt und machte sich gleich an die Arbeit. In Zusammenarbeit mit SCORE, dem Südafrikanischen Handballverband (SAHF) und dem Handballverband der Provinz Western Cape (WCHA) begleitete sie in der Folge Handball-Volontäre, organisierte ein Jugendhandballturnier und veranstaltete zwei Trainer-Workshops für Schulen und Gemeinden. Bei der Universität von Kapstadt konnte sie erreichen, dass im Februar 2014 Handball in der Einführungswoche vorgestellt wird. Seit Januar ist die engagierte 32-Jährige Mitglied der Arbeitsgruppe zur Förderung von Frauenhandball in Afrika, unter der Regie des Afrikanischen Handballverband. Mit „PLAY HANDBALL ZA“ konnte sie im Oktober nun ihre eigene gemeinnützige Organisation in Südafrika registrieren lassen.

Ziel dieser Organisation ist es, ein vielfältiges, geschlechterübergreifendes und spannendes Sportumfeld für die Jugend in Südafrika zu fördern. Der Fokus liegt beim Handball für Mädchen.

Gerade in benachteiligten und ländlichen Gemeinden ist das Sportangebot überschaubar, speziell für Mädchen. „Wir stärken Mädchen und bieten mit Handball ein Instrument, das ihnen dabei hilft persönlich zu wachsen und ihr Leben und das ihrer Gemeinde eigenständig zu gestalten“, beschreibt Scholl ihre Vision.

„Da Handball im Gegensatz zu anderen Sportarten gleichermaßen von Frauen und Männer in der Welt gespielt wird und keine rassistische Vergangenheit in Südafrika hat, sehe ich diesen Sport als ideales Mittel zum Erreichen meiner Ziele. Daher habe ich schon während meines ersten Aufenthalts Potenzial für Handball gesehen. Zudem ist Handball mit wenig Aufwand leicht und kostengünstig umzusetzen, so dass auch in den benachteiligten Gegenden dieser Sport gut erschwinglich ist“, ist sie sich sicher, dass Handball eine Zukunft in Südafrika hat.

Diese Meinung teilt auch Ruth Noluthando Saunders, die Präsidentin des südafrikanischen Handballverbandes. „Ich habe Nico vor drei Jahren kennen gelernt und schätze ihre Kompetenz und Begeisterung für Handball sehr. Die Kooperation zwischen PLAY HANDBALL und dem SAHF wird dem Handball in unserem Land noch einmal ein Stück voranbringen.“

Für 2014 plant Scholl die Ausrichtung von Street-Handball-Events. „Mit Street-Handball sehe ich das Potenzial den Sport in der Breite und im Alltag zu etablieren.“ Wer sich mit der gebürtigen Oldenburgerin unterhält merkt schnell, dass dies nicht nur leere Worte sind.

Es ist kaum zu übersehen mit welcher Freude und Dynamik sie bei der Sache ist, genauso wie sie früher Handball gespielt hat. Das steckt an. „Es ist wirklich verwunderlich mit wie wenig Mitteln sie dies alles bisher geschafft hat. Aber Nico hat noch nie halbe Sachen gemacht. Was sie macht, macht sie richtig“, zollt Klaus Scholl seiner jüngsten von zwei Töchtern höchste Anerkennung.

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