Handball
Greven tanzt die Humba

Greven -

Jubel in der Rönnehalle: Drittligist SC Greven 09 bezwingt Union Halle und schöpft neuen Mut im Abstiegskampf.

Sonntag, 16.02.2014, 18:02 Uhr

So sehen Siegerinnen aus: Nach dem zweiten Saisonerfolg, dem überraschenden 30:27 gegen die HSG Union Halle, gab es bei den Spielerinnen und auf den Rängen kein Halten mehr.
So sehen Siegerinnen aus: Nach dem zweiten Saisonerfolg, dem überraschenden 30:27 gegen die HSG Union Halle, gab es bei den Spielerinnen und auf den Rängen kein Halten mehr. Foto: Stefan Bamberg

Die Trommler oben auf der Tribüne gaben den Takt vor: „Hinsetzen, hinsetzen!“, lautete die deutliche Aufforderung der Fans. Und die Drittliga-Damen des SC Greven 09 ließen sich nicht zweimal bitten. Wenige Minuten zuvor hatten sie ihn perfekt gemacht, den zweiten Saisonsieg – und dann tanzte die Rönnehalle ausgelassen die Humba. 30:27 gegen die HSG Union 92 Halle und 60 packende Minuten – nach einer turbulenten Woche ist für den SC 09 urplötzlich wieder was möglich in Sachen Klassenerhalt.

Gegen die immerhin auf Rang sieben platzierten Ostwestfälinnen hatten wohl nur größte Optimisten mit einem 09-Erfolg gerechnet. Am allerwenigsten wohl die Spielerinnen der HSG, die entschieden zu spät erkannten, dass sie beim Tabellenschlusslicht mehr erwarten würde als ein lockerer Ausflug. Lediglich zu Beginn der Partie lief das Spiel so, wie es die allermeisten erwartet hatten. Halle führte schnell mit 2:0 (2.), auch nach dem 2:2-Ausgleich durch den Siebenmeter von Zsuzsa Baross (6.) roch es erstmal so gar nicht nach einer Überraschung. Vor allem die umtriebige HSG-Kreisläuferin Edda Sommer bekamen die 09erinnen überhaupt nicht in den Griff, ein ums andere Mal sah die Grevener Deckung schlecht aus.

Doch nach einer knappen Viertelstunde drehte sich der Wind: Ana Maria Ludusan (13.) und abermals Baross (16./17.) glichen zum 7:7 aus, in der Folge ging es eng zu. Auf Grevener Seite schlug nun die Stunde der Ulrike Glathe , die den Spielstand durch zwei Rückraumtore auf 9:8 umbog (19.) und auch die 13:12-Pausenführung besorgte (26.). Riesenjubel in der Halle, aber auch die Sorge: Hält die Mannschaft das durch? Die Antwort auf diese Frage gab es nach dem Seitenwechsel. Gleich im ersten Angriff packte Glathe die nächste Fackel von halbrechts aus – wieder drin! Halle zeigte sich beeindruckt, leistete sich technische Fehler. Ohnehin war es spielerisch sicher nichts für Handball-Gourmets, aber vielleicht war genau das das große Glück aus 09-Sicht. Denn so entschied sich das Match über den Kampf: Daniela Oanas Truppe war an diesem Abend nicht unbedingt besser, aber einfach bissiger als die HSG. Linksaußen Sophia Bultmann, sonst häufig in der A-Jugend des SC Greven 09 unterwegs, erwischte einen Sahnetag und steuerte gleich fünf Treffer bei. Nach 42 Minuten baute Baross die Führung mit dem 20:18 wieder auf zwei Tore aus, doch noch war Halle nicht geschlagen. Wenig später hieß es plötzlich wieder 23:24 aus 09-Sicht. „Kämpfen, Greven , kämpfen“, donnerte es von den Rängen. Und die Mannschaft versuchte es noch einmal. Schmiss sich noch einmal rein.

Sophia Bultmann zum 25:25 (54.), anschließend parierte die eingewechselte Lisa Klanz einen Siebenmeter. Baross zeigte im Gegenzug keine Nerven und besorgte die nächste Führung, Bultmann erhöhte. Noch knappe zwei Minuten, Halle verkürzte auf 28:27, doch Glathe und Bultmann machten alles klar. 30:27 – jetzt lagen sie sich alle in den Armen. Die Welle schwappte über die Ränge. Um es nicht falsch zu verstehen: 09 trägt nach wie vor die Rote Laterne – aber seit Samstag ist die Hoffnung erweckt.

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