Handball 3. Liga
David ohne Chance gegen Goliath

Greven -

Mit ganz viel Kampfgeist stellten sich die Drittliga-Handballerinnen des SC Greven 09 am Samstagabend in der Rönnehalle dem haushoch überlegenen TV Oyten. Trotz 31:46-Niederlage wollte Trainerin Daniela Oana dem personell geschwächten Schlusslicht keinen Vorwurf machen - weil ihre Mädels bis zum Schluss kämpften.

Sonntag, 06.04.2014, 14:04 Uhr

Obwohl sie sich gegen den TV Oyten mächtig ins Zeug legten, hatten die 09-Damen am Samstagabend vor eigenem Publikum nicht den Hauch einer Chance. Dabei lastete die Verantwortung noch mehr als sonst auf den Schultern der jungen Spielerinnen wie Pia Spahlinger (2.v.l.).
Obwohl sie sich gegen den TV Oyten mächtig ins Zeug legten, hatten die 09-Damen am Samstagabend vor eigenem Publikum nicht den Hauch einer Chance. Dabei lastete die Verantwortung noch mehr als sonst auf den Schultern der jungen Spielerinnen wie Pia Spahlinger (2.v.l.). Foto: Heidrun Riese

Bei einer 31:46 (13:23)-Niederlage kann normalerweise nicht von einer Wiedergutmachung die Rede sein. Und doch war dieser Begriff am Samstagabend in der Rönnehalle gar nicht so unangebracht. Denn trotz des überdeutlichen Ergebnisses, in das die Drittliga-Handballerinnen des SC Greven 09 im Heimspiel gegen den TV Oyten einwilligen mussten, gab es etwas, das die Fans nach der desolaten Leistung der Vorwoche versöhnlich stimmte: Die Mannschaft um Trainerin Daniela Oana kämpfte bis zur allerletzten Minute, auch noch als die Partie gegen den haushoch überlegenen Tabellenzweiten schon längst verloren war.

Dass die Gäste von Beginn an den Ton angaben, hatte auch viel mit der ungewohnten Aufstellung der Grevenerinnen zu tun. Mit Anita Balla und Zsuzsa Baross fielen gleich zwei Leistungsträgerinnen verletzungsbedingt aus. Daniela Oana war gezwungen, ihre Mannschaft umzustellen. Was auf der einen Seite eine Chance für Nachwuchskräfte wie Alexa Beckmann , Pia Spahlinger oder Sabrina Arntzen war, die zuletzt eher weniger Spielanteile hatten, was auf der anderen Seite aber auch eine hohe Fehlerquote mit sich brachte. In der Abwehr, wo Ulrike Glathe und Nele Biester in den Mittelblock rückten, gab es ebenso Probleme bei der Abstimmung wie im Angriff, wo reihenweise Bälle verloren gingen. Aber die Einstellung stimmte. Alle 09-Damen waren bis in die Haarspitzen motiviert, obwohl oder vielleicht auch gerade weil die Aufgabe so schwer war.

09-Damen gegen den TV Oyten

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Auch wenn die Gäste aus dem Norden der Republik sicherlich nicht ihr volles Potenzial ausspielten, so stellten sie ihre Überlegenheit doch deutlich unter Beweis. Nachdem Sophia Bultmann die Grevenerinnen von Linksaußen mit dem 1:0 das erste und einzige Mal in dieser Begegnung in Führung gebracht hatte (1.), übernahm Oyten ganz schnell das Ruder. Über 2:2 (3.) fielen die 09-Damen so auf 2:4 (5.) zurück. Mit einer starken Aktion, bei der Nele Biester den Ball in der Rückwärtsbewegung fing und Alexa Beckmann ihn von Rechtsaußen im TV-Kasten unterbrachte, kamen sie noch einmal auf 4:5 heran (7.). Doch dann wuchs der Abstand unaufhörlich.

Und die Gastgeberinnen, die schon früh häufig wechselten, bekleckerten sich bei ihren Angriffsbemühungen nicht immer mit Ruhm. Oyten stellte sich in der Abwehr geschickt an, keine Frage, und ging aggressiv ans Werk. Aber die 09-Damen machten es dem Tabellenzweiten auch nicht gerade schwer, ihnen den Ball abzunehmen. Die Folge war in der Regel ein schnelles Gegentor – wie beim 5:9 (10.), 7:13 (13.) oder 8:18 (21.), jeweils durch Katharina Kruse. Hinzu kam, dass die Grevenerinnen auch nicht besonders treffsicher waren, vor allem wenn sie aus der zweiten Reihe abschlossen. Wenn sie glänzten, dann meist durch Einzelaktionen wie Ulrike Glathes Zehn-Meter-Wurf zum 9:10 (24.).

Zur Pause waren die 09-Damen mit 13:23 bereits weit abgeschlagen, aber es war ein leistungsgerechtes Zwischenergebnis. Ebenso richtig war, dass sie nach dem Seitenwechsel noch weiter ins Hintertreffen gerieten – weil ihnen im Angriff nichts einfiel. Nach mehr als fünf Minuten ohne 09-Treffer war es Alexa Beckmann, die ihre Mannschaft von halblinks zum 14:27 endlich erlöste (36.).

Eigentlich war das Spiel bereits zu diesem Zeitpunkt verloren – weil Oyten einfach besser war. Und doch kämpften die Grevenerinnen immer weiter und verkürzten durch die vor allem in der zweiten Halbzeit engagiert aufspielende Ana-Maria Ludusan noch einmal auf 23:33 (46.). Manchmal klebte ihnen aber auch einfach das Pech an den Fingern. Wie bei dem Tempogegenstoß, den Sophia Bultmann nach einem starken Pass von Torfrau Lisa Klanz nicht verwerten konnte (47.). Insgesamt vergab die blitzschnelle Linksaußen in dieser Begegnung vier solch guter Chancen. Die letzte ganz zum Schluss. Aber selbst wenn der Ball reingegangen wäre, am Ergebnis hätte das auch nicht mehr viel geändert.

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