Rudi Assauer war einst Manager beim VfB Oldenburg
Als „Stumpen-Rudi“ noch Pfeife rauchte

Greven -

Nord-Regionalligist VfB Oldenburg, der am Sonntag ein Testspiel in Greven gegen Rot-Weiß Oberhausen bestreitet, läutete in der Saison 1991/92 das erfolgreichste Kapitel der Vereinsgeschichte ein. Dem Club aus dem Weser-Ems-Zentrum fehlte nur ein Punkt zum Aufstieg in die Bundesliga.

Mittwoch, 28.01.2015, 16:36 Uhr aktualisiert: 28.01.2015, 16:40 Uhr
Rudi Assauer (re.) und der in Lengerich geborene Trainer Wolfgang Sidka verpassten 1992 mit dem VfB Oldenburg nur um einen Punkt den Sprung in die Bundesliga. Heute ist der VfB viertklassig, Am Sonntag spielt er in Greven gegen RW Oberhausen.
Rudi Assauer (re.) und der in Lengerich geborene Trainer Wolfgang Sidka verpassten 1992 mit dem VfB Oldenburg nur um einen Punkt den Sprung in die Bundesliga. Heute ist der VfB viertklassig, Am Sonntag spielt er in Greven gegen RW Oberhausen. Foto: imago

Es war die Zeit, als Rudi Assauer noch Pfeife und keine Zigarren geraucht hatte. Den „Stumpen-Rudi“ gab es erst später beim FC Schalke 04 . Am 17. Mai 1992 stand der heute schwer an Alzheimer erkrankte 70-Jährige als Manager des VfB Oldenburg an der Seitenlinie des Meppener „Hindenburgstadions“ und fieberte dem Spiel seines VfB beim SV Meppen entgegen. Trotz eines 2:0-Sieges fehlte den Oldenburgern am Ende ein Punkt, um in die Bundesliga aufzusteigen. Für Assauer war es dennoch der Beginn einer großen Manager-Karriere. Ein Jahr später ging er zum FC Schalke 04. Dagegen begann für den Traditionsverein VfB Oldenburg der Abstieg auf Raten. Am Sonntag bestreitet der viertklassige Nord-Regionalligist in Greven ein Testspiel gegen West-Regionalligist RW Oberhausen. Anstoß ist um 14 Uhr in der Schöneflieth.

Die Fußball-Saison 1991/92 war eine wirklich verrückte. 1991 war der Deutsche Fußball-Verband der DDR dem DFB beigetreten. Die Angleichung des ostdeutschen Liga-Systems an das westdeutsche hatte zur Folge, dass die Bundesliga mit der Aufnahme von Hansa Rostock und Dynamo Dresden aus der DDR-Oberliga für eine Saison auf 20 Vereine aufgestockt wurde. In der 2. Liga gingen gar 24 Clubs an den Start, weil sechs Teams aus dem ostdeutschen Verband aufgenommen wurden. Die nach geografischen Gesichtspunkten zusammengestellten Staffeln Nord und Süd stellten jeweils einen Aufsteiger.

Im Norden hatten die erst ein Jahr zuvor in die 2. Liga aufgestiegenen Oldenburger eine Serie von neun Spielen hingelegt, in denen sie unbesiegt geblieben waren. Die Psychologie hatte zwar schon damals Einzug in den deutschen Fußball gehalten. Dass der Oldenburger Triumphzug jedoch das Produkt mentaler Stärke gewesen sei, das wollte Assauer nicht bestätigen: „Das Wort mental gab es zu der Zeit noch nicht. Nur eine Zahnpasta, die so hieß.“

Assauer hatte damals wesentliche Voraussetzungen für den Oldenburger Höhenflug geschaffen. Indem er den tschechischen Nationalspieler Radek Drulak oder den ehemaligen DDR-Auswahlspieler Wolfgang Steinbach ins altehrwürdige Donnerschwee-Stadion“, die „Hölle des Nordens“, gelotst hatte. Der in Lengerich geborene und aufgewachsene Trainer Wolfgang Sidka verstand es, diese Hochkaräter in die Mannschaft einzubauen. Und wenn einmal Not am Mann war, dann schnürte der als Spielertrainer angestellte Coach aus dem Lengericher Stadtteil Hohne auch noch selbst die Stiefel.

Schließlich komplettierte der damalige Vize-Präsident Klaus Baumgart, Teil des Duos „Klaus & Klaus“, das facettenreiche Dreigestirn den VfB. Assauer hatte da „noch nicht den Glauben an den Fußball-Gott“ verloren. Das kam erst später. 2001. Als Assauer sich im Fernduell mit dem FC Bayern bereits als Meister wähnte. Doch am Ende blieb nur der Titel „Meister der Herzen.“ Ein schwacher Trost.

Der verpasste Bundesliga-Aufstieg mit dem VfB Oldenburg war schmerzhaft. Weniger für Assauer. Umso mehr für den Verein. Der erholte sich von der Depression nur langsam. 2006/07 stieg der Club in die Oberliga Nord auf. Trainer war damals der heutige HSV-Coach Josef Zinnbauer.

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