Reitsport
Springreiter Rüder erlebt goldenen Herbst

Greven -

Mit seiner „Orlanda“ ist Hans-Thorben Rüder zur Zeit schwer zu schlagen. In Odense und Kiel feierte der Grevener zwei Siege – und hat für dieses Jahr noch nicht genug. Nach einer einwöchigen Auszeit, bereitet er sich nun auf die Turniere in Oldenburg, Posen und Frankfurt vor.

Mittwoch, 28.10.2015, 17:10 Uhr

Der Grevener Hans-Thorben Rüder mit seiner Stute Orlanda. Nach dem Sieg in Odense gönnten sich beide eine Woche Urlaub.
Der Grevener Hans-Thorben Rüder mit seiner Stute Orlanda. Nach dem Sieg in Odense gönnten sich beide eine Woche Urlaub. Foto: pp

Im Sport gibt es dieses Phänomen der Sättigung. Im Allgemeinen kennt man das von den Spielern des FC Bayern , die sich nach einer schönen Aneinanderreihung von Siegen nicht bissig, respektive hungrig genug zeigen, und just in diesem Moment auf einen Gegner treffen, der nicht mit der weißen Fahne wedelt.

Beim Grevener Springreiter Hans-Thorben Rüder sucht man dieses Phänomen vergebens. Nein, nach den zurückliegenden Wochen möchte man sogar sagen: Der Mann hat einen gesunden Appetit.

Der 41-jährige Grevener befindet sich in einer aufreibenden Phase seines Berufslebens. Er vollbrachte das Kunststück an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden zu brillieren. Zuerst gewann er den Großen Preis von Schleswig-Holstein, um dann exakt eine Woche danach auch noch den Großen Preis von Odense (Dänemark) zu gewinnen. Ein Doppelsieg, der im Reitsport sehr selten ist. „Ich weiß, dass es das gibt, dass man nach einem Sieg nicht 100-prozentig bei der Sache ist – ich kenne aber auch den gegenteiligen Effekt, nämlich, dass ich denke: Es läuft zur Zeit, warum soll es nicht noch einmal klappen?“ Und tatsächlich hat es ja geklappt.

Ohnehin, die Saison 2015 – wohlgemerkt auch für Rüder hält das Jahr noch exakt 63 Tage parat – wirkt wie eine Gesamtkomposition. Das sieht auch der Grevener so. „2015 war ganz sicher eines der besseren Turnierjahre für mich.“

Der 41-Jährige aber versteht sich nicht als Solist. Er weiß, dass der seinen momentanen Erfolg nicht minder seinen Pferden zu verdanken hat – allen voran der Stute Orlanda, die ihm die Familie Borßim zur Verfügung gestellt hat. „Sie ist derzeit wirklich in bestechender Form.“ 16 Jahre ist sie nun alt und Rüder glaubt, dass sie noch eine Saison auf dem derzeitigen Niveau bestreiten kann. „Danach wird sie wahrscheinlich in die Zucht gegeben; verständlich, sie hat sehr gute Gene.“

Aber auch für die Zeit danach ist bereits gesorgt. Die zwei zehnjährigen Pferde „Compagnon“ und „Lady Louise“ schicken sich an, in die Huftapsen von Orlanda zu stapfen. „Sie haben noch nicht ganz das Niveau, aber in jedem Fall das Potenzial.“ Beide Pferde kommen aus dem Stall Fiege. „Die Anzahl der Pferde ist für eine so lange Saison entscheidend, damit alle ihre Ruhephasen bekommen.“

Neben den Großen Preisen in Kiel und Odense zählen die Turniere in Porto Alegre (BRA) und der Gewinn des Championats in Groß Viegeln zu den weiteren Höhepunkten des Jahres. Rüder weiß aber auch die kleinen Dinge zu schätzen, „die emotionale Atmosphäre und auch die kleinen Fortschritte, die die Pferde machen. Auch das sind für mich Höhepunkte.“

Für Oldenburg, Posen (PL) und Frankfurt wird Rüder noch satteln – und dann natürlich beim Januar-Turnier in der Halle Münsterland. „So ein Heimspiel ist immer etwas Besonderes.“

Mal ganz ehrlich, satt klingt anders, oder?

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