SC Reckenfeld: Jahreshauptversammlung
Die Sache mit der Bindungsangst: Reckenfelds JHV vor leeren Rängen

Reckenfeld -

Dass der Saal aus allen Nähten platzt – nein, das erwartet schon lange niemand mehr. Und dass nicht jedes passive Mitglied sich dafür interessiert, was die Entscheider entscheiden – das ist auch nichts Neues. Dass jeder mal verhindert sein kann – geschenkt. Als Andrew Termöllen und seine Vorstandskollegen vom SC Reckenfeld allerdings am Donnerstag in die Runde blickten, erlebten sie in Sachen Mitgliederbeteiligung einen neuen Tiefpunkt.

Sonntag, 26.06.2016, 06:06 Uhr

Kein Wechsel in der Führungsriege: Der alte Vorstand des SC Reckenfeld ist auch gleichzeitig der neue – lediglich ein Beisitzerposten bleibt vorerst vakant. Abschied mit Blumen: Beisitzerin Sonja Kannenbäumer, seit 14 Jahren im Vorstand, legte ihren Posten nieder.
Kein Wechsel in der Führungsriege: Der alte Vorstand des SC Reckenfeld ist auch gleichzeitig der neue – lediglich ein Beisitzerposten bleibt vorerst vakant. Abschied mit Blumen: Beisitzerin Sonja Kannenbäumer, seit 14 Jahren im Vorstand, legte ihren Posten nieder. Foto: Stefan Bamberg

Kaum mehr als 20 Plätze im großen Saal des Deutschen Hauses waren besetzt – ein mehr als kümmerlicher Anblick. Man stelle sich vor, es ist Jahreshauptversammlung und (fast) keiner geht hin.

Als Negativ-Botschaft des Abends manifestierte sich so, was sich seit Jahren – freilich nicht nur beim SCR – abzeichnet: Menschen für eine aktive Mitarbeit im Sportverein zu begeistern, entwickelt sich zunehmend zur Sisyphus-Aufgabe. Der Trend: „Viele Leute wollen Sport treiben, sich aber nicht mehr binden“, beobachtet Termöllen.

Was sich auch in Zahlen niederschlägt: Während der SCR im vergangenen Geschäftsjahr einen nicht unerheblichen Mitgliederschwund verkraften musste (von rund 900 auf jetzt 852), erhöht sich die Anzahl der zeitlich begrenzten Kursangebote stetig. Jüngst war es die Verselbstständigung der Handballfreunde, die mehrere Mitglieder abwandern ließ – dass eine Kooperation zwischen Handballfreunden und SCR besteht, die es Sportlern ermöglicht, ohne Mehrkosten in beiden Klubs aktiv zu sein, wussten scheinbar längst nicht alle – obgleich es der SCR sehr eifrig kommunizierte. Aber: „Wer nie zu Sitzungen kommt, kann es nicht wissen.“

Der SCR-Chef wählte klare Worte – und bemühte sich dennoch erfolgreich darum, den besseren Nachrichten des zurückliegenden Sportjahres Vorrang einzuräumen: Triumphen, Ehrungen engagierter SCRler, der wichtigen Rolle, die der Verein im Ortsteil einnimmt. Ein Beispiel: 100 Jahre Reckenfeld , (mindestens) 100 Sportabzeichen – das soll der ehrgeizige SCR-Beitrag zum Ortsjubiläum werden. Ehrgeiz zahlte sich auch in den einzelnen Abteilungen aus: Die Sportkegler verbuchten mit dem Regionalliga-Aufstieg sportlich den größten Erfolg – und dürfen dort aufgrund einer Sondergenehmigung auch tatsächlich an den Start gehen. Hintergrund: Eigentlich bräuchte es eine Anlage mit vier Kegelbahnen, aktuell sind es zwei. Ein Handlungsbedarf, der sich wohl nur durch die geplante Sportstätten-Erweiterung am Wittlerdamm lösen ließe – einer der Gründe, warum der SCR bekanntlich lieber heute als morgen umziehen möchte.

Auch andere Abteilungen vermeldeten Vielversprechendes: Die Karateka freuen sich über großen Zulauf, Events der Fußballer lockten Aktive und Publikum an, Jugendcoach Thorsten Schwarz wurde Grevens Trainer des Jahres. Für seinen jahrzehntelangen Einsatz erhielt Schwarz, eine echte SCR-Identifikationsfigur, nun auch von Vereinsseite die goldene Ehrennadel. Deren silberne Version gab‘s für Sonja Kannenbäumer, die nach 14 Jahren Vorstandsarbeit als Beisitzerin aufhört; ihr Posten bleibt mangels Nachfolger vorerst unbesetzt, alle anderen fälligen Vorstandswahlen gingen einstimmig über die Bühne.

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Wurden für ihre 25-jährige Mitgliedschaft geehrt: Brigitte Riese, Jens Dömer, Fabian Howe, Sigrid Klapp, Oswald Matysik, Benjamin Siepert.

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