Frauenfußball: Bezirksliga
Schmerz lass nach: Grevens Frauen beklagen Verletztenmisere

Ladbergen/Greven -

In gewöhnlichen Zeiten hat Jürgen Röös häufiger mal ein schlechtes Gewissen. Warum? Nun, der Trainer des Frauenteams vom VfL Ladbergen /DJK BW Greven ist ein Mann mit Mitgefühl, der seine Spielerinnen nicht nur als nutzbringende Fußballerinnen, sondern auch als Menschen schätzt...

Donnerstag, 05.01.2017, 05:01 Uhr

Die Frau mit dem richtigen Torriecher: Auf Antje Kurnitzki ist Verlass. Geht es nach dem Wunsch von Trainer Jürgen Röös, soll das Team bald variabler spielen und von jeder Position aus Torgefahr ausstrahlen.
Die Frau mit dem richtigen Torriecher: Auf Antje Kurnitzki ist Verlass. Geht es nach dem Wunsch von Trainer Jürgen Röös, soll das Team bald variabler spielen und von jeder Position aus Torgefahr ausstrahlen. Foto: Ulrich Schaper

26 Spielerinnen hat Röös auf seiner pickepacke vollen Kaderliste stehen; man ahnt, wie schwer es ihm fallen würde, Wochenende für Wochenende viele seiner Schülerinnen zu enttäuschen, weil er bloß einen Platz auf der Bank übrig hätte.

Man kann hier ruhig im Konjunktiv bleiben, denn durch die gegenwärtige Gesundheitskrise des VfL muss er gar niemanden enttäuschen, im Gegenteil: Röös ist froh, wenn er die ein oder andere Ersatzspielerin präsentieren kann.

Der Anblick, der auf Krücken und mit Schienen umherwanderenden sowie der Schnupf- und Grippekranken Spielerinnen macht auch dem VfL-Trainer das Herz schwer. „Das ist schon eine verflixte Situation.“

Die Fieberkurve des VfL Ladbergen

Die Fieberkurve des VfL Ladbergen Foto: Grafik/Lisa Stetzkamp

Vor der Saison hatten sich der VfL Ladbergen und die DJK BW Greven zu einer Spielgemeinschaft zusammengefunden, die seither in der Bezirksliga unter dem Decknamen des VfL auf Tore- und Punktejagd geht. Die dünne Personaldecke beider Klubs sollte der Vergangenheit angehören. Doch weit gefehlt. Praktisch vom Saisonstart weg muss Röös rotieren. „Mir ist es noch nicht gelungen, in zwei Partien hintereinander die gleiche Mannschaft aufs Feld zu schicken“, klagt er. Fortwährende Erkrankungen, Dauerverletzte, Studium, Ausbildung, Beruf, Urlaub – die Liste, die dazu führt, dass Röös Woche für Woche puzzlen muss, ließe sich beliebig fortführen.

„Das ist der Grund, warum wir unten drin hängen“, sagt er. Mit drei Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz ist der VfL nicht gerade abgeschlagen. Doch das Team steht bereits zu Beginn der Rückrunde mächtig unter Druck. „Wir sollten uns da schleunigst befreien“, fordert der VfL-Trainer. „Grundsätzlich traue ich der Mannschaft alles zu. Wenn wir einmal unsere beste Elf aufs Feld schicken könnten, dann gibt es nicht viele Gegner, die wir fürchten müssen.“

Gerade den Spitzenteams der Liga hat Ladbergen regelmäßig Paroli bieten können, sich aber meist durch Unkonzentriertheiten und individuelle Fehler um den verdienten Lohn gebracht. Auch das sei dem Umstand geschuldet, dass durch die Vielzahl der personellen Wechsel Abstimmungsprobleme herrschen.

Ab dem 24. Januar beginnt die Vorbereitung auf die Rückrunde. „Ich hoffe, dass ich da möglichst viele Spielerinnen begrüßen kann.“ Testspiele sind mit der SG Telgte (4. Februar), SW Esch (5. Februar), BW Schwege (12. Februar) und BW Hollage (19. Februar) verabredet. Dann, so hofft Röös, können die Spielerinnen auch das neue Spielsystem weiter verinnerlichen.

„Wir wollen mehr spielen. Dass wir mit langen Bällen unsere – wohlgemerkt sehr guten – Stürmerinnen suchen, soll der Vergangenheit angehören. Ich möchte bei jeder Spielerin sehen, dass sie den Ball haben will.“

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