Fußball: Aufstiegsrelegation zur Kreisliga A
Gimbtes Drama in Amelsbüren

Gimbte -

Das war ein im nachhinein völlig sinn- und bedeutungsloses Aufstiegs-Drama für den Fußball-B-Ligisten BG Gimbte. Die Mannschaft von Dragan Grujic unterlag in Amelsbüren mit 2:4, wäre aber auch im Falle eines Erfolge nicht in den Genuss eines Aufstiegs gekommen.

Freitag, 09.06.2017, 13:06 Uhr

Nach dem Abpfiff hatten Spieler und Fans trotz der durchaus bitteren 2:4-Niederlage in Amelsbüren allen Grund, die tolle Saison in der Kreisliga B entsprechend zu feiern.
Nach dem Abpfiff hatten Spieler und Fans trotz der durchaus bitteren 2:4-Niederlage in Amelsbüren allen Grund, die tolle Saison in der Kreisliga B entsprechend zu feiern. Foto: Stefan Bamberg

Die beiden Damen haben mächtig was vor heute Abend. „Ab in die Fankurve?“, fragt die eine. Aber hallo. Locker 200 Gimbter sind schon da. Ein halbes Dorf „fährt auswärts“, wie es in der Schlachtenbummler-Sprache so schön heißt. Dann ein kleiner Tumult, Jubelschreie, Menschen, die sich und ihre Smartphones herzen: „2:0 für Albachten!“, diese Nachricht macht die Runde – das eigene Spiel hat übrigens noch längst nicht angefangen. Donnerstagabend. Viertel nach sieben in Amelsbüren. Vieles, sehr vieles scheint angerichtet für ein Märchen in blau-gelb.

Aufstiegsrelegation BG Gimbte

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Knapp anderthalb Stunden später jedoch fühlt sich plötzlich alles ein bisschen sinnlos an. Um 20.42 Uhr werden Fakten geschaffen: Concordia Albachten hat nur 2:1 gewonnen, verabschiedet sich damit nicht in die Bezirksliga – kein Platz mehr frei in der Kreisliga A.

Sie könnten jetzt noch Real Madrid aus dem Stadion schießen, wahlweise aber auch von Barfuß Schlumpfhausen oder Rückwärts Lummerland an die Wand gespielt werden. Oder eben mit 2:4 (0:2) gegen GW Amelsbüren verlieren – alles egal: BG Gimbte steigt nicht auf. Niemand steigt auf in dieser Relegations-Lotterie, deren Erfinder vermutlich in jedem Casino zum Mitarbeiter des Monats gekürt würde.

Doch was nützt der Ärger über den Modus? Heute reicht es auch spielerisch nicht. Ausgerechnet heute erwischen die Durchstarter um Trainer Dragan Grujic ihren wohl schlechtesten Tag der kompletten Saison.

Für die Gastgeber ist dieses Match sportlich bedeutungslos – das lassen sie sich allerdings nicht anmerken: GW Amelsbüren legt los wie Popeye nach der dritten Spinat-Büchse, bei Gimbte geht‘s hinten – ohne Stammtorwart Marco Laufmöller, Abwehrchef Marcel Pielage und den früh verletzt ausgewechselten Kapitän Christian Schürhoff – drunter und drüber: Flanke von rechts, Ersatzkeeper Lennart Fisseler unterläuft das Ding – Abstauber, 0:1 (20.). Die mitgereisten Anhänger machen kurzerhand Schiri André Frankrone als Schuldigen für den verkorksten Beginn aus; doch der kann sicher nix dafür, dass in der 23. Minute schon wieder keiner attackiert – patsch, 0:2. Nichts klappt. Halbzeit. Au weia!

Die Gimbter Mannschaft, aber auch ihre Fans haben fantastische Monate hinter sich, haben über die Dorfgrenzen hinaus begeistert – und genau daran erinnern sie sich jetzt. Die Nummer ist im Grunde gelaufen, doch das Publikum schwenkt von Enttäuschung auf Stolz um. Nach einer Stunde sogar das 0:3 – wen interessiert’s? „Wir woll’n die Gimbter seh’n!“, skandieren sie. Und ihre Lieblinge lassen sich nicht hängen. Daniel Helmes mit einem hübschen Schlenzer – 1:3 (67.). Danach schickt Christopher Nobbe eine Bogenlampe in den Orbit, die an der richtigen Stelle runterfällt, nur noch 2:3. Kurz vor Schluss gibt‘s noch das 2:4 (85.) – und wenig später große Gefühle. „Es war eine überragende Saison“, sagt Dragan Grujic. „Und diese Mannschaft bleibt beisammen, das ist das Beste.“

Die Geschlagenen sind auf dem Weg in den Fanblock, ein malerischer Sonnenuntergang – dazu der Aufstieg? Wer weiß, vielleicht wäre das einfach zu kitschig gewesen an diesem Abend in Amelsbüren.

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