Fußball: Bezirksliga
Zwei plus mit Sternchen

Greven -

Sie sind zwar keine Streber – aber doch schon ziemlich gut: Die eine oder andere kleinere Panne gab‘s, insgesamt jedoch können die Bezirksliga-Kicker des SC Greven 09 mit ihrer Saison glücklich sein. Findet auch Trainer Andreas Sommer.

Dienstag, 12.06.2018, 16:36 Uhr

Wenn er spielte, spielte er gut: Patrick Fechtel. Sein Trainer Andreas Sommer ist mit Rang vier zufrieden.
Wenn er spielte, spielte er gut: Patrick Fechtel. Sein Trainer Andreas Sommer ist mit Rang vier zufrieden. Foto: Marleen Meyerhoff/Grafik: Jürgen Christ

Hefte raus, Klassenarbeit! Wer von uns wacht vom Gedanken an diesen Satz nicht heute noch schweißgebadet auf? Mindestens ebenso kultig waren aber ja auch immer die Szenen, in denen es die Dinger zurückgab: Wer kassiert die Fünf? Wie schön, dass wir alle an Eugen-Jonathans Null-Fehler-Klausur teilhaben dürfen! Und zu Recht Dresche gibt’s natürlich für Leute, die wegen einer Zwei plus anfangen zu heulen. Sehr wahrscheinlich gehörte Andreas Sommer nicht zu diesen Typen: Der Trainer des SC Greven 09 ist nämlich absolut einverstanden, wenn man ihm „Gut – mit Tendenz nach oben“ als Saisonfazit vorschlägt.

Greven 09 beendet die Bezirksliga-Saison auf Platz vier, mit 52 Punkten und einer Tordifferenz von plus elf. „Saisonziel erreicht“, bilanziert Sommer trocken. Was zur Eins – die laut Definition der Kultusministerkonferenz ja nur vergeben werden soll, „wenn die Leistung den Anforderungen im besonderen Maße entspricht“ – fehlte: „Wir waren in einigen Phasen nicht stabil genug“, findet der Coach.

Was freilich am 14. September 2017 besonders wehtat: ein tiefer Griff ins Klo bei der 1:3-Kreispokal-Klatsche gegen die DJK Blau-Weiß – man munkelt, dass Peter Lakenbrink noch heute süße Träume von seinem Freistoß-Sahnetor gegen den Stadtrivalen ereilen. Womöglich diente diese Peinlich-Pleite den 09ern aber auch als Wachmacher: Von den folgenden elf Partien bis zur Winterpause verloren sie nur noch drei, hinzu gesellte sich das beachtliche 2:2-Remis gegen die Übermannschaft aus Kinderhaus.

Überhaupt: Die Großen der Liga lagen Greven besser als die vermeintlichen Zwerge. Den Tabellenzweiten SC Altenrheine putzten sie gleich zweimal, gegen den Dritten Vorwärts Wettringen holten sie vier Zähler aus Hin- und Rückspiel.

Kunstpausen gönnte man sich in der Schöneflieth lieber gegen Kellerkinder der Marke Neuenkirchen, Hauenhorst und Wolbeck: „Da haben wir gesehen, was passiert, wenn wir nicht hundert Prozent investieren“, analysiert Sommer.

Einen gewissen Übermut gegen die Kleinen verzeiht der Übungsleiter seinen Schützlingen dabei fürs Erste noch: „Zumal wir teilweise auch von Verletzungspech geplagt waren.“ Offensiv-Orkan Patrick Fechtel fehlte erst einmal länger, dann öfter kürzer. In der Wintervorbereitung traf es Regisseur Emre Kücükosman. Grün-schwarz-weiße Jungfüchse sprangen ein: Simon Herkt, am Ende der Saison auch Nasimon Fousseni, Luca Stegemann und Henning Schultze-Ueberhorst. „Sie müssen natürlich noch mehr Konstanz reinkriegen“, meint Sommer. „Aber Hut ab: Die Jungs haben auf der Bank nicht gemeckert und waren dann voll da.“

Im Frühling war so auf einmal die Landesliga-Relegation in Spuckweite – weil die Sommer-Elf zwischen Mitte Februar und Mitte April nur ein einziges Match abgab (1:4 in Kinderhaus).

Zwar erübrigten sich etwaige Rechenspielchen aufgrund einer Mini-Flaute rasch – die große Unruhe aber fiel aus: „Alle hier im Verein haben eine realistische Erwartungshaltung“, konstatiert Sommer. Kein Druck vom Vorstand, kein Zoff im nicht überragenden, aber soliden Saisonendspurt.

Und so bleibt als kleinerer Rückrunden-Makel eigentlich nur ein relativ skurriler Auftritt beim 2:6 in Emsdetten, als Sommers Belegschaft eher den Eindruck erweckte, sie befände sich auf einer vorgezogenen Maitour. Ansonsten aber ganz klar: Zwei plus! Mit Sternchen.

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