Tischtennis: DJK BW Greven
Das Gegenteil von Bodensee-Dampfer

Greven -

Tischtennis-Routinier Reinhard Rothe kümmert sich in Greven um den Nachwuchs.

Sonntag, 11.11.2018, 19:20 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.11.2018, 18:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 11.11.2018, 19:20 Uhr
Reinhard Rothe weiß, wie es geht. Und das komplexe Wissen um die Sportart Tischtennis gibt er jetzt an den Nachwuchs weiter. Und: mit Handbällen kennt sich der Routinier auch aus.
Reinhard Rothe weiß, wie es geht. Und das komplexe Wissen um die Sportart Tischtennis gibt er jetzt an den Nachwuchs weiter. Und: mit Handbällen kennt sich der Routinier auch aus. Foto: Stefan Bamberg

Es gibt Momente, in denen ist ein Tischtennis-Altmeister eher verwundert als empört. Weil Reinhard Rothe als einer, der sein ganzes Sportlerleben lang den Wettbewerb liebte, der schon immer ein Ehrgeizling gewesen ist, sich sowas schlicht nicht vorstellen konnte. Der Sohn könne nicht zum Spiel kommen, weil er heute in der Stadt neue Hosen kaufen müsse, schallt es aus Rothes Mailbox. „Die Entwicklung im Nachwuchsbereich ist ein bisschen traurig“, redet er Klartext. Nicht nur, dass in der jüngeren Vergangenheit immer weniger Kinder an die Platte wollten. Nein, die Gesamtsituation sei in Schieflage geraten: „Früher war auch die Unterstützung durch die Eltern eine ganz andere.“

Da fuhr Papa mit zu jedem Match, da hätte es sowas wie mit der Hose eben nicht gegeben. Doch nun ist es nicht so, dass der Oldie einfach mal abhalsen will – der ehemalige Zweitliga-Recke möchte was ändern, jetzt, da er mit fast 63 etwas mehr Zeit hat.

Zusammen mit Silke Ahlert hat er in der Martini-Grundschule eine Tischtennis-AG gegründet: „Eine prima Chance, mal in diesen tollen Sport reinzuschnuppern“, glaubt Ahlert, deren Sohn schon länger in Rothes Anfängergruppe bei DJK zockt. „Da geht er richtig gerne hin.“

Rothe und Ahlert finden, dass Fußball-AG jeder kann. Sie wollen – zumindest auch – gezielt Kids abholen, die bei den nicht gerade als zartbesaitet geltenden Balltretern womöglich weggebissen würden. Die Geduld für eine eher leise, komplexe Sportart mitbringen: „Fähigkeiten wie Zuhören und Konzentration sind beim Tischtennis besonders gefragt“, erklärt Rothe. Wer sich darauf einlässt, kann es oft schneller als woanders weit bringen – und: „Das gilt gerade auch für Mädchen.“

Ein kleinwenig träumt Rothe ja schon von eingeschworenen Truppen, die da zusammenwachsen könnten. Davon, dass auch die Eltern mitziehen und sich für das sportliche Vorwärtskommen ihrer Brut interessieren: „Das ist unheimlich wichtig.“

Gründe, gerade bei der DJK anzufangen, gebe es auch, meint der Vereinsmensch Rothe: „Unsere Trainer haben sich zuletzt allesamt weiter qualifiziert.“ Montags leitet er zusammen mit Matthias Kaltmeier das Training, freitags übernehmen Steffen Potthoff und Andreas Tietmeyer. „Ich selbst habe seit über 40 Jahren kein Anfängertraining mehr gemacht“, schmunzelt Rothe.

Doch wer ihm an diesem Montagnachmittag in der Schule so zuschaut, ahnt, dass das wohl wie Fahrrad fahren ist – verlernt man nicht. Zugegeben, manchmal muss er wohl noch üben, seine Erwartungen etwas runterzuschrauben: ein kurzer Blick der Entrüstung, als nicht alle Kinder in der ersten Stunde schon Sportzeug mithaben. Dem Mini-Schock folgt jedoch gleich das aufmunternde Lächeln: „Nächstes Mal aber – okay?“

Es geht los mit der richtigen Schlägerhaltung: „Als ob wir jemandem die Hand geben wollen.“ Sie balancieren mit Luftballons, erst Vorhand, dann Rückhand. Dann das gleiche mit Tischtennisbällen. Eine Runde Kastenball zum Auspowern – Rothe ist begeistert, wie emsig die acht Kids mitmachen.

Vier AG-Einheiten sind geplant – vielleicht sieht er danach den einen oder die andere beim DJK-Training wieder. In der Ersten Mannschaft sind Matthias Kaltmeier mit 33 und Rajee Sithamparanathan mit 38 Jahren die Jüngsten – für die Besatzung eines Bodensee-Ausflugsdampfers wäre das eine durchaus akzeptable Quote.

Für eine halbwegs ambitionierte Sportmannschaft gerät so eine Altersstruktur eher früher als später zum Problem. Aber sie arbeiten ja jetzt dran.

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