Sportlerwahl: Thomas Derner
Das Hobby zum Beruf gemacht

Greven -

Bei der Wahl zum Trainer des Jahres rückt Thomas Derner in den Mittelpunkt.

Freitag, 11.01.2019, 14:00 Uhr aktualisiert: 14.01.2019, 15:16 Uhr
Thomas Derner in seinem Element. Als Trainer blickt er auf eine überaus lange und sehr erfolgreiche Karriere zurück.
Thomas Derner in seinem Element. Als Trainer blickt er auf eine überaus lange und sehr erfolgreiche Karriere zurück. Foto: Stefan Bamberg

Dabei avancierte die Wettkampfpremiere des jungen Derner eher zum Betriebsunfall: „Unsere ersten Turniere verliefen wirklich vollständig erfolglos.“ Viermal raus in der Vorrunde. Und doch irgendwie die Ahnung, dass da was drin ist. Innerhalb von zweieinhalb Jahren tanzte sich Derner in die höchste deutsche Klasse, später zu EM und WM. Zwischen 1986 und 1996 verpasste er kein DM-Finale – und doch immer haarscharf den Titel.

Womöglich jedoch zieht es sich wie ein roter Faden durch Derners sportliche Vita, dass er nach Misserfolgen stets gestärkt zurückkam. Und mit neuen Ideen: Während seiner Aktiven-Zeit hatte er sämtliche Übungsleiterlizenzen erworben – für die Karriere nach der Karriere, die wegen hartnäckiger Verletzungssorgen etwas früher als geplant begann.

Vielleicht wäre aus ihm auch ein guter Architekt geworden, das Studium hatte der gelernte Tischler irgendwann geschmissen, er war ja auch immer unterwegs. Vor allem aber: „Ich war mir sicher, dass Tanzen meine Leidenschaft ist.“ Alles auf Risiko, alles auf Trainer. Er stürzte sich in den Beruf, der ihm immer auch wie ein Hobby vorkam: Für seine Athleten reist er seither durch die Republik – und noch viel weiter, wenn internationale Meisterschaften anstehen.

Dass Greven anrief, ist jetzt auch schon lange her – der TSC Ems-Casino begleitete Derner auf einem großen Wegstück seiner nunmehr über 30 Jahre dauernden Trainer-Reise.

Mit zwei Ausnahme-Athleten, die über ihn nicht weniger sagen als: „Ohne Thomas gäbe es uns als Paar nicht.“ Für Petra Voosholz und Bernd Farwick – dreimal deutsche Senioren III-Meister, sechsfache WM-Finalisten und GOC-Champions 2018 – ist Derner der Fachmann, Motivator und Stabilisator im Hintergrund.

Das Tanzen zurück zu den Leuten bringen – das ist Derner, der in Lengerich eine Tanzschule führt, ein Anliegen. Man kann das ein bisschen altmodisch finden, oder aber haltungsstark – im wahrsten Sinne des Wortes. An sich selbst hat er erlebt, wie der Sport Menschen prägen kann. Die Arbeit mit unterschiedlichsten Charakteren, die Begeisterung für Ästhetik, die Emotionen, wenn die Musik losgeht – all das fasziniert ihn noch wie am ersten Tag. Alles auf Risiko? Thomas Derner schmunzelt: „Ich glaube, es war die richtige Entscheidung.“

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