Fußball Kreisliga A1: DJK strauchelt auf der Zielgeraden
Angst essen Beine auf

Greven -

Was für ein Kunststück: Da fehlt den DJK-Fußballern gerade mal ein Pünktchen zum sicheren Klassenerhalt. Und dann das: Im direkten Duell gegen Eintracht Münster will aber so gar nichts gelingen. Das Ende vom Lied ist eine Heimniederlage. Doch es bleibt ein Hoffnungsschimmer.

Sonntag, 26.05.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 28.05.2019, 14:30 Uhr
Anders als in den vergangenen Wochen will den DJK-Fußballern im Heimspiel gegen Eintracht Münster wenig bis nichts gelingen. In dieser Szene kommt Henning Stamm zu spät.
Anders als in den vergangenen Wochen will den DJK-Fußballern im Heimspiel gegen Eintracht Münster wenig bis nichts gelingen. In dieser Szene kommt Henning Stamm zu spät. Foto: Stefan Bamberg

Es ist 16.58 Uhr in der Emsaue und irgendwie wie früher in der Schule: Als freitags nach der sechsten Stunde der Gong ging, hoch die Hände, Wochenende – und dann? Gibt‘s Hausaufgaben. Beziehungsweise in diesem Fall sogar: Nachsitzen für alle! Versetzung gefährdet! Die DJK Greven dreht eine Extrarunde: Wegen des 1:2 (1:1) gegen Eintracht Münster – von wegen Nichtabstiegsfete. Stattdessen kollektives Grashalm-Rausrupfen unten. Und Handy-Getippe oben bei den bestimmt 200 Fans: Ob sie dort schon „Hohe Geist, Albachten“ googeln? Dort steigt nämlich kommenden Samstag das Entscheidungsmatch – erneut gegen die jetzt punktgleiche Eintracht.

„Das ist einfach kacke“, sagt DJK-Coach Peter Talmann. Alles war ja angerichtet, ein einziger Punkt hätte gereicht zum Klassenerhalt, ein Remis gegen relativ formschwache Münsteraner.

Die freilich einen vielleicht entscheidenden Vorteil haben: Ihnen bleibt nichts mehr als die pure Flucht nach vorne. Und so legen sie auch los: 5. Minute, blau-weißer Stockfehler, Gregor Klaus unterwegs, dann haben sie ihn aber, sie haben ihn ... sie haben ihn nicht! Niemals darf dem Mann dieser zweite Ball vor die Füße fallen, den er dann mit starker Übersicht an Lukas Funke vorbeieumelt – die Gäste führen.

Gegen Talmänner, die sich hier selbst Bein für Bein stellen: mit ungenauen Pässen und fehlenden Anspielstationen – das Grevener Aufbauspiel ist plötzlich richtig schlecht. Und unerklärlich, weil das doch über weite Strecken der Rückrunde schon so viel besser geklappt hat. „Bewegung, Bewegung, Bewegung“, fordert Talmann schnaubend. Und weiß, dass seine Jungs ihn allzu gerne beim Wort nehmen würden. Aber es schlicht und einfach nicht gebacken kriegen heute. Angst essen Beine auf.

Dann allerdings bricht Patrick Schlautmann mal mit Verve durch – und siehe da, Eintracht hat eine Ecke zu verschenken: Nicolai Lange bringt sie rein, Maximilian Wilp schießt aus dem Hinterhalt – Bambule am Brüggenmersch. 1:1, 28. Minute.

Für eine Viertelstunde erwecken die Gastgeber nun den Eindruck, dass sie die Kiste in den Griff bekommen: Bernd Block und sein Dropkick – Eintracht-Keeper Onno Suntken macht sich lang (31.). Und steht kurz nach dem Wechsel wieder im Mittelpunkt, als er bei einem wahnwitzigen Rückpass seines Kollegen nur zu spät kommen kann gegen Lukas Wentker – es gibt Elfer (55.). Und dann liegt der Ball da auf dem Punkt, im wahrsten Sinne des Wortes. Elf Meter bis zur Rettung – oder bis zur Nervenflatter: Nicolai Lange – und nun ebensolche Gesichter. Richtung Gimbte.

Und wie in Trance erlebt das Publikum gegenüber das 1:2 (57.) – Hereingabe, ping-pong, ziemlicher Hieb von Jan Brieger, Funke um die Ohren. Der DJK ins Gesicht.

Kein Problem – halbe Stunde noch: Doch sie bekommen einfach überhaupt nix Konstruktives mehr auf die Reihe. Ein letzter Freistoß in der Nachspielzeit, Funke jetzt mit vorne, und Präsidiumsmitglied Wolfgang Block nervös hinterm Tor, dann Kopfball, Kopfball, Querschläger – weg. Neunzig plus sechs. Schiri Julius Beck macht Schluss. Und auf der Eintracht-Bank geht jetzt die Party ab: Elton John, „I‘m still standing“ – ja, sie stehen immer noch. Auch für die DJK gäbe es einen Song: Es könnt‘ alles so einfach sein – isses aber nicht.

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