Turnen: Münsterlandliga
Zeit für (noch mehr) Gänsehaut

Greven -

Das lief nahezu perfekt für die Turner des TVE Greven. Beim Kampf um einen Platz in der Relegation zur Münsterlandliga 1 nutzten die heimischen Talente die Chance, sich in bester Form zu präsentieren. Sie sicherten sich mit teilweise herausragenden Leistungen am Ende den ersten Platz trotz starker Konkurrenz und hoffen nun im Rahmen der Relegation auf den großen Wurf.

Montag, 08.07.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 14.07.2019, 14:20 Uhr
Die jungen TVE-Talente nutzten ihren Heimvorteil und schafften die Qualifikation für die Relegation zur Münsterlandliga 1. Sie sicherten sich am Wochenende Platz eins.
Die jungen TVE-Talente nutzten ihren Heimvorteil und schafften die Qualifikation für die Relegation zur Münsterlandliga 1. Sie sicherten sich am Wochenende Platz eins. Foto: Stefan Bamberg

Das letzte Mal, als sie an dieser Stelle und in dieser Konstellation zusammen standen, konnte man an ihren Gesichtern das Datum ablesen: Am Abend vor Totensonntag war das. Sechseinhalb Monate und gute 25 Grad später sieht die TVE-Turn-Welt deutlich fröhlicher aus – denn: Am 7. Dezember, bei der Relegation in Dülmen, kriegen Mariella Töws, Inger Reitenbach, Kira Böckmann und Alina Reckers eine neue Chance auf den Aufstieg in die Münsterlandliga (MSL) 1.

Das Heimspiel am Samstag, der Titel in der MSL 2 – das hinterließ auch einen zuversichtlichen Trainer Volker Dietz : „Mit so einem Auftritt müssen wir vor keinem Gegner Angst haben.“

Na dann, auf geht’s in der Kroner Heide: Die Dietz-Riege beginnt am Sprung. Ein vermeintlich dankbares Gerät zum Eingrooven, die ganz dicken Patzer passieren hier eher selten – umso schwieriger jedoch, sich weit nach oben abzuheben. Bis Alina Reckers anläuft: blitzschnell, explosiv, präzise – „Steh!“, rufen die Kolleginnen von hinten. Reckers steht. 13,45 Punkte – Ausrufezeichen! Die erste TVE-Duftmarke, da ist der Wettkampf noch keine zehn Minuten alt.

Wohl wissend, dass es eigentlich keine ungünstigen Zeitpunkte für Top-Leistungen gibt – dieser ist nun wirklich besonders günstig. Reckers‘ Wertung bleibt bis zum Schluss das Maß aller Dinge. Und verleiht den Gastgeberinnen zusätzlichen Rückenwind für den nun folgenden Griff in die Magnesium-Tonne: Der Stufenbarren, dieser Henker aller Schul-Sportler, wartet vergeblich auf Grevener Unsicherheiten. Es ist vielleicht nicht durchweg das riesige Spektakel – aber sie lassen gar keinen Zweifel daran, wer hier im Advent zur Relegation fährt, wer hier seine Führung aus der Hinrunde souverän nach Hause bringt.

Die zwei, drei Wackler am Schwebebalken – okay, die sollten sie sich dann möglichst sparen: „Boah, da krieg‘ ich jedes Mal `nen Herzinfarkt“, platzt es spontan aus Dietz heraus. Doch die Noten verharren, vor allem wegen der hohen Schwierigkeitsgrade, absolut im grünen Bereich.

Überhaupt: Nun, da die Pflicht erledigt ist, erlebt der Coach eine Mannschaft, die den Bausparer-Modus endgültig verlässt. Da wagt Lena Henning, die Jüngste im Team, am Balken, auf zehn (!) Zentimetern, als einzige den Flic-Flac.

Und dann: Ja, is‘ denn heut‘ scho‘ Silvester? Ein finales Grevener Feuerwerk am Boden. Reckers nochmals mit einer 13,45-Regierungserklärung, Reitenbach mit 13,35. Übungsleiter Volker Dietz staunt: „Bei den Bodenübungen hatte ich tatsächlich ein bisschen Gänsehaut.“

Im Dezember hoffentlich noch ein bisschen mehr.

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