Badminton: Linda Efler hält sich fit
Zirkeltraining im Garten statt Sommerspiele in Tokio

Greven -

Jetzt ist es amtlich: Die Sommerspiele werden auf 2021 verschoben. Badmintonspielerin Linda Efler aus Emsdetten hat die Diskussionen in den vergangenen Wochen mit Spannung verfolgt – und findet die Entscheidung richtig.

Dienstag, 24.03.2020, 17:32 Uhr aktualisiert: 25.03.2020, 16:44 Uhr
Hält die Verschiebung für die richtige Entscheidung:
Hält die Verschiebung für die richtige Entscheidung: Foto: Florian Levenig

Erstmals in der 124-jährigen Geschichte werden die Olympischen Spiele verschoben. Wegen der Coronavirus-Pandemie wird das weltgrößte Sportereignis nun erst im kommenden Jahr in Japan stattfinden. Das gab Ministerpräsident Shinzo Abe am Dienstag nach einer Telekonferenz bekannt, an der auch der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), der Deutsche Thomas Bach, teilnahm.

Linda Efler aus Emsdetten hat die wochenlangen Diskussionen um eine mögliche Absage oder Verlegung gespannt verfolgt. Die Deutsche Meisterin im Badminton-Damendoppel hat sich bis vor Kurzem noch Hoffnungen gemacht, in den Flieger ins Land der aufgehenden Sonne einsteigen zu können. Wir haben mit ihr gesprochen.

Linda, wie geht es Ihnen? Sind Sie gesund?

Efler: Ja, zum Glück ist bei mir alles in Ordnung.

Wie groß waren denn Ihre Chancen, an den Olympischen Spielen in Tokio teilzunehmen?

Efler: Bis Ende April hätte es noch Qualifikations-Wettkämpfe geben sollen, bis zum 1. Mai sollten dann die Olympia-Meldungen abgegeben werden. Meine Chancen waren allerdings sehr gering. Im Mixed haben wir schon Anfang Januar aufgegeben, weil mein Partner, Marvin Seidel, Hüftprobleme hat. Im Damendoppel haben wir alles versucht. Sechs Turniere haben noch ausgestanden, bei denen Isabel Herttrich und ich uns eine Qualifikation für die Olympischen Spiele hätten sichern können.

Jetzt werden die Spiele um ein Jahr verschoben.

Efler: Mir war bewusst, dass die Spiele nicht wie geplant im Sommer stattfinden können.

Es gab zuletzt eine Diskussion der Athletenkommission. Was ist dabei herausgekommen?

Efler: Es ist deutlich geworden, dass die meisten Athleten für eine Verschiebung der Spiele um ein Jahr sind. Aber da ist uns auch erklärt worden, was das für Konsequenzen hätte.

Welche?

Efler: Eine Absage oder eben Verschiebung der Spiele hätte unfassbare finanzielle Konsequenzen für Tokio aber auch für die einzelnen Sportverbände. Die Ausmaße wären gravierend. Derzeit weiß man nicht 100-prozentig wie sich die Situation rund um die Corona-Pandemie weiter entwickeln wird. Japan versucht jedenfalls alles, um die Infektionen zu begrenzen. Als Athleten kommt uns eine Verlegung entgegen. Aber das ist nicht so leicht, wie wir es uns vorstellen. In allen Sportarten gibt es zum Beispiel ja auch Weltmeisterschaften. Die sind terminiert und die Termine würden bei einer Verschiebung der Spiele vielfach miteinander kollidieren. Die Olympischen Spiele zu verschieben, ist nicht so einfach, wie es beispielsweise bei einer Fußball-Europameisterschaft ist, wo es ja nur um eine Sportart geht.

Wo sind Sie eigentlich zurzeit? An Ihrem Studienort Saarbrücken, bei Ihrem Verein in Lüdinghausen oder im heimischen Emsdetten?

Efler: Ich bin im Moment zu Hause in Münster. Also bin ich glücklicherweise noch nicht von der allgemeinen Ausgangssperre wie in Saarbrücken betroffen. Ich habe Saarbrücken schon am Dienstag verlassen, als dort das Training eingestellt werden musste.

Und wie halten Sie sich ohne reguläres Training fit?

Efler: Ich mache ein „Home-Workout“. Man kann ja draußen laufen und konditionell an sich arbeiten. Im Garten mache ich Zirkeltraining. Schade nur, dass wir kein Badmintonfeld im Garten haben. Allerdings ist es draußen wegen des Windes ja schwer bis unmöglich, Badminton zu spielen.

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