Förderprogramm Moderne Sportstätte
Vereine teilen sich 500 720 Euro

Greven -

Auch bei den Grevener Sportvereinen herrscht ein großer Sanierungsstau. Doch der könnte sich bald auflösen.

Dienstag, 05.05.2020, 17:51 Uhr aktualisiert: 10.05.2020, 15:40 Uhr
Die Schießsportfreunde hoffen auf die Sanierung ihrer Anlage.
Die Schießsportfreunde hoffen auf die Sanierung ihrer Anlage. Foto: Sven Thiele

Undichte Dächer, schlecht isolierte Fenster, sanitäre Anlagen, die in die Jahre gekommen sind. An vielen Sportanlagen nagt der Zahn der Zeit. So wie auf dem Schießstand der Grevener Schießsportfreunde (SSF). Ihre Sportanlage an der Saerbecker Straße, für knapp 100 Schützen sportliches Zuhause und Keimzelle unzähliger nationaler Erfolge, ist ein Sanierungsfall. Die Situation am Grevener Schießstand mit seinen zehn Luftgewehrständen, einer Kleinkaliber-Anlage und einem Vereinstreffpunkt ist symptomatisch für viele in Vereinsregie errichtete Sportanlagen. Abhilfe soll das Landesprogramm „Moderne Sportstätte 2020“ schaffen. Bis 2022 fließen 500 720 Euro nach Greven, um abseits der kommunalen Hallen und Plätze vereinseigene Anlagen auf Vordermann zu bringen.

Die Schießsportfreunde und sieben weitere Vereine hoffen, bis Ende Juni grünes Licht für ihre Vorhaben zu erhalten. Bis dahin will der Stadtsportverband der Staatskanzlei seine Förderempfehlungen mitteilen.

Neben den Schießsportfreunden sind es die Luftfahrtvereinigung, der TVE, die DLRG, der SC Gimbte, der Tennisclub Rot-Weiß, der Angelsportverein sowie der Reit- und Fahrverein, die von dem Fördertopf profitieren wollen. Alle acht Vereine eint, dass sie über selbst errichtete beziehungsweise langfristig gepachtete Objekte verfügen. Der Modernisierungsbedarf ist groß, die Mittel der Vereine in der Regel überschaubar.

„Die Voranträge liegen vor“, bestätigt Werner Jacobs , dass die Vereine ihre Hausaufgaben erledigt haben. Sie alle haben ihre Vorhaben beschrieben und Kosten benannt. Nun liegt der Ball beim Stadtsportverband (SSV). An ihm ist es, die Anträge zu bewerten und konkrete Förderempfehlungen auszusprechen. Und bei der Verteilung des finanziellen Kuchens die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen. Denn eines steht bereits fest: Das von den Vereinen benannte Finanzvolumen übersteigt die zur Verfügung stehenden Mittel. „Die Anträge gehen deutlich über die 500 000 Euro hinaus“, verrät der SSV-Vorsitzende.

Bewertungskriterien, die der Landessportbund (LSB) zur Verfügung gestellt hat, sollen einvernehmliche Entscheidungen ebnen. Einen Teil des Vorhabens müssen die Vereine mit eigenen Finanzmitteln bestreiten. Das dürften laut Uli Fischer, Vorsitzender Kreissportbundes Steinfurt (KSB), mindestens zehn Prozent werden.

Der Kreissportbund berät die 15 Gemeinden im Kreis. Dort, wo es keine eigenen Sportbünde gibt, übernimmt der KSB die Rolle des Moderators zwischen den Vereinen. „Bei der Mittelvergabe versuchen wir, die Vereine möglichst wenig zu belasten“, erklärt Fischer.

In Horstmar, Laer, Steinfurt und Metelen sind erste Bewilligungsbescheide der NRW-Bank bereits angekommen. In Greven dürfte es noch etwas dauern. Zumal Jacobs erst dann Entscheidungen treffen will, „wenn man sich wieder zusammensetzen darf“.

Außerdem kommt nach dem Votum des SSV weitere Arbeit auf die Vereine zu, die die eigentlichen Anträge erst noch stellen müssen. Final entscheidet das Land, die NRW-Bank stellt die Mittel zur Verfügung. „Der erste Baubeginn könnte im Herbst liegen“, glaubt Jacobs.

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