Tischtennis-Verband schnürt vor dem Saisonstart Regelpaket: Verzicht auf Doppel überrascht
Nur einzeln an die Tische

Greven -

Der Westdeutsche Tischtennisverband hat zwei Wochen vor dem Saisonstart ein Regelwerk beschlossen, das der aktuellen Corona-Pandemie gerecht werden soll. Der Beschluss geht über die Vorgaben der NRW-Schutzverordnung hinaus. Besonders ein Punkt dürfte auch sportliche Auswirkungen haben.

Donnerstag, 20.08.2020, 17:07 Uhr aktualisiert: 24.08.2020, 09:50 Uhr
Die Tischtennissaison beginnt Anfang September, allerdings unter besonderen Vorzeichen.
Die Tischtennissaison beginnt Anfang September, allerdings unter besonderen Vorzeichen. Foto: Thiele

Wenn Anfang September die Tischtennissaison startet, dann erfolgt die Rückkehr zum Spielbetrieb unter besonderen Vorzeichen. Anfang dieser Woche hat der Westdeutsche Tischtennisverbandes (WTTV) ein ganzes Bündel an Maßnahmen auf den Weg gebracht. Dabei sorgt ein Beschluss besonders für Gesprächs- und Diskussionsstoff: Für die gesamte Dauer der Vorrunde wird es keine Doppelbegegnungen geben. In die Wertung fließen dann nur die Einzel ein.

Mit seinen Vorgaben reagiert der Vorstand des WTTV auch auf die aktuelle Pandemie-Entwicklung. „NRW ist seit einigen Tagen das Bundesland mit den meisten Corona-Fällen“, heißt es in der acht Seiten langen Erläuterung des Verbandes. Von Entwarnung könne keine Rede sein. „Was Corona-Verordnungen erlauben, muss mit Blick auf das Infektionsgeschehen noch lange nicht sinnvoll sein.“ Der Vorstand vertrete eine eher konservative Sichtweise.

Diese Einschätzung der Situation bringt für die Tischtennissportler einen größeren Aufwand mit sich. So weist der Verband die Vereine unter anderem an, Tische und Banden nach den Spielen zu reinigen, Desinfektionsmittel bereit zu stellen, Pausen zwischen den einzelnen Spielen einzulegen und nicht zuletzt: Abstand zu halten und einen Mund-Nase-Schutz zu tragen. In dem letzten Punkt geht der Beschluss über die Vorgaben der Corona-Schutzverordnung hinaus. Der WTTV empfiehlt mit Nachdruck, dass außer den aktiven Spielern alle Beteiligten, wartende Spieler, Schiedsrichter wie Zuschauer, einen Mund-Nase-Schutz tragen sollten.

Reinhard Rothe spielt im Verbandsligateam der DJK. Der Routinier kennt sich in der Szene bestens aus. Unter anderem war der ehemalige Zweitligaspieler mehrere Jahre als Vizepräsident beim Westdeutschen Tischtennisverband tätig.

Der Beschluss, auf Doppel zu verzichten, hat Rothe überrascht. Für ihn ist die Entscheidung des Verbandes nicht richtig nachvollziehbar. Aus einem ganz entscheidenden Grund: „Ich persönlich halte Doppel im Tischtennis nicht für Kontaktsport.“ Der Verband dagegen stuft Doppel als „nicht kontaktfreien“ Sport ein. Dass auch dieser mit bis zu 30 Sportlern erlaubt ist, hindert den Verband jedoch nicht, strengere Regeln zu erlassen.

Wenn Verbandsligist DJK Blau-Weiß zum Saisonauftakt am 6. September den SV Spexard in der Emssporthalle empfängt, reduziert sich die Zahl der Spiele von bislang 16 auf jetzt zwölf. Sportlich sei die überraschende Änderung für die DJK nicht von Nachteil, meint Rothe. „Unsere Doppelbilanz war in der vergangenen Saison nicht herausragend.“

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