Fußball: Ina Kölker spielt in der B-Juniorinnen-Bundesliga
Bundesliga als Familien-Business

Greven -

Ina Kölker hat den Sprung in die Bundesliga geschafft. Zwar nur bei den B-Juniorinnen, aber das muss ja nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Montag, 12.10.2020, 10:30 Uhr
Ina Kölker setzt sich in der B-Juniorinnen-Bundesliga durch.
Ina Kölker setzt sich in der B-Juniorinnen-Bundesliga durch. Foto: Rolf Grundke

Schnell, dribbelstark, gute Spielübersicht: Ina Kölker weiß, wie sie mit Deutschlands liebstem Spielgerät umzugehen hat. Und diese besonderen Befähigungen haben die 16 Jahre alte Schülerin sogar bis in die Fußball-Bundesliga gespült. Also nicht die der Herren, aber immerhin die der B-Juniorinnen. Und auch dort wird jungen Sportlerinnen wie Kölker viel abverlangt.

Der erste Ball-Kontakt erfolgte im Alter von etwa fünf Jahren auf dem heimischen Rasen. Doch während Bruder Jan schnell merkte, dass seine Talente in einem anderen Bereich liegen, blieb Ina dran und hatte sich schnell den Fußball-Virus eingefangen. Und einmal infiziert, ließ er sich dann nicht mehr abschütteln. Zunächst ging es zum SC Greven 09 , später wechselte der junge Blondschopf zur DJK und spielte auch bei den männlichen Alterskollegen gut mit. Das Talent blieb nicht unentdeckt. Nach einer sportlich weniger erfolgreichen Episode bei Wacker Mecklenbeck, die mit dem Abstieg endete, folgte mit Arminia Ibbenbüren schließlich der Aufstieg in die B-Juniorinnen-Bundesliga. Und dort läuft es nun gut für die Mittelfeldspielerin, die auch in der Defensive ihre Stärken hat. „In drei Saisonspielen haben wir jetzt zwei Mal gewonnen und einmal gegen den Vorjahresmeister aus Essen verloren. Es macht Spaß“, lacht Ina Kölker.

Der Aufwand ist für die Gesamtschülerin hoch. Drei Mal die Woche geht es zum Training nach Ibbenbüren, am Wochenende stehen die Meisterschaftsspiele auf dem Programm. Die finden teilweise in weiter Entfernung statt, die Bundesliga führt das junge Talent beispielsweise bis nach Trier oder Saarbrücken. Zwischendurch stehen der Schulunterricht nebst Hausaufgaben auf dem Programm, doch die Zensuren haben bisher nicht unter dem sportlichen Ehrgeiz der 16-Jährigen gelitten – der Notenschnitt liegt bei 1,7. „Manchmal wird es halt spät, oder ich lerne auf der Fahrt zum Spiel – das geht schon“, zuckt Kölker mit den Schultern.

Die guten Leistungen auf verschiedenen Ebenen ließen sich wohl nicht realisieren, wenn nicht die gesamte Familie hinter dem Projekt stehen würde. „Davon hängt natürlich einiges ab“, weiß vor allem Ingrid Kölker – die Mutter von Ina – die in der Regel für den Chauffeurdienst zuständig ist. Um 17.30 Uhr geht es in der Woche auf die Bahn, zuhause sind die Kölkers in der Regel nicht vor 21 Uhr. An den Wochenenden stehen dann weitere Reise-Strapazen auf dem Programm. „Aber es macht ja Spaß“, sagen Ina und Ingrid Kölker quasi im gleichen Atemzug.

Richtig aufregend dürfte es sportlich wie auch karrieremäßig in der kommenden Saison werden. Dann steht für die 16-Jährige der Wechsel in den Seniorenbereich an – und damit auch der sportliche Ernst des Lebens. Rücksicht auf das Alter der jungen Talente wird dann nicht mehr genommen. Dann gibt es nur noch gut oder schlecht – Lina Kölker wird sich mit Spielerinnen messen, die doppelt so alt sind wie sie selbst. „Das wird spannend“, freut sich die junge Grevenerin schon und kann kaum einschätzen, wohin die sportliche Reise führen wird. „Wer weiß, den Traum von der ersten Damen-Bundesliga habe ich bisher noch nicht.“ Aber was nicht ist, das kann ja noch werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7628101?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35341%2F
Nachrichten-Ticker