Fußball: Bezirksliga / Greven 09 bezwingt BW Aasee 4:0
Zurück an der Tabellenspitze

Greven -

Frischer Wind wehte im Stadion mit Jeremy Bohmert und Linus Wolberg, zwei A-Jugendliche in der Startelf.

Freitag, 16.10.2020, 11:00 Uhr
Gut 100 Zuschauer kamen in den Genuss des 09-Erfolges und hielten sich vorbildlich an die Regeln.
Gut 100 Zuschauer kamen in den Genuss des 09-Erfolges und hielten sich vorbildlich an die Regeln. Foto: Stefan Bamberg

So ein Mund-Nase-Schutz verrät oft einiges über seinen Träger. Beispielsweise hat mittlerweile fast jeder Bundesligaklub sein eigenes Modell unters Fußballvolk gebracht. Auch Rolling-Stones-Liebhaber fallen auf, mit der ausgestreckten Zunge auf dem Stofffetzen. Ja, sogar als FDP-Mitglied kann man sich outen. Einzig der Mann, der am Mittwochabend mit Sportfreunde-Lotte-Maske in die Schöneflieth gekommen war – der ließ dann doch Raum für Spekulationen: Nur ein Fan mit etwas exotischem Geschmack? Oder etwa ein Spion vor dem Westfalenpokal-Knaller?

Ganz aktuell stand jedenfalls erst mal eine Bezirksliga-Pflichtaufgabe an für den SC Greven 09 . Die er letztlich locker löste: Nach dem 4:0 (3:0) über BW Aasee ist Mirsad Celebics Mannschaft wieder Tabellenführer. Und der Trainer folgerichtig glücklich: „Das haben wir super gut gemeistert.“

Ein Lob, das exakt so übrigens an die ehrenamtlichen Corona-Ordnungshüter am Spielfeldrand rausgehen konnte: 150 vermummte Zuschauer lässt der Verein maximal rein, ungefähr 100 sind da – hereinspaziert zum ersten Grevener Maskenball, bei dem organisatorisch jeder Schritt sitzt.

In sportlicher Hinsicht beginnt er indes mit ein paar Traumtänzern: Erster langer Schlag der Gäste, die Nullneuner haben den Spätdienst noch nicht angetreten, was für eine Schlafmützigkeit, und Maximilian Picht ist plötzlich durch – haarscharf vorbei! Wer weiß, was mit diesem Kick passiert wäre, wenn der drin gewesen wäre (4.). Aber wäre, wäre: Wäre unsere Oma ein Bus, könnte sie ja auch hupen! Also Schluss mit dem Konjunktiv, der Favorit wechselt ab sofort in den So-ist-es-Modus. Und Mike Liszka setzt in der neunten Minute zum Dribbling an, bleibt hängen – doch Emre Kücükosman schlenzt aus dem Rückraum: 1:0!

Der Spitzenreiter beweist einmal mehr Effizienz. Zu der sich heute auch Glanz und Mumm gesellen: Die anfangs so quirligen Münsteraner sehen fortan kaum noch Land – und nach einer halben Stunde keinen Anlass zu protestieren, als Daniel Golparvari für alle hörbar gefoult wird: Klarer Elfer, und Liszka lässt sich das vom Punkt nicht nehmen.

Das 3:0 gelingt dann Denis Qoraj aus halblinker Position (36.) – in die ihn ein 18-Jähriger mit seinem Querpass gebracht hatte: Jeremy Bohmert , einer von zwei A-Jugendlichen in der Startelf. Der zweite ist Linus Wolberg in der Sechser-Rolle. Frischer Wind, von dem noch zu lesen sein wird. Nur so viel schon von Celebic: „Die beiden haben es bärenstark gemacht.“

Apropos frischer Wind: Der kommt in der zweiten Halbzeit weniger vom Rasen, sondern meistens scharf aus Nordost. Passiert nicht mehr viel, wobei die Nullneuner aber, wie es aussieht, jederzeit noch mal einen Gang hochschalten könnten an diesem Abend. Zum Beispiel so: Patrick Fechtel und sein Dampfhammer-Dropkick gegen die Müdigkeit – 4:0, ein Schuss wie ein Orkan (89.) Die Maske ist davon zum Glück niemandem weggeflogen.

SC 09: Dömer – Kraus, Krasenbrink, Averbeck, Qoraj –Wolberg – Golparvari, Kücükosman, P. Lakenbrink (56. Rüschenschulte), Bohmert (56. B. Lakenbrink) – Liszka (76. Fechtel).

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