Ein Jahr nach dem Umzug gleicht der Sportplatz in der Ortsmitte einem Lost Place
Abpfiff nach 47 Jahren

Reckenfeld -

Seit gut einem Jahr ist es ruhig geworden in der Reckenfelder Ortsmitte.

Donnerstag, 03.12.2020, 10:00 Uhr
Bälle sind noch da, Tore nicht mehr.
Bälle sind noch da, Tore nicht mehr. Foto: th

An diesem Ort wurden unzählige Tore geschossen, Siege bejubelt, Niederlagen verkraftet und Meisterschaften gefeiert. Seit gut einem Jahr ist es ruhig geworden in der Reckenfelder Ortsmitte. Sehr ruhig. Während die Fußballer am Wittlerdamm ihr neues Domizil bezogen haben, gibt es für ihr altes, das Sportgelände in der Ortsmitte, eine neue Bestimmung. Nach 47 Jahren macht der Sport Platz für neuen Wohnraum. Doch die Bagger lassen noch auf sich warten. Gelegenheit für einen Besuch eines verlassenen Ortes.

Die Fußballtore sind abgebaut und abtransportiert. Die Flutlichtmasten stehen dagegen noch, die Werbebanden ebenfalls. Überhaupt sieht es an diesem trüben November-Tag auf den ersten Blick so aus, als sei in der Ortsmitte nur die Corona-Pausentaste gedrückt. Doch dieser Eindruck täuscht.

Im Inneren der Sporthalle, der Umkleidekabinen und des verwaisten Clubhauses sind die Spuren des Umzuges unübersehbar. Der Putz bröckelt, Kabel hängen von der Decke.

Allein Torsten Schwarz stattet dem Platz, der in den vergangenen Jahrzehnten auch für ihn so etwas wie ein zweites Zuhause war, regelmäßig einen Besuch ab. Er kümmert sich um die Restarbeiten, sortiert, räumt zusammen und wirft weg. Auch ein Jahr nach dem Umzug stapeln sich viele Devotionalien in den verlassenen Räumen. Pokale, Urkunden und Wimpel – Zeugnisse vergangener Reckenfelder Sporterfolge – warten auf einen neuen Platz.

Das Gelände unweit der Ortsmitte ist so etwas wie ein Lost Place. Vandalismus hält sich gleichwohl in Grenzen. „Toi, toi, toi“, meint Torsten Schwarz. Er bedauert, dass es mit einem offiziellen Abschied von der alten Wirkungsstätte, die von 1972 bis 2019 die sportliche Heimat des SCR war, nicht geklappt hat. Die Corona-Pandemie hat allen Überlegungen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ebenso wie der Idee, auf dem verwaisten Tennenplatz den Weihnachtsmarkt zu veranstalten. Glühwein statt Bier unter Flutlicht, das wär´s doch gewesen …

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