Schwimmen: TVE bereitet sich online vor
Trainieren für den Tag X

Greven -

An ein normales Schwimmtraining war und ist bei den Grevener TVE-Athleten gegenwärtig nicht zu denken, doch die Not macht erfinderisch.

Dienstag, 05.01.2021, 11:00 Uhr
Das richtige Training können die Zoom-Einheiten nicht ersetzen, aber immerhin: Zweimal wöchentlich arbeiten die Grevener gemeinsam an ihrer Fitness.
Das richtige Training können die Zoom-Einheiten nicht ersetzen, aber immerhin: Zweimal wöchentlich arbeiten die Grevener gemeinsam an ihrer Fitness. Foto: Jan Kleimeier

Auch am Tag vor Heiligabend hat es „Zoom!“ gemacht. Tausend und eine Nacht dauert die Pandemie zwar noch nicht. Auf jeden Fall jedoch ist so eine digitale Zusammenkunft eine schöne Art, sich den Abend zu vertreiben, um es mal frei nach Klaus Lage zu formulieren. Schwimmen geht relativ schwierig ohne Wasser. Beim TVE Greven trainieren die Athleten aber dennoch. „Kreativität ist gefragt“, erklärt Jan Kleimeier .

Der Trainer der Wettkampfmannschaft organisiert die Zoom-Treffen, zweimal pro Woche geht es virtuell zur Sache. „15 Leute sind wir fast immer, manchmal sogar 20.“ Kleimeier freut sich über die starke Trainingsbeteiligung. Obgleich Trainingsbeteiligung derzeit bedeutet, einen Link anzuklicken. Das war nicht immer so im vermaledeiten Jahr 2020: Von Mitte Juni bis Ende Oktober konnten sie in den lokalen Bädern üben.

Vor allem Abteilungsleiterin Sabine Meyer war es zu verdanken, dass sie zwischen Corona-Schutzverordnungen, Hygiene-Konzepten, bei individuellen Einlasszeiten, festgelegten Trainingsgruppen und zugeteilten Umkleidekabinen weder ihre Fitness noch den Überblick verloren. Denn man kann viel joggen oder alleine Gewichte drücken – aber: „Die Einheiten im Wasser sind kaum zu ersetzen“, weiß Kleimeier.

Ebenso wenig wie das Kräftemessen mit anderen: Nur zwei Wettkämpfe haben zwischen erstem und zweitem Lockdown stattgefunden. Auch der Sprinterpokal, das große Heimspiel im Grevener Hallenbad, ist für 2021 schon längst gestrichen.

Die Grevener trainieren ohne zu wissen, wofür genau – für den Tag X. Aber immerhin: Sie sehen sich. Teamgeist vor der Webcam. 90 Minuten lang Kraft und Beweglichkeit bolzen mit Haushaltsgegenständen.

Oder auch Reaktionsübungen: Kleimeier spielt hierzu ein Video ab mit einer Ampel, die verschiedene Farben zeigt – je nach Farbe ist möglichst schnell eine sportliche Aufgabe zu bewältigen. Falls es einen Vorteil des Online-Trainings gibt, dann diesen: Digital können auch TVE-ler mitmachen, die gerade in Schweden, Kiel oder sogar Wuppertal wohnen.

Über die Wupper drohen hingegen die komplexeren Abläufe zu gehen, etwa die Technik beim Startsprung. Kleiner Trost für den Coach: „Man gewöhnt sich nicht nur die richtigen Bewegungen ab – sondern auch die falschen.“ Bei manchen Dingen noch mal von vorne anfangen, womöglich taugt das insgesamt als sportliche Devise für 2021.

Welche Folgen mehr als ein halbes Jahr ohne Wasser für das Hobby- und Leistungsschwimmen langfristig nach sich ziehen wird? Das vermag auch ein alter Schwimm-Hase wie Kleimeier nicht vollständig abzusehen. Er selbst wollte 2020 eigentlich nach Ungarn zur Masters-Europameisterschaft reisen: „Ich hab vergessen, was dazwischen gekommen ist.“

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