DJK BW Greven unter der neue digitale Ansatz
Parallele Sportler-Welten

Greven -

DJK BW Greven weitet sein Angebot im digitalen Bereich immer mehr aus.

Donnerstag, 14.01.2021, 11:00 Uhr
Silke Löbbert macht sich Gedanken um neue digitale Angebote – und turnt selbst vor.
Silke Löbbert macht sich Gedanken um neue digitale Angebote – und turnt selbst vor.

Ja, Corona ist nach wie vor das alles bestimmende Thema in nahezu allen Lebensbereichen, so sehr es auch nervt. Die Pandemie hat in vielen Sportvereinen dafür gesorgt, dass auf der Suche nach Lösungen für die Sporttreibenden jeder Stein zwei Mal umgedreht wird. Und so sieht es nun auch aus vor den Toren der heimischen Athleten. Das Vereinsleben ähnelt – um im Bild zu bleiben – beliebig gestalteten Geröllhaufen, bestenfalls eilig zusammengeschusterten Flickenteppichen. Doch – und das überrascht an der einen oder anderen Stelle durchaus – es gibt auch neue Pfade zwischen all dem viralen Unrat. Und frische Ideen, wie Silke Löbbert , bei DJK BW Greven unter anderem für das Online-Kursprogramm zuständig, im Gespräch mit dieser Zeitung erläutert.

 

Hallo Frau Löbbert, genießen Sie aktuell die freie Zeit, wo Sport doch nicht wirklich stattfindet und Online-Angebote daherkommen wie ein Heftpflaster, mit dem man einen Beinbruch behandelt. . . 

Löbbert: So ist es ja nicht. Wir bieten hier bei der DJK ein sehr umfangreiches Angebot an Online-Kursen und weiten dieses Angebot eigentlich ständig aus. Es wird immer besser angenommen.

Läuft es denn reibungslos, oder hakt es digital noch an der einen oder anderen Stelle?

Löbbert: Wir investieren aktuell in die Technik. Bisher stand uns nur ein alter Laptop zur Verfügung. Doch nun wollen wir Geld in neues Material stecken und uns da besser aufstellen. Das ist ja extrem wichtig, denn davon haben unsere Kursteilnehmer sofort etwas. Technik spielt eine große Rolle, mit dem Handy oder Tablet läuft es beispielsweise nicht optimal. Zudem stellen wir jetzt aktuell auf die Plattform Zoom um. Die funktioniert für unsere Zwecke deutlich besser als Microsoft Teams.

Und – platzen ihre chatrooms jetzt aus allen Nähten?

Löbbert: Wie gesagt, es läuft langsam an. Vor Weihnachten hatten wir ja auch schon mehrere Angebote im Programm. Und mittlerweile haben sich die Leute daran gewöhnt und fragen aktiv nach, was man machen kann.

Auf der DJK-Homepage ist das Angebot tatsächlich ziemlich breit gefächert. Haben Sie einen Überblick, wer genau teilnimmt?

Löbbert: Nicht ganz exakt. Das liegt aber auch daran, dass wir niemanden abweisen. Neben Vereinsmitgliedern, die ja ihre Beiträge zahlen, können auch alle anderen Interessenten teilnehmen. Da stellt sich natürlich die Frage nach der Bezahlung. Jetzt haben wir die Idee, ein Spendenkonto einzurichten für diejenigen, die nicht Mitglied in der DJK sind. Sie können dann mit einer Spende selbst entscheiden, was ihnen unser Sportangebot wert ist.

Gute Idee! Und gute Werbung für den eigenen Verein. Allerdings können die Online-Angebote das reguläre Training bei allem Engagement ja nicht ersetzen. . .

Löbbert: Ich denke, es wird sich auf Dauer eine Parallel-Welt entwickeln. Es wird Präsenz- und Online-Angebote geben, die gleichberechtigt nebeneinander existieren. Oder sogar miteinander verknüpft sind. Man könnte ja durchaus ein Präsenztraining auch online laufen lassen, so dass diejenigen, die nicht zu uns kommen wollen, mitmachen können. Da ergeben sich künftig wieder viele Möglichkeiten.

Und auch Chancen, junge sowie ältere Sportler für die DJK zu begeistern?

Löbbert: Ich denke schon. Aktuell bieten wir die allermeisten Angebote für Sportler im Alter zwischen 15 und 70 Jahren. Das ist ja schon was. Aber danach wird es schwierig, weil die älteren den digitalen Weg nicht mitgehen können oder wollen. Da ist es natürlich sehr schade, dass wir beispielsweise die Wassergymnastik nicht mehr anbieten können. Das können wir kaum auffangen.

Ja, digitale Wassergymnastik, das dürfte in der heimischen Badewanne schwerlich umzusetzen sein. Sind die DJK-Online-Kurse eigentlich Frauensache?

Löbbert: Nicht unbedingt. Wir haben ja den Kurs Männer-Fitness, an dem Sportler aller Altersklassen teilnehmen. Das funktioniert auch. Und manchmal ist es ja auch sogar besser, wenn man da nicht die anderen Kursteilnehmer beobachten muss, sondern nur den Trainer. Ansonsten beträgt der Frauen-Anteil tatsächlich 90 Prozent. Wir müssen jetzt mal abwarten, wie sich das entwickelt, denn auch hier sieht ja niemand, wer jetzt von zu Hause aus teilnimmt.

Interessanter Ansatz: Müssen sich denn auch die Trainer selbst auf die neue Situation einstellen?

Löbbert: Eigentlich nicht, denn ein Online-Kurs läuft ja ähnlich wie ein Präsenz-Training. Allerdings suchen wir nun gezielt auch jüngere Trainer, weil es künftig auch junge Kursteilnehmer geben wird. Und denen muss man ja nicht unbedingt eine ziemlich alte Trainerin vorsetzen.

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