Handball-WM und Corona-Zwangspause
Mulmiges Gefühl in der Ägyptischen WM-Blase

Greven -

Das Thema Corona spielt eine große Rolle bei der Handball-WM in Ägypten.

Freitag, 15.01.2021, 22:15 Uhr aktualisiert: 15.01.2021, 22:20 Uhr
Das Leben in der Handball-Blase in Ägypten ist für die Teams im Marriot Hotel (Kairo) durchaus komfortabel. Aber ist die Blase auch dicht?
Das Leben in der Handball-Blase in Ägypten ist für die Teams im Marriot Hotel (Kairo) durchaus komfortabel. Aber ist die Blase auch dicht? Foto: imago images/Bildbyran

Die ersten Vorrundenspiele der Handball-WM in Ägypten sind gelaufen, neben den sportlichen Highlights bestimmen jedoch auch Schlagzeilen rund um das Thema Corona das aktuelle Geschehen im Land der Pharaonen. Mit den Auswahl-Teams aus Tschechien und den USA mussten bereits zwei Nationen vor Beginn des Mammut-Turniers Pandemie bedingt absagen. Weitere Athleten, darunter auch aus der Vorrunden-Gruppe A, in der die Deutsche Nationalmannschaft antritt, wurden positiv auf das Covid-Virus getestet. Keine optimalen Voraussetzungen, um das Großereignis störungsfrei über die Bühne zu bringen.

So sieht es auch Bogdan Oana , seit 2000 in Greven ansässig und viele Jahre lang Coach der heimischen 09-Damen: „Grundsätzlich finde ich es super, dass die WM gespielt wird. Sportlich gesehen ist das absolut interessant. Auch vor dem Hintergrund, dass viele etablierte Spieler und Stars nicht dabei sind. So sieht man viele neue Gesichter, die auf sich aufmerksam machen. Zudem könnte es bei den Ergebnissen einige Überraschungen geben. Das ist schon eine tolle Sache“, findet der Lehrer.

Was im Hinblick auf die aktuelle Corona-Pandemie allerdings schwierig sei: „Die sogenannte Blase, in der sich die Athleten aufhalten, funktioniert nicht so wie im Vorfeld angedacht. Im Hinblick auf die Sicherheit bekommt man da schon ein mulmiges Gefühl.“

Zudem gäbe es unter den teilnehmenden Auswahl-Mannschaften auch diesbezüglich große Unterschiede. „Nicht alle haben es so gut wie die Spieler der Deutschen Nationalmannschaft. Ihnen wurde im Falle einer Infektion eine sofortige Rückreise in die Bundesrepublik garantiert mit einer entsprechenden Behandlung und Quarantäne im Heimatland. Das sieht in Ländern wie Brasilien sicherlich ganz anders aus.“

Oana befindet sich mit seinem jungen Grevener C-Jugend-Team aktuell – wie alle anderen auch – in der Corona-Zwangspause. Der Grevener befürchtet durchaus dauerhafte Schäden im Hinblick auf „seine“ Sportart. Wer wolle derzeit wirklich in einen echten Kontakt mit einem Kontrahenten treten?, fragt sich der Grevener. „Und wenn sich diese Einstellung und diese Ängste dann verfestigen, besteht die Gefahr, dass die Spieler lieber ganz einfach aufhören.“ Insofern sei es wichtig, zumindest eine kleine Mini-Saison zu spielen, wenn die Hallentüren wieder geöffnet werden. Bis es soweit ist, bittet Bogdan Oana seine Spielerinnen per Fitness-App zum virtuellen Training. Wandern, Laufen, Radfahren – das sei ja alles möglich, aber eben kein Handballspiel und normalen Bedingungen.

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